Dirk – es gibt ein Leben nach der Party!

Ich bin als 4. Kind in einer Familie groß geworden, wo sich schon nach dem 1. Kind eheliche Turbulenzen einstellten. Die Probleme, ob privat oder beruflich, vielleicht sogar psychisch, versuchte mein Vater mit Alkohol zu „lösen“! Fatal. Später ließ unser Vater unter Alkohol seine Wut und seinen Frust an uns aus. Das Schlimme – für mich war das damals Normal! Der Alkohol „löste“ ihn dann zuerst von seinem Job. Er ging morgens aus dem Haus und kam abends wieder, damit Jedermann inclusive meiner Mutter dachte, er ginge schaffen. Es „löste“ ihn aber auch von uns.

Während mein Zwillingsbruder und ich auf „Kur“ waren, packte meine Mutter in einer Nacht- und Nebelaktion meine anderen Geschwister und floh vom schönen Schwabenland in uns ziemlich unbekannte Gefilde in Niedersachsen zu ihren Eltern. Nach der Kur standen wir plötzlich nicht mehr am Stuttgarter Hbf, sondern auf dem Hannover Hbf. Ähhh? Wir waren zu jung um zu begreifen was das sollte. Später erfuhren wir durch Erzählungen und aus unseren Erinnerungen heraus, was dort eigentlich abging.
Schon damals in Schwaben erfuhr ich durch den später erwähnten Kindergartenkameraden im Kindergottesdienst von Jesus. Schon komisch gell. ER machte also schon damals auf sich aufmerksam. Ich vergaß es aber lieber schnell.
Dann kam der „normale“ Werdegang.
Getauft, konfirmiert, wieso? Nicht wegen der Kirche oder gar Jesus, nein, wegen des Geldes natürlich! Macht man im Dorf doch so! Man geht zur Schule, hat die ersten Freundinnen, den ersten Sex. (erfüllt hat der mich im nachhinein eigentlich nie!) Aber es ist halt cool vor anderen zu prahlen, mitreden zu können! Man gammelt einfach ab, kein Bock zu nix, welch sinnlose Zeit! In solch Situation auf die schiefe Bahn geraten oder falsche Freunde finden, ist nicht schwer. Was mir zum Glück fast erspart blieb.

Meine Erfüllungen lagen

1.) in meinen Auswanderungsplänen, die ich immer vor mir her schob, vielleicht Flucht aus diesem Leben und Hoffnung auf ein Besseres. Wohlmöglich Suche nach Erfüllung?!

2.) in der Musik. Ich hörte viel House, Clubsound, Schranz, ab und an mal R´nB. Kontrast muss sein.

Ich war ständig unterwegs: Loveparade, Tunnelrave, Reincarnation-Parade, Disco, oder auf Party´s, bei denen Alkohol Standard war. Saufen wie die Obdachlosen. Yeaaah. Rebellisch, immer das Gegenteil machend, auffallen um jeden Preis, sehen und gesehen werden. Das ist das LEBEN! Das muss es sein! Gesucht?! Gefunden?!
Grad in der Raverszene nimmt man doch gern mal das eine oder andere Pillchen. Wie viele haben nicht die Kraft dem Gruppenzwang zu widerstehen. Man macht´s, weil es Andere auch machen! Ich bin so dankbar, dass Gott mich davor bewahrt hat. ER hatte aber einen anderen harten Weg für mich vorgesehen um vom Partytrip runterzukommen.

 

Im Frühjahr 2005 hatte ich meine damalige Freundin, die verhütete, sagte sie…. glaubte ich. Nach einem Monat war sie Schwanger. Kurzum, meine Welt brach zusammen. Ich war nicht mehr ICH. Vorbei die Auswanderungspläne, tschüß du süße Welt. Jetzt heißt es löhnen!

