Eine krasse Lebenswende – ist das möglich?

Allen, die denken eine 180-Grad-Kehrtwende zum Guten sei nicht möglich, rate ich, sich mal mit Menschen zu unterhalten, die das persönlich erlebt haben. Ja, es gibt sie: Menschen, die die Einbahnstraße des Bösen verlassen und dann einen guten Weg wählen. Wie kommt es dazu? Oft ist es eine simple Erkenntnis über einen Aspekt im Leben, der einem bis dahin verborgen. Und plötzlich erscheint alles in einem anderen Licht. Oder da ist ein Mensch, dem man nicht länger Kummer bereiten will oder jemand der eine Ermutigung schenkt „Du schaffst das! Ich glaub‘ an dich!“. Bei Saulus, einem viel gefürchteten Verfolger, war es eine Begegnung, die sein Leben auf den Kopf stellte. Er war völlig überzeugt davon, dass es seine Pflicht, diese ketzerischen Jesus-Jünger, auszurotten. Doch während er sie voller Wut verfolgte, begegnete ihm Jesus und stellte ihm die Schlüsselfrage seines Lebens: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“ So wurde aus Saulus Paulus, einer der bedeutendsten Männer der Weltgeschichte. Am Ende seines Lebens sagte er von sich: „Ich habe mehr gearbeitet als alle, aber nicht ich, sondern die Gnade, die mit mir war.“ Vielen Hoffnungslosen wurde er ein Wegweiser aus dem Dunkel. Das soll auch uns ermutigen, weder uns, noch andere, aufzugeben. (Ob)

DIE GEFAHR DER SELBSTZUFRIEDENHEIT

Wenn etwas Gutes in unserem Leben geschieht, d.h. wenn andere durch uns einen Nutzen haben, etwas Lernen, getröstet werden, wenn ihnen durch uns geholfen wird, dann ist das eine wunderbare Sache. Vielleicht war mancher früher ein gnadenloser Egoist, der nur seinen eigenen Vorteil suchte und jetzt ist er durch die Erfahrung, dass er geliebt und angenommen ist ein anderer Mensch geworden, der die Menschen um ihn herum wahrnimmt und sich Gedanken um sie macht. Grund zum Feiern und zur Dankbarkeit. Mitten in diese Freude hinein kommt die Warnung vor Selbstzufriedenheit. Denn wenn wir Frucht bringen, dann ist auch Potenzial vorhanden mehr Frucht zu bringen. Es geht hier aber nicht um die Frucht, sondern darum, dass eine Stagnation im Wachstum eventuell darauf hindeutet, dass irgendeine Krankheit vorhanden ist. Ja, wir dürfen und sollen Positives bejubeln, aber wir sollen nie auf dem erreichten Niveau verharren, sondern uns stets nach mehr ausstrecken. Wachstum ist das einzige Mittel, um unsere Seele lebendig zu halten und vor dem Verfall zu schützen. ob

SCHUSTER, BLEIB BEI DEINEN LEISTEN …!

Ein Problem erkannt zu haben, heißt noch lange nicht, dass man es selber lösen muss. Viele Aufgaben übersteigen unsere Möglichkeiten, Kräfte oder Begabung, trotzdem müssen sie nicht liegenbleiben. In der Geschichte hier brachte ein weiser Rat eine verfahrene Situation meisterlich ins Lot und dies hatte noch weitere positive Auswirkungen. Die Anweisungen der Apostel waren so klug, dass sie nicht mal bei der Einsetzung der Diakone anwesend sein mussten, sondern sich weiter dem Wesentlichen widmen konnten, nämlich dem Wort Gottes (um Gottes Wege besser zu verstehen) und dem Gebet (um mit Gott in Verbindung zu stehen und sich Weisung zu holen).1) Sie bestimmten die Anzahl der Diakone (7), nicht zu wenige, nicht zu viele. 2) Sie stellten sicher, dass diese Männer eine breite Anerkennung fanden. 3) Es musste klar sein, dass sie Gott alleine gehorchen, so dass man sicher sein konnte, dass niemand bevorzugt würde. 4) Sie mussten für ihre Weisheit bekannt sein, d. h. mit schwierigen Situationen besonnen und klug umgehen können. Die Anweisungen der Apostel waren klar, angenehm und zielführend. Zudem wuchsen die 7 Diakone durch die übertragene Verantwortung und alle lernten, wie man gemeinsam Probleme löst. ob

