Am 28. Juni 1840 gründet der Pädagoge Friedrich Wilhelm August Fröbel den ersten Kindergarten.

Welch ein Unterschied zu heutigen Kindergärten.

“Friedrich Fröbel wächst in einer vom christlichen Glauben gekennzeichneten Familie auf. „Neben dem Verlust der Mutter und der Liebe zur Natur wird Fröbels Kindheit durch die dogmatische christliche Gläubigkeit seines Vaters bestimmt.“Sowohl sein Vater als auch sein Onkel mütterlicherseits, bei dem er einen Teil seiner Kindheit verbrachte, waren Pfarrer bzw. Superintendent.

„Jeder Mensch soll, als aus Gott hervorgegangen, durch Gott bestehend und in Gott lebend, zur Religion Jesu, zur christlichen Religion sich erheben.“ Die Grundlage seiner erzieherischen Vorstellung bildet zwar der christliche Glaube und die Annahme, aller Ursprung gehe von Gott aus, jedoch übernimmt Fröbel nicht die dogmatischen Ansichten seines Vaters. Innerhalb der sich auf den christlichen Glauben gründenden Erziehung sieht er die freie Selbstbestimmung. Für diese gilt, sie in jedem Einzelnen hervorzurufen. „In der guten Erziehung, in dem echten Unterrichte, in der wahren Lehre muß und soll also die Notwendigkeit die Freiheit und das Gesetz die Selbstbestimmung hervorrufen, der Zwang von außen den freien Willen im Innern…“

Vom christlichen Glauben geleitet und dominiert sind Fröbels Werke und Schriften. Immer wieder finden sich Verweise auf Gott und Christus, des Menschen Verhältnis zu Gott und des Menschen Denken und Handeln im Sinne christlichen Glaubens und das Göttliche in der Natur. Fröbel sucht oft nach Vergleichen und Entsprechungen. Das Verhältnis von Gott zu Jesus ist wie das Verhältnis vom Vater zum Sohn; das Verhältnis der Natur zu Gott ist wie das Verhältnis eines Kunstwerkes zu seinem Künstler; wie in der Kunstwelt der menschliche Geist sich ausdrückt, so erscheint in der Natur unsichtbar Gottes Geist und Gottes Reich.

Schon Kinder (der Knabe) seien auf der Suche nach etwas, hätten einen sehnenden Sinn. Dies sei das Sehnen, das Suchen nach dem Einenden, nach der Einheit, dem Grund aller Dinge und auch die Suche nach sich selbst in allen Dingen. „Es zieht ja auch, wie schon angedeutet, ein tiefer, ahnender, sehnender Sinn in des Knaben Gemüte durch alles hindurch, was er in dem Zeitraume tut, durch alles ein tiefer bedeutungsvoller Sinn; alles sein Tun hat einen gemeinsamen Charakter; denn er sucht ja die alle Dinge und Wesen einende Einheit und so auch sich in und unter allen Dingen zu finden.“ Unbewusst würde er daher zur Natur geleitet, zu den Dingen der Natur, da in ihnen ja das alles Einende liege. Er könne nur sich selbst finden, indem er den Grund aller Dinge gefunden habe. „Der Knabe in seiner Reife findet einzig auch nur darin Befriedigung, ihn, den in unerklärlichem Sehnen und Suchen Geahneten gefunden zu haben, weil er nur dann auch sich selbst erst gefunden hat.“

Das kleine Kind habe religiöses Empfinden, das durch Naturerleben unterstützt werden könne. Religion soll nicht anerzogen werden, „sondern sie baut auf der Tatsache des in jedem Menschen angelegten Suchens nach religiöser Wahrheit auf.“ Es soll ein Appell an das Gemüt des Kindes sein und Jesus dem Kind als der reinste und höchste Kinderfreund gezeigt werden. Geeignete Kinderlieder dienen der Unterstützung des religiösen Gemüts-, Lebens- und Geistesverhältnisses.

Neben religiösen Einflüssen zeigt Friedrich Fröbels Gedankenwelt deutlich Aspekte der Romantik. Die Natur und das Naturerleben spielen immer wieder eine große Rolle. Verschiedene Schriftsteller der Romantik haben Fröbel beeindruckt und beeinflusst. Besonders ergriffen und erregt haben sollen ihn die Fragmente von Novalis. In den Schriften von Novalis findet sich das Göttliche, der Geist Gottes im Menschen: „Unter Menschen muß man Gott suchen. In den menschlichen Begebenheiten, in menschlichen Gedanken und Empfindungen offenbart sich der Geist des Himmels am hellsten.“ Auch Gedanken, die das Ganze, die Einheit im Menschen und in allen Dingen ansprechen, sind zu erkennen: „In unserm Gemüth ist alles auf die eigenste, gefälligste und lebendigste Weise verknüpft […] und man kann sagen daß jeder Gedanke, jede Erscheinung unsers Gemüths das individuellste Glied eines durchaus eigenthümlichen Ganzen ist.“ grin.com/document/295011

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