Im Januar 2006 wurde meine Tochter geboren, im März kam die Trennung zur Mutter. Dann wurde mir der Kontakt zu meiner Tochter seitens der Mutter versagt. Gerichtsverhandlung! Das zog sich alles sehr lang hin. Wir kennen die deutschen Mühlen! Das zerrt an einem und ließ mich leider auch über Selbstmord nachdenken. Wobei ich es nie getan hätte, dafür hing ich zu doll am Leben.
Schlimm finde ich, dass ich nach dieser niederschmetternden Lebenslage nicht nur ein einziges Mal daran gedacht habe, nach Gott zu suchen, zu bitten, zu beten, geschweige denn in der Bibel zu lesen. Und kurz nach meinem letzten USA-Urlaub im August 2006 wurde ich ins Krankenhaus eingeliefert. Alkoholvergiftung. Auspumpen mussten sie mich nicht….wie schön! Ich hatte dafür mein ganzes Auto vollgekotzt.

Endlich fing ich an nachzudenken: was ist mein Leben, bin ich zufällig hier? Es gibt etwas Höheres, klar! Aber kann ich es Gott nennen? Doch wirklich Lust mal zu googlen und zu schaun, gibt es etwas anderes als Landeskirche, als das was man von der Pfarre aus kennt, hatte ich nicht!

Während der ganzen Zeit hatte ich allerdings Kontakt zu meinem Kindergarten – und Klassenkameraden aus dem Schwabenland. Er ist Jugendpastor in einer freikirchlichen Gemeinde in Stuttgart – Feuerbach. Ich besuchte ihn des Öfteren. Er stellte mir Fragen, die bisher niemand stellte. Fragen, die auch niemanden, inclusive mich nicht wirklich zu interessieren scheinte. Ich fand das abgespaced und hab in dem Moment gedacht:“…ohhh bitte keine Bekehrungsversuche zu deiner SEKTE“!

Er nahm mich dann mal mit in die „Sekte“ und so crazy waren die gar nicht. Alles junge, nette, sympathische MENSCHEN, die an Jesus glaubten und in der Bibel lasen. Wow. Es dauerte dann doch noch fast ein Jahr, bis ich bei einem meiner Besuche in Süddeutschland zufällig einer Christin aus Göttingen begegnete, die mich einlud mal in ihre Gemeinde zu kommen. Das tat ich dann auch Ende August 2007.

Und von da ab war es quasi ein „Selbstläufer“!

Ich konnte eigentlich gar nicht mehr anders als mich zu Jesus zu bekennen und meine Schuld einzugestehen. Natürlich gingen dem viele tolle, intensive Gespräche und Bibellesen voraus. Ich zögerte anfangs noch – größten Teils weil ich Angst vor der Reaktion meiner Freunde und Verwandten hatte. Weil ich wusste, dass sich durch meinen Entschluss einiges ändern würde. Doch dann, mit ein wenig „Starthilfe“ entschied ich mich Ende Oktober 2007 während einer Freizeit für JESUS. Meine Rettung!
Eine Stunde nach meiner Umkehr lies ich mich taufen! Endlich eine Taufe, für die ich mich selbst entschied, die dann ja erst Sinn macht. Denn sie drückt aus, wofür ICH mich entschieden habe: mein altes ICH wird unter Wasser gedrückt und das NEUE hoch geholt, denn erst wenn mein altes Leben stirbt, kann etwas Neues entstehen – man wird NEU geboren in Jesus. Das symbolisiert die Taufe. Ganz oder gar nicht!
Das scheint einfach, doch man wird verleitet nicht umzukehren, sondern so weiter zu leben wie bisher und Jesus als netten „Beifang“, guten Kumpel mit einzuhaken und mitzuschleifen.

Jesus ist mehr als ein Kumpel und Gottes Wort ist mehr als ein Geschichtsbuch, sondern so was von „up to date“. Es passt so wahnsinnig auf die heutige Zeit, dass es schon fast erschreckend ist. Fang an zu lesen und vergleiche es mit deinem Leben, deinem Umfeld, deiner Stadt!

Ich kann bereits jetzt sagen, dass Jesus das mit Abstand Beste ist was mir passieren konnte und mein Leben wie kein anderer wirklich und nachhaltig verändert (hat)!

Dirk

Kommentare

  1. Rouven und Edina

    Gott verändert wriklich

    Wow. Wenn wir das lesen, wie Gott so in das Leben von Dirk eingedrungen ist und ihn in seinem Inneren verändert hat und seinen Charakter und seine Denkweise so positiv verändert, können wir uns nur freuen. Und es ist wirklich schön, dass wir das alles „live“ miterleben können. Gott ist groß.
    Liebe Grüße Rouven und Edina.

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