ICH HAB NICHTS GESEHEN …

Eigentlich sind wir ja eher neugierig, aber es gibt Dinge, wo wir lieber nichts Genaueres wissen wollen und bewusst wegschauen. In unserer Geschichte machen zwei religiöse Menschen lieber einen Umweg, damit sie dem, dort am Boden Liegenden nicht zu nahekommen. Könnte ja sein, dass sich ihr Mitleid regt, was sie dann zum Helfen „zwingt“.Ganz anders handelt der ‚Barmherzige Samariter‘. Er geht hin und als er ihn sieht wird er innerlich bewegt. Sein Erbarmen um diesen Menschen lässt ihn erstmal seine Prioritäten neu ordnen. Jetzt müssen alle anderen Termine hintenanstehen. Jetzt geht es darum, diesem Menschen zu helfen. Er sieht klar was zu tun ist: 1) Die Wunden müssen versorgt/desinfiziert werden 2) Der Mann braucht einen geschützten Ort, wo er sich erholen und gesund werden kann. 3) Es wird dauern bis er wieder ganz gesund sein wird, weshalb man sich auch mittelfristig um ihn kümmern muss.So haben viele große Werke ihren Anfang darin, dass Menschen einer Not ins Auge sahen und je mehr sie sich damit beschäftigten, desto mehr wurde ihr Herz berührt. Im Gegensatz dazu, war es in den Herzen der beiden, die den Bogen gemacht hatten, erschreckend dunkler und kälter geworden. ob

DER WURM IST NICHT NUR IM RIZINUS…

Jona ist ein klassisches Beispiel dafür, wenn von Anfang an der Wurm drin ist. Schon zu Beginn seines Auftrages hatte er Bitterkeit im Herzen und das zieht sich durch die ganze Geschichte. Trotz aller Belehrungsversuche von Gott änderte sich Jonas Einstellung nicht. Gott hatte Ninive und dessen Bewohnern vergeben, er war gütig und gnädig zu ihnen, nachdem sie umgekehrt waren. Ganz zum Missmut von Jona, er wollte es nicht und ärgerte sich über die Entscheidung Gottes. Ja, auch im Alten Testament war Gott, entgegen landläufigen Meinungen, ein gnädiger und barmherziger Gott. Während nun Jona in der Hitze schmachtet, lässt Gott ihm einen Rizinusstrauch wachsen. Als Gott ihn aber wieder verdorren lässt, reut es Jona sehr. Hier hakt Gott ein: „Dich reut der Rizinus, den du nicht aufgezogen hast und der jetzt weg ist, aber mir sollte nicht die Stadt am Herzen liegen mit ihren 120.000 Einwohnern?“ Doch Jona wollte diese, so deutliche Lektion von Gott nicht verstehen. Er verbittert noch mehr und sieht nur sein eigenes, im Vergleich „kleines“ Leid. Und dann will er sogar sterben.So veränderte sich trotz Gottes Geduld und gütiger Belehrung nichts an Jonas Herzenshaltung, wie schade. Achten wir darauf, dass in uns kein Wurm drin ist. mk

DIE RETTUNG KOMMT ZUR RICHTIGEN ZEIT!

Jona traf eine mutige Entscheidung zusammen mit den Seeleuten und es wurde ihm zum Segen. Er hatte es gewagt, das Boot zu verlassen und ließ sich ins Ungewisse werfen. Doch Gott schickte Jona einen Wal, der ihn sicher ans Land brachte.Du hast einen Kurswechsel vorgenommen, vielleicht eine neue Arbeitsstelle oder ein Umzug in eine andere Stadt doch hast du nun mehr Schwierigkeiten als vorher. Du bereust deine Entscheidung und fängst an daran zu zweifeln. Doch Rettung kommt manchmal schneller als man denkt. Jona betete in dieser schier ausweglosen Situation und wurde gerettet. Er wurde sicher ans Land gebracht und hatte wieder Boden unter den Füßen. Oft treten große Schwierigkeiten auf in unserem Leben. Du hast dir einen Ratgeber gesucht und all dein Vorhaben gut geplant, doch werden in gerade diesen Schwierigkeiten wahre Diamanten geboren. Unter hohem Druck entsteht etwas Wunderbares. Jetzt heißt es durchhalten und Vertrauen üben und lernen. Die Rettung naht. mk

