Stellen wir uns vor, auf meiner Hand leben ein paar Ameisen und unterhalten sich über die Existenz von Ali. Unter den Ameisen sind einige sehr gläubige Ameisen, die sagen: “Ich bin sicher, dass er existiert, ich kann ihn deutlich spüren.” Und da gibt es Ameisen, die da sagen: “Naja, naja, ich weiß ja nicht so recht. Vielleicht ist der gute Alois auch nur eine Illusion.” Nun kommt das Bild an eine erste Grenze. Stellen wir uns vor: Ich liebe diese Ameisen über alles. Ich möchte mit ihnen in Kontakt sein, in ein Gespräch mit ihnen kommen, damit sie lernen, mir zu vertrauen. Ich möchte mich eindeutig mitteilen. Wie könnte ich das anstellen?
Eine erste Möglichkeit: Ich klatsche meine beiden Hände einmal ordentlich zusammen, dann habe ich mich absolut klar und deutlich mitgeteilt, aber es mangelt mir anschließend an Gesprächspartnern.
Eine zweite Möglichkeit: Ich sage einmal laut: “Hallo?”, dann sind die Ameisen wahrscheinlich taub (wie gesagt, das Bild ist etwas banal).
Die dritte Möglichkeit: Ich müsste es irgendwie schaffen, mich in die Welt der Ameisen zu begeben, eine von ihnen werden, damit wir uns auf Augenhöhe begegnen können. Damit ein echtes Gespräch auch überhaupt erst einmal stattfinden kann. Wie gesagt, das Bild hat seine Grenzen und ist zudem etwas platt, aber beschreibt mit seinen Möglichkeiten genau das, was Gott nach christlicher Auffassung getan hat: Gott kommt in Jesus auf unsere Augenhöhe, um das Gespräch mit uns zu eröffnen, weil er sagt:
“Ihr fehlt mir. Ich möchte Kontakt mit euch haben. Ich komme in einer Art und Weise, die ihr verstehen könnt, damit ihr lernt, mir zu vertrauen.”
Was wäre, wenn Gott wirklich so wäre. Wenn er wirklich so wäre, dann kann einem wohl nichts Besseres passieren, als auf dieses Angebot einzugehen.
