Und Hass zeugt Hass

17.Mai 2004 – nur ein Tag


Irak: Selbstmordattentäter töten Präsidenten der irakischen Übergangsregierung und dessen Stellvertreter plus 6 ihrer Begleiter als Vergeltung für deren Zusammenarbeit mit den folternden amerikanischen Besatzern.


Gaza: Die israelische Armee riegelt die Stadt und das Flüchtlingslager Rafah hermetisch ab und rückt mit Bulldozern und Kränen an, um Sicherheitszonen zu schaffen. Dies geschieht als Antwort auf die anhaltende Anschlagsserie der Hamas.


Honduras: Mehr als hundert Gefangene sterben bei einem Brand in einem stark überfüllten Gefängnis für Straßenbandenmitglieder, weil die Wärter einige Zellen nicht öffneten. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen nutzten die Wärter die Gelegenheit, um die langgehassten Störenfriede los zu werden.


Die Rechtfertigung


Einer der Gefolterten im Abu-Ghraib-Gefängnis sagt im Focus-Interview: „Es ist unmöglich, die Amerikaner nicht zu hassen nach dem, was sie uns angetan haben.“ Dieser Gefangene wurde gefoltert und hasst dafür die Amerikaner. Ein Amerikaner verlor durch einen Anschlag seinen Kameraden und hasst dafür alle Iraker. Beide haben ihre Rechtfertigung zu töten. Viele Actionfilme sind so aufgebaut: Dem Protagonisten wird Schlimmes zugefügt, daraufhin rächt er sich an vielen.


In der Vorwoche rief ein gewaltbereiter, einflussreicher, irakischer Geistlicher auf, bei ihm amerikanische Soldaten gegen Kopfgeld einzutauschen, Soldatinnen dürfe man auch zur eigenen Verfügung behalten und rechtfertigte sich mit dem Folterskandal. Jeder wähnt sich im Recht! Und Hass zeugt Hass.


Wie ist dies zu stoppen: Aufklärung, Völkeraustausch, Vereinigung …? Vor wenigen Wochen erschossen arabische UN-Soldaten einen amerikanischen UN-Soldaten, der frisch zur Verstärkung der UN-Friedenssicherung in einem bosnischen Gefängnis eingetroffen war. Einige weitere wurden angeschossen. Auslöser: Differenzen waren über Amerikas Irak-Politik.


Im Heimatort der vielleicht berühmtesten Folterknechtin aller Zeiten hört man immer wieder bei Interviews mit Einwohnern der Stadt, dass man sich das bei ihr gar nicht vorstellen könne.


Der alte „Haircutter“ hat dagegen nur einen Kommentar: „Vor circa zehn Jahren hat man die Gebetsbücher aus dem Schulunterricht genommen und sie gegen Kondome ausgetauscht, wen wundert’s also?“


Wer schafft Frieden, wer Zerstörung? Wo beginnt das alles? Hat jemand diese Spirale des Hasses durchbrochen?


Lass mich folgende Geschichte zur Illustration verwenden:


Es gab einen Mann mit Namen George Thomas, ein Pastor in einer kleinen Stadt in Neuengland. Am Ostersonntag Morgen kam er zu der Kirche mit einem rostigen, verbogenen, alten Vogelkäfig und stellte ihn auf die Kanzel. Einige Augenbrauen wurden hochgezogen und wie als Antwort begann Pastor Thomas zu sprechen:


„Gestern ging ich durch die Stadt als ich einen Jungen entgegenkommen sah, der diesen Vogelkäfig hin und her schwang. Auf dem Boden des Käfigs befanden sich drei kleine Wildvögel, zitternd vor Kälte und vor Furcht. Ich hielt den Burschen an und fragte: »Was hast du da, mein Sohn?« »Nur ein paar alte Vögel«, kam die Antwort. »Was wirst du mit ihnen tun«, fragte ich. »Ich nehm’ sie mit heim und werde Spaß mit ihnen haben«, antwortete er. »Ich werde sie ärgern und ihnen Federn ausrupfen, damit sie zu kämpfen beginnen. Ich werde viel Spaß haben.« »Aber dir werden diese Vögel langweilig werden, früher oder später. Was wirst du dann tun?« »Oh, ich habe einige Katzen«, sagte er. »Die lieben Vögel. Ich werde sie ihnen geben.« Ich war einen Moment still. »Wie viel willst du für diese Vögel, mein Sohn?« »Häh?! Warum, Sie wollen diese Vögel doch nicht. Das sind nur einfache alte Feldvögel. Sie singen nicht – sie sind nicht schön!« »Wie viel?« fragte ich Pastor wieder. Der Junge musterte mich, als ob ich verrückt wäre und sagte, »10 Dollar?« Ich griff in meine Tasche, nahm einen Zehndollar-Schein heraus und gab ihn in die Hand des Jungen. Wie ein Blitz war der Junge weg. Ich hob den Käfig auf und trug ihn sanft an das Ende der Allee, wo ein Baum und eine Grasfläche war. Ich setzte den Käfig auf den Boden und tippte sanft auf die Balken, um die Vögel dazu zu bewegen, heraus in die Freiheit zu kommen. Das erklärt also den leeren Vogelkäfig auf der Kanzel. Und nun lasst mich Euch eine weitere Geschichte erzählen:


Eines Tages hatten Satan und Jesus eine Unterhaltung. Satan kam gerade zurück vom Garten Eden, und er war voller Strahlen und Triumphieren: »Ja, ich habe gerade die Welt voll von Menschen da unten gefangen. Habe eine Falle gestellt, List angewandt. Ich wusste, sie könnten nicht widerstehen. Ich hab’ sie alle gekriegt!« »Was wirst du mit ihnen tun?«, fragte Jesus. Satan antwortete: »Oh, ich werde einigen Spaß haben. Ich werde sie lehren, einander zu heiraten und zu scheiden, einander zu hassen und zu betrügen, zu trinken, rauchen, Drogen nehmen, … in alle Arten von Perversionen zu fallen und sich von allem was gut ist abzuwenden. Ich werde sie lehren, Gewehre und Bomben zu erfinden und einander zu töten. Ich werde wirklich Spaß haben!« »Und was wirst du tun, wenn du mit ihnen fertig bist?«, fragte Jesus. »Oh, ich werde sie töten«, prahlte Satan voll Stolz. »Wie viel möchtest du für sie haben?«, fragte Jesus. »Oh, du willst diese Leute nicht. Sie sind nicht gut. Warum, du nimmst sie und sie werden dich nur hassen. Sie werden auf dich spucken, dich verfluchen und dich töten! Du willst diese Leute nicht!« »Wie viel?«, fragte er wieder. Satan schaute auf Jesus und krächzte: »All deine Tränen und all dein Blut.« Jesus sagte: »Abgemacht!« Dann zahlte Er den Preis.“


Der Pastor hob den Käfig auf, öffnete die Tür und stieg von der Kanzel.


Alles erfunden und kraftlos? Hm. Wer sich informiert, wird sehen, dass täglich Menschen gefoltert und getötet werden, welche ihre Peiniger dafür nicht hassen, sondern segnen und für sie beten. Die wenigsten Fälle sind allerdings für die Medien interessant genug, um darüber zu berichten: Wer erinnert sich nicht an das Missionarsehepaar, das von moslemischen Terroristen auf den Philippinen monatelang festgehalten wurde? Sie erzählten ihren Bewachern so oft sie konnten von der Liebe Jesu. Er starb dabei, sie betet weiter für sie – nach dem Vorbild von Paulus, Stephanus u.a. Sie alle beteten für ihre Peiniger. Denn Jesus sagt: „Liebt eure Feinde.“ Gibt es solche Liebe? Ja, sie ist aber nicht von dieser Welt.


Das ist mein erster Artikel auf soulsaver.de. Über eine Diskussion darüber, würde ich mich freuen.

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