Du Jude! Du Opfer! Du Feind!

„Ein Beispiel: Vor anderthalb Jahren flogen bei einem Stadtteilfest in Hannover Steine gegen eine israelische Tanzgruppe. Dazu gab es Juden-raus-Rufe. Die Täter: mehr als ein Dutzend Kinder und Jugendliche im Alter zwischen neun und 15 Jahren mit Migrationshintergrund, wie es in schönem Amtsdeutsch heißt. So früh kann Hass beginnen. Eine alarmierende, eine beängstigende Erfahrung.Allerdings verschließen immer noch viele Multikulti-Fans ihre Augen vor dem Offensichtlichen, wollen nicht wahrhaben, was Realität ist. Abwiegeln, schönreden, wegschauen – all diese Ausflüchte schaden, wenn es gilt, sich des drängenden Problems endlich ernsthaft anzunehmen. Es ist eben kein unüberwindlich großer Schritt vom Ruf „Du Jude, du Opfer“ zum Ausüben von Gewalt. Sich dies einzugestehen, heißt nicht, alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen. Doch mit den ewig gleichlautenden Hinweisen und hilflos wirkenden Erklärungsversuchen – Bildungsferne, sozialer Brennpunkt, bedrückende Verhältnisse – unterschätzt man die Gefahr, die von der Judenfeindschaft bei Muslimen ausgeht.“ www.theeuropean.de/christ…ntisemitismusbericht-2012

Man kann sagen:“Es ist eben kein unüberwindlich großer Schritt vom Ruf „Du Jude, du Opfer“ zum Ausüben von Gewalt.”, so sage ich: Eben die selben Leute, die so etwas rufen, rufen auch “Du Christ,du Schweinefleischfresser, du Opfer” oder “Du Deutscher, du Opfer”. Kurz, der hier zu Tage tretende Antisemitismus ist nur eine Facette eines weitgreifenderen Problems kulturell-sozialer Ghettoisierung.

„In seinem Buch schreibt der Theologe Thomas Schirrmacher von „drei Arten des Rassismus, die international am verbreitetsten sind und jeweils über viele Jahrhunderte verfolgt werden können“. Sie richteten sich gegen „Schwarze“, Juden und „Zigeuner“, also die Sinti und Roma. Schirrmacher stellt fest, dass es schlicht unsinnig ist, von „rassischen Unterschieden“ zu sprechen. „Dass man in Mitteleuropa nach dem ‚Rassengemisch’ im römischen Weltreich, den anschliessenden Völkerwanderungen, Eroberungszügen aus allen Himmelsrichtungen, dem Einfall asiatischer Reitertruppen und der Zuwanderung aus aller Welt überhaupt von irgendeiner Rasse sprechen will, die seit Jahrtausenden stabil ist, kann nur damit erklärt werden, dass der Wunsch Vater des Gedankens ist.“ Studien an Y-Chromosomen legten nahe, dass die Völker Europas keinen feststellbaren Ursprung haben, sondern auf immer neue Einwanderungswellen aus verschiedenen geografischen Richtungen zurückgehen.“

Thomas Schirrmacher
Rassismus – Alte Vorurteile und neue Erkenntnisse
128 Seiten, Paperback
SCM Hänssler: Holzgerlingen, 2009
978-3-7751-4999-0  www.soulbooks.de

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