“Schillernd nennt man eine Person, von der man nicht weiß, ob man sie bewundern oder aufgrund ihres Charakters ablehnen soll. James Watson war zeit seines Lebens eine schillernde Figur: Molekularbiologe, Nobelpreisträger, gefeiertes Genie, der sich gern als Zausel inszenierte und sein Umfeld mehr als einmal irritierte, weil er genau das sagte, was er dachte.” Tagesspiegel
Es war der 28. Februar 1953, als Francis Crick in einen Pub im englischen Cambridge marschierte und die dortigen Biertrinker mit seinem angeberischen Gerede amüsierte. Er und sein Freund hätten gerade “das Geheimnis des Lebens entdeckt”, verkündete der 36-Jährige selbstbewusst.
Was die anderen Pub-Besucher für einen guten Witz hielten, entpuppte sich im Nachhinein als die reine Wahrheit: Der britische Biologe und sein 24-jähriger US-Kollege James Watson hatten unmittelbar zuvor in ihrem Labor die Doppelhelix-Struktur der DNA entdeckt – jenes Molekül, das die Erbinformation aller Organismen trägt.
So bedeutend diese Erkenntnis auch war, zunächst ging sie fast unter. Schliesslich gab es 1953 genug andere Ereignisse, die die Menschen in ihren Bann schlugen: Stalin starb, Elizabeth II. wurde zur Königin gekrönt, der erste Mensch bezwang den Mont Everest. Die Doppelhelix erschien da nicht so wichtig. Erst im Laufe der Zeit wurde die Dimension deutlich. Denn Crick und Watson beschrieben nicht nur die Struktur des DNA-Moleküls. Sie erkannten auch, dass das Geheimnis der Vererbung in der Trennung der sich umschlingenden Stränge steckt, von denen die Natur dann identische Kopien herstellt. Die Doppelhelix ist inzwischen zum grafischen Symbol des Lebens geworden.
Die Bedeutung der Entdeckung umschrieb Watson einmal so: “Wir dachten immer, unser Schicksal steht in den Sternen. Nun aber wissen wir, dass unser Schicksal in unseren Genen bestimmt ist.” Das Wissen über die in der DNA versteckten Gene hat sich in den vergangenen Jahren enorm vergrössert. Die Diskussion über Fluch oder Segen der Gentechnik wird nicht mehr nur unter Wissenschaftlern geführt, sie beschäftigt jeden Einzelnen.
Dabei ist die Genforschung mit vielen Ängsten behaftet. So oder so wird es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis der erste Mensch geklont ist. Die Raelianer-Sekte will dieses Tabu sogar schon gebrochen haben, auch wenn es dafür bisher keinen Beleg gibt. Die Genforschung allerdings hat auch sehr viel Gutes gebracht. So können etwa Erbkrankheiten heute genauer beschrieben werden, was immer den ersten Schritt zur Heilung bedeutet. Und unabhängig von den medizinischen Hoffnungen hat die Entschlüsselung der DNA allen Rassisten den Wind aus den Segeln genommen. Denn die Genom-Analyse hat gezeigt, dass alle Milliarden Menschen auf der Welt von wenigen kosmetischen Unterschieden abgesehen gleich sind: Genetisch stimmen wir zu 99,9 Prozent überein.
Voraussetzung für all diese Erkenntnisse war die Entdeckung der DNA-Struktur durch Crick und Watson. Dafür erhielten sie und ihr Mitarbeiter Maurice Wilkins 1962 den Nobelpreis für Medizin. Dabei wurde nach Ansicht vieler Wissenschaftler allerdings der Beitrag einer Frau unterschlagen: Rosalind Franklin. Sie bearbeitete seit Beginn der 50er Jahre in London kristalline DNA mit Röntgenstrahlen und erschloss daraus deren dreidimensionale Gestalt. Doch in der männerdominierten Wissenschaftler-Szene wurde ihr Anteil an der Entdeckung der DNA-Struktur unterschlagen. Im Alter von 37 Jahren starb sie an Krebs – ohne die ihr gebührende wissenschaftliche Anerkennung. Quelle: pte online
„Und die Schlange sprach zu der Frau: Ihr werdet durchaus nicht sterben, sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses.“ (1. Mo 3,4.5)
Es war von jeher das Bestreben des Menschen, sein zu wollen wie Gott. Bereits im Garten Eden gaukelte Satan, die listige Schlange, dem Menschen vor, dass er sein würde wie Gott, wenn er von der verbotenen Frucht essen würde. Eva ließ sich von der Schlange verführen, aß von der Frucht und gab davon auch ihrem Mann. Die Folge war, dass der Mensch sterblich wurde und schließlich den Garten