Gedanken eines abgetriebenen Kindes:

Es ist erst der erste Monat,
und ich bin nichts als ein Same,
also bleib’ gesund, Mama
denn ich werde deine Kraft brauchen.

Heute bist du beim Arzt gewesen
und hast mein Herz schlagen gehört
und auf dem kleinen Monitor
meine Hände und Füße gesehen.

Ein weiterer Monat ist vergangen,
und ich habe bereits einen Namen bekommen,
sobald ich in dein Leben trete, Mama,
wird es nie mehr dasselbe sein.

Wieder ist ein Monat vorbei gezogen,
wir sind jetzt in Monat Nummer drei,
Mama, ich werde so viel größer,
du wirst stolz auf mich sein.

Was ist passiert, Mama?
Ich bin jetzt schon in Monat vier
und hörte, dass du dem Arzt gesagt hast,
dass du mich nicht mehr willst.

Nun bin ich viereinhalb Monate
und kann endlich ein Auge öffnen.
Mein Körper wächst so schnell,
doch nicht mehr lange, und ich werde sterben.

Ein paar weitere Wochen sind vergangen,
siebenundzwanzig Wochen insgesamt.
Nur noch ein paar weitere Tage
und ich werde im Himmel sein.

Ich bin jetzt im Himmel, Mama,
jetzt wären die neun Monate vorbei.
Nun kannst du selbst sehen
dass ich ganz in Ordnung gewesen wäre.

Geh’ weiter deinem Leben nach, Mama
und tue so, als hätte es mich nie gegeben.
Denn tief in meinem Herzen weiß ich,
dass du immer noch an mich denkst.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, Mama,
würd’ ich mir wünschen, bei dir zu sein
und wenn ich nur die Chance hätte
würde ich einfach alles dafür tun.

Ich hoffe, du hast aus deinen Fehlern gelernt, Mama
und ich wünschte nur, du wüsstest eins:
obwohl du mir mein Leben genommen hast, Mama
werde ich dich immer lieben!
Erica Meadows

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