Was sollen wir jetzt mit dir machen, damit das Meer sich beruhigt und uns verschont?“

Jona befindet sich zusammen mit den Seeleuten an Bord des Schiffes in einer Ausnahmesituation. Jeder von uns kennt solch schwierige Umstände, die scheinbar unüberwindbar sind. Dann neigen wir dazu falsche Entscheidungen zu treffen. Statt nach links zu gehen, laufen wir nach rechts, obwohl wir wissen, dass wir dann in einer Sackgasse enden werden. Gott sei Dank gibt es Menschen um uns herum, die uns als Berater dienen können. Allerdings bedarf es einigen Mutes über Probleme oder anstehende Entscheidungen zu sprechen und es ist wichtig, selbst aktiv zu werden und sich einen Ratgeber zu suchen. Er kann dir in deiner Ratlosigkeit eine wertvolle Hilfe sein, dir neue Perspektiven aufzeigen und dir dabei helfen die richtigen Entscheidungen zu treffen.
In unserem Fall musste sich die „Beratung“ den äußeren Gegebenheiten unterordnen, aber Gott hatte seine Art und Weise seinem Knecht Jona zu helfen. mk

SEI MUTIG, SEI STARK, TUE DAS RICHTIGE!

Kennst du das auch? Du weißt eigentlich genau was zu tun ist und dass ein Kurswechsel in deinem Leben ansteht, aber du findest jede Menge Ausreden. Neben manchen logischen Argumenten, finden sich auch Unsicherheit und Angst oder schlichtweg Null Bock und manches mehr, was du nicht unbedingt jedem erzählen würdest.Jona erging es ähnlich. Er entschied genau das Gegenteil von dem, was Gott, sein Auftraggeber wollte und fuhr in die genau entgegengesetzte Richtung. Er meinte, er könne davonlaufen. Wenn wir unseren Auftrag kennen, aber das Gegenteil davon tun, wird kein Segen auf unserem Handeln liegen. Klar ist es schwierig und ein Wagnis sich aus seiner Komfortzone herauszuwagen, aber später bereuen viele Menschen, dass sie vieles in ihrem Leben nicht getan haben, was sie hätten tun sollen. Rückblickend wünscht sich fast jeder mutiger gewesen zu sein. Wenn du dir einer Sache bewusstgeworden bist und den Drang verspürst es in deinem Leben zu ändern, dann mach es. Eine Kehrtwende bringt sehr viel Positives und Bereicherung in dein Leben. Neue Perspektiven aber auch neue Herausforderungen warten.Zielgerichtete Veränderung bedeutet Wachstum. Bist du bereit nach „Ninive“ zu gehen? mk

ENDE GUT – ALLES GUT!

Würde die Geschichte mit den sieben fetten und den sieben mageren Jahren mit der Rettung von Millionen Menschen enden, sicher würde es noch Jahrzehnte für Gesprächsstoff sorgen. Voller Faszination, aber auch mit einem Schaudern würde das Geschehene von Generation zu Generation weitergetragen werden. Die noch viel gewaltigeren Wunder geschahen durch das Ereignis in der Familie Jakobs. Sie hatten ihn gehasst ihren Bruder Joseph, die elf Söhne Jakobs. Eigentlich wollten sie ihn aus Eifersucht töten, aber schließlich verkauften sie ihn nach Ägypten, aber machten ihren Vater glauben, dass sein Lieblingssohn verunglückt sei. Nun mussten sie sich in der großen Hungersnot dorthin aufmachen, wo es Brot gab. Es ging um ihr blankes Überleben, als sie völlig ahnungslos vor dem zweithöchsten Mann Ägyptens standen und ihn um Essen baten. Was dann geschieht sollte man am besten selber in der Bibel (1. Mose Kapitel 37, sowie 39 bis 45) nachlesen. Hier wird ein eigentlich unüberwindbarer Familienkrieg gelöst. Der Hass, der sich über viele Jahre tief im Innern der Brüder manifestiert hatte, schmolz, so dass sich alle zwölf Brüder schließlich weinend in den Armen lagen. Und dies war das eigentliche Wunder: eine nie für möglich gehaltene Aussöhnung einer zerstrittenen Familie. ob