Mein Leben – eine Suche nach Liebe

Mein Name ist Simone. Ich bin 1972 in München geboren. Aufgewachsen in einem kleinen Ort im Norden von München, in einem guten Elternhaus. Mein Vater ist Anwalt und meine Mutter war die meiste Zeit Hausfrau. Meine ältere Schwester war für mich wie meine beste Freundin. Ich bekam sehr viel Liebe von meiner Mutter und wir hatten alles was sich ein Kinderherz so wünscht. Als ich ca. 10 Jahre alt war, zogen wir nach Holzkirchen. Meine Eltern hatten dort ein Haus gebaut und sehr viel Zeit und Energie investiert. Der Umzug fiel mir sehr schwer, da ich sehr verschlossen und unselbständig war. Allerdings war ich auch sehr frühreif und hatte schon mit 14 Jahren meine erste feste Beziehung. Die hielt sechs Jahre. Mein damaliger Freund war fünf Jahre älter als ich und sehr dominant. Trotzdem war es anfangs die große Liebe.

Als sich nach 25 Jahren Ehe meine Eltern trennten, brach eine Welt für mich zusammen, obwohl ich schon erwachsen war. Vor Angst etwas zu verpassen und das gleiche Schicksal mitzumachen wie meine Eltern, trennte ich mich von meinem Freund.
In dieser Zeit hatte ich auch schon einige Kumpels, die Drogen nahmen. Es reizte mich mit solchen Leuten zusammen zu sein. Da ich immer so behütet war, empfand ich das als ein Abenteuer. Dort lernte ich meinen nächsten Freund kennen. In dieser Beziehung verlief es nicht so harmonisch. Wir stritten uns ständig. Ich lernte mit seinen Drogenlaunen umzugehen. Am Anfang kiffte er nur, später nahm er alles. Koks, Exstasy, Speed, Tripps, Valium, Rohypnol, Heroin, …die ganze Palette. Er war sehr aggressiv, vor allem wenn er getrunken hatte. Es entstand eine Hassliebe. Trotzdem waren wir drei Jahre zusammen. – vor einigen Jahren war ich auf seiner Beerdigung. Die Droge brach ihm das Genick. ­– Ich nahm keine Drogen aber Alkohol war mein bester Freund. Als ich mich in einen Anderen verliebte, konnte ich mich endlich trennen.

Wieder eine längere Beziehung. Diesmal regierte der Spaßfaktor. Von einem Techo-Event zum anderen, Streetparade, Loveparade, Berlin, Zürich – jedes Wochenende ein anderes Fest. Alle um mich herum waren auf Droge – ich trank. Da ich die Ablenkung schon so sehr brauchte, konnte ich es nicht aushalten allein zu sein. Ich konnte nichts mit mir anfangen. Als auch diese Beziehung nach drei Jahren auseinander ging, rutschte ich von einer Affäre in die andere auf der Suche nach dem Großen Glück. Das war sehr unbefriedigend, denn bei jeder Enttäuschung ging ein Stück von mir verloren.

In dieser Zeit wohnte ich schon mit meinen zwei Freundinnen in einem Einfamilienhaus in einer WG. Es war eine tolle Zeit mit den Beiden. Wir hatten viel Spaß und unsere Freundschaft vertiefte sich sehr. Wir redeten über alles und verbrachten Tage und Nächte um über den Sinn des Lebens zu reden. Später begriff ich, dass wir uns ständig im Kreis drehten. Auch in diesem Haus wurde viel gefeiert, getrunken und gekifft. Als ich dann mal ohne Partner war und meine Freundinnen beide leiert waren, fiel ich in ein tiefes Loch. Meine Freundin gab mir den Tipp zu dem Psychologen zu gehen, bei dem sie auch ist. Nach kurzer Zeit gingen wir alle Drei hin. Jede meinte einen psychischen Knacks zu haben. Aber er konnte uns nicht helfen und meinte nach ein paar Sitzungen, dass wir doch gut alleine zurechtkommen würden.
 
Ein alter Freund, der früher auch ziemlich auf Drogen unterwegs war, besuchte uns ab und zu in der WG. Er erzählte uns, wie sich sein Leben durch den Glauben an Jesus Christus verändert hat. Meistens war es mir unangenehm, wenn er kam, weil mich sein Gerede ziemlich genervt hat. Obwohl ich sehen konnte, dass er sich in den letzten Jahren sehr positiv verändert hatte, wollte und konnte ich seine Ansichten und seine Art zu leben nicht teilen. Trotzdem kam er oft und war ziemlich hartnäckig, aber auch sehr geduldig. Er lud uns ein, nach München in einen Hauskreis. Er meinte, sie würden da in der Bibel lesen, singen und beten. Ich hatte keine Lust. Vor allem hatte ich Samstagabend meistens etwas “Besseres” zu tun. Nach einigen Monaten entschlossen wir uns, um ihm einen Gefallen zu tun, diesen Hauskreis mal anzuschauen. Es war anders als ich erwartet hatte. Wir wurden herzlich empfangen. Es waren ca. 20 junge Leute, die alle sehr nett waren. Ich war vor allem über die Freundlichkeit zwischen ihnen und auch uns gegenüber überrascht. Der Abend war sehr schön – obwohl ich es nicht gewohnt war keinen Alkohol zu trinken. Trotzdem blieben wir lange und unterhielten uns sehr gut.

