Herr Spahn: Ganz abgesehen von der politischen Brisanz, gibt es kein Recht auf ein Kind. Eine Lektion in Doppelmoral.

Die Spahn‘sche Geschäfte sind frag- und merkwürdig. Und: Gott behüte das Kind. Daniel Funke ist der genetische Vater des Kindes. Jens Spahn hat die Vaterschaft gemeinsam mit ihm bekannt gegeben („Mein Mann ist Papa geworden, und ich mit ihm“).„Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden.“ – Jens Spahn, 2015.

Die Leihmutterschaft ist die endgültige Kommerzialisierung des menschlichen Lebens. Sie reduziert den weiblichen Körper zum Brutkasten und das Kind zum bestellbaren Produkt. Dass ausgerechnet ein konservativer Politiker, der jahrelang ethische Leitplanken gefordert hat, hier den Dammbruch vollzieht, offenbart ein Maß an Doppelmoral, das sprachlos macht. Für die CDU ist das ein Glaubwürdigkeits-Gau: Wie will eine Partei noch glaubhaft für Werte stehen? Eine Gesellschaft, Germania, in der jeder sich seine eigene Moral schnitzt, während die staatlichen Fundamente bröckeln, verliert ihre Orientierung.Die Architektur des Zusammenlebens wird nicht mehr gepflegt, sondern im Eiltempo demontiert. Und wer die moralischen Grundmauern einreißt, braucht sich nicht zu wundern, wenn über kurz oder lang das ganze Gebäude in sich zusammenfällt. Es ist ein schleichender, aber fataler Prozess der Selbstauflösung.

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