Ein Augenzeuge vor Ort: Wie ist die Lage im jetzigen Iran?

Der Iran ist den restlichen Ländern des Nahen Ostens um etwa 30 Jahre voraus. Als die Revolution stattfand, haben die Menschen gedacht, dass mit der islamischen Herrschaft alles besser wird. Sie haben an eine islamische Utopie geglaubt. Aber mit den Jahren kam die Enttäuschung, nun geht es ihnen sogar schlechter als zuvor. Sie haben alles verloren und sagen sich nun, dass der Islam nicht die Antwort sein kann. Sie lehnen den Islam inzwischen von ganzem Herzen ab, weil sie sein wahres Gesicht kennengelernt haben. In den arabischen Ländern hoffen sie noch auf diese Revolution, diese islamische Utopie. Sie haben, im Gegensatz zu den Iranern, noch nicht verstanden, dass der Islam nicht die Lösung ist. Es gibt wirklich viele Iraner, die Träume und Visionen haben, in denen ihnen Jesus Christus begegnet! Ich wurde einmal zu einem Mann in einer Stadt gerufen, dem etwas ganz und gar Verrücktes passiert war. Er erzählte mir, dass eines Tages ein in weiß gekleideter Mann mit Bart an seine Tür klopfte. Als er ihm öffnete, sagte dieser Mann ihm, er solle Folgendes aufschreiben: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ Er zeigte mir sein Notizbuch und da stand wortwörtlich das gesamte Johannesevangelium drin! Das hat mich echt umgehauen. Jesus wirkt gerade ganz besonders im Iran. Warum? Weil hier alle Sprachen des Nahen und Mittleren Ostens gesprochen werden. Im Iran leben Assyrer, Armenier, Araber, Afghanen, Paschtunen, Türken, Turkmenen … Wenn Iraner zum Glauben kommen, dann bedeutet das, dass die gesamte Region zum Glauben kommen wird. Denn wenn die Türken Christen werden, gehen sie anschließend zurück in ihr Heimatland – ebenso wie die Afghanen, die im Iran Christen werden. Auch die Juden. Ich glaube, das ist der Grund, warum Gott den Iran als strategisch wichtigen Punkt nutzt.

Im Iran herrscht Chaos. Die Menschen randalieren, sie sind verärgert und hoffnungslos. Die US-Sanktionen gegen das Land waren verheerend, man muss im Grunde genommen ein ganzes Bündel Bargeld in die Hand nehmen, um Fleisch, Käse oder Obst zu kaufen. Die Menschen kommen nur noch aus ihren Häusern, weil sie essen müssen. Sie müssen etwas essen, also gehen sie zur Arbeit. Aber sie sind total deprimiert. Alle stehen unter Druck und haben Angst vor der Zukunft. Aber diese wirtschaftlichen, sozialen, politischen und religiösen Unruhen sind gerade der perfekte Moment für die Botschaft von Jesus Christus.

In Zeiten von Chaos und Verzweiflung fangen die Menschen an, nachzudenken, weil das, was sie für wichtig hielten, plötzlich nicht mehr wichtig ist. Sie haben zum Beispiel erlebt, dass materielle Dinge mit einer einzigen Entscheidung über Nacht ihren Wert verlieren – ohne dass sie die Kontrolle darüber gehabt hätten. Dann fragen sie sich: Was hat überhaupt einen Wert? Wozu lebe ich noch? Warum hat Gott mich überhaupt erschaffen?
Eigentlich ist es gerade eine der „schönsten“ Zeiten. Seit vielen Jahren diene ich nun im Iran und ich kann sagen, dass sich gerade viel verändert. Gott ist wirklich mächtig am Wirken.

Uns begegnete beispielsweise ein Mann, der weinte. Wir fragten ihn: “Warum weinst du?” Er sagte: “Weil ich und meine Tochter Epilepsie haben.“ Er war beim Imam-Reza-Schrein gewesen; das ist ein Schrein im Iran, an dem man angeblich geheilt werden kann. Die Menschen, die dort hingehen, essen, schlafen und duschen – kurz: Sie leben im Grunde genommen dort. Sie lassen sich buchstäblich mit einem Seil an den Schrein fesseln, um auf Heilung zu warten. Dieser Mann hatte acht Jahre dort verbracht. Aber nichts war passiert. Dann kam er in die Hauptstadt Teheran, wo die medizinische Versorgung etwas besser ist, aber auch hier konnte man ihm nicht helfen. Inzwischen hatte seine Tochter sogar schon Anfälle im Schlaf. Einer meiner Mitarbeiter sagte zu ihm: „Weißt du was? Gott wird dir und deinem Kind den besten Schlaf eures Lebens schenken!“ Dann betete er ein ganz einfaches Gebet. „Herr, bitte – lass diesen Mann und seine Tochter so gut schlafen wie noch nie zuvor.“ In der darauffolgenden Woche kam der Mann wieder und bat: „Bitte, erzählt mir mehr von diesem Gott! Wer ist dieser Gott? Es war ein so einfaches Gebet! Ich und meine Tochter hatten den besten Schlaf aller Zeiten.“ Auf diese Art und Weise führen wir die Menschen zu Jesus.

Christenverfolgung im Iran
LÄNDERINFO

CHRISTENVERFOLGUNG IM IRAN

Die Islamische Revolution von 1979 unter der Führung von Ayatollah Khomeini führte zur Gründung einer Theokratie im Iran: Seit mehr als 40 Jahren ist er somit die einzige Nation der Welt, deren offizielle Staatsreligion der schiitische Islam ist. Das Land setzt sich aktiv für die Ausweitung des schiitischen Islam ein, indem es beispielsweise islamistische Terrororganisationen in Syrien und im Libanon unterstützt. Armut, Arbeitslosigkeit und Unterdrückung seitens der Regierung haben dazu geführt, dass viele Iraner frustriert und vom Islam enttäuscht sind. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Anzahl von Menschen, die unter Depressionen leiden, extrem angestiegen – ebenso die Selbstmordrate und der Drogenmissbrauch. Das berichtet das christliche Werk Heart4Iran. Diese Verzweiflung hat aber auch Türen für das Evangelium geöffnet, das über Satellitenfernsehen und Internet in das Land gelangt. Immer mehr Iraner werden Christen. Diese Konvertiten versammeln sich heimlich in ihren Häusern und bekommen über christliche Medien, die in das Land geschmuggelt werden, oder auch Satelliten-Fernseh­programme biblische Unterweisung im Glauben, da es nur wenige Bibeln im Land gibt und es verboten ist, sie zu importieren oder im Land drucken zu lassen. Die iranische Regierung ist eines der am stärksten unterdrückendsten Regime weltweit; es hat ein Netzwerk von Informanten in jeder Stadt. Vom Islam zum Christentum überzutreten ist verboten. Vor allem Christen mit muslimischem Hintergrund stehen ständig in der Gefahr, verhaftet und wegen des “Vorgehens gegen die nationale Sicherheit” angeklagt zu werden. Sie werden nicht selten von ihren Arbeitgebern entlassen und – einmal als Christen bekannt – ist es schwierig für sie, wieder einen neuen Job zu finden. Oft werden sie auch aus ihren Mietwohnungen vertrieben. Christliche Leiter und Pastoren kommen oft ins Gefängnis und ihre Familien werden schikaniert. Einigen bleibt keine andere Wahl, als aus dem Land zu fliehen. https://www.verfolgte-christen.org/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.