Unser Freund wollte, dass wir öfter kommen. Aber dazu kam es nicht. Meine Freundin hat sich ab und zu mit ihm getroffen und hatte angeblich sehr lange intensive und gute Gespräche. Sie hatte auch einige Probleme, sie fiel von einer Depression in die andere und ihre Beziehung gab ihr nicht das, was sie sich gewünscht hatte. Eines Tages kam sie nach hause und weinte jämmerlich. Sie sagte immer wieder, dass Gott zu ihr spricht, und dass sie erkennt wie sie wirklich ist. Ich konnte nicht verstehen wieso sie so weinte. Ich dachte, dass es doch schön ist, wenn Gott sie wirklich anspricht. Als Kind glaubte ich schon an Gott und ich glaubte, dass es irgend etwas Höheres geben muss. Aber ich hatte noch nie so etwas erlebt wie sie. In den nächsten Tagen sah ich sie nur noch beim Bibellesen. Zuerst dachte ich es sei mal wieder irgend eine verrückte Idee von ihr. Aber als ihr Verhalten sich nach Wochen immer noch nicht änderte, merkte ich, dass es ihr doch ernst ist.

Am Samstag, den 10 April 1999 machte ich mich schon am Nachmittag auf, um auf ein Fest zu gehen. Meine Freundin saß wieder mal auf der Terrasse und las in der Bibel. Sie erzählte mir wie schön es sei, Gott kennen zu lernen, und dass sie endlich gefunden hätte, was sie immer gesucht hatte. Sie strahlte wirkliche Freude aus, die mich sehr berührte. Ich sagte zu ihr, dass ich auch gerne hätte, was sie hat.

Wenige Stunden später, auf diesem Fest war ich so betrunken, dass ich nicht mehr genau weiß, wie dieser Tag und Abend verlaufen ist. Ich weiß nur noch, dass ich mich mit einem Freund über meine Freundin und Gott unterhielt und überraschender Weise für sie und Gott Partei ergriff. Am nächsten Morgen wachte ich auf irgendeiner Matratze auf und fühlte mich schrecklich. Ich musste sofort da weg. Ich ging zu meinem Auto und heulte. Meine Gedanken spielten verrückt und ich dachte, dass ich durchdrehen würde. Ich sah keinen Sinn mehr in meinem Leben, wusste nicht wie es weitergehen soll. Vor Verzweiflung fing ich an zu beten: “Gott, wenn es Dich wirklich gibt, dann hilf mir bitte!” Er war die einzige Hoffnung, die ich noch hatte aus dieser tristen Lebenslage raus zukommen.

Als ich zu hause ankam, saß meine Freundin im Wohnzimmer, als ob sie mich schon erwartet hätte. Ich erzählte ihr unter Tränen, wie schlecht ich mich fühlte. Sie fragte mich nur: “Simone, hast du dich bekehrt?” In diesem Moment wurde mir klar, dass Gott mein Gebet erhört hatte. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen und ich spürte, wie alle Last von mir genommen wurde. Mir wurde bewusst, was in meinem Leben falsch gelaufen ist, und dass ich ein Sünder bin, der von Gott Vergebung braucht. Meine Freundin erklärte mir, dass Jesus für meine Sünden am Kreuz gestorben ist und meine Schuld von ihm bezahlt wurde. Innerhalb Sekunden wandelte sich meine tiefe Trauer in große Freude um. Ich nahm sein Opfer an! Wir beteten zusammen und ich spürte zum ersten mal in meinem Leben, dass Gott da ist und ich endlich nicht mehr allein bin. – In diesem Sommer fanden wir alle Drei zu Jesus Christus!

Die ersten  Tage und Wochen waren ein wirkliches Erlebnis! Ich war wie verliebt. Alles war anders! Die Bibel war auf einmal ein lebendiges Buch. Ich verstand erst jetzt richtig, was gemeint war. Mir offenbarten sich Dinge, von denen ich vorher keine Ahnung hatte. Gott half mir einiges in meinem Leben zu ändern. Ich musste mich nicht mehr ständig mit Alkohol betäuben um mich von mir abzulenken. Er gab mir wirklichen Halt und Sinn in meinem Leben! Er ist und gibt mir die Liebe, die ich immer suchte!

Mittlerweile hab ich auch den Mann gefunden, den ich immer gesucht habe und bin glücklich verheiratet und Mutter von zwei wunderbaren Kindern. Auch er hat vor vielen Jahren Gott kennen gelernt. Der gemeinsame Glaube an Jesus Christus ist die Basis in unserer Beziehung. Natürlich ist auch ein Leben mit Jesus nicht immer nur Sonnenschein, aber es ist immer wieder spannend zu sehen, wie Gott in mein Leben eingreift und auf wunderbare Art und Weise handelt. Er ist der Einzige, der wirklich helfen kann und der jedem, der es will, täglich in allen Lebenslagen treu zur Seite steht.
Jesus sagt: “Kommt zu mir Ihr alle, die Ihr mühselig und beladen seid, ich werde Euch Frieden und ewiges Leben geben.”

Kommentare

  1. Luise

    Er ruettelt uns wach 🙂

    hallo, dein Lebensbericht ist klasse, und gibt mir Hoffnung. Am liebsten wuerd ich auch wieder etwas machen um mich abzulenken, ich hatte Anorexie, aber ich gehe nun durch den Entzug und kralle mich irgendwie am Herrn fest. Und es gibt Hoffnung! Ich wuensche mir auch, dass mein Freund sich bekehrt und wir einmal eine glueckliche Familie haben. Gottes Segen fuer euch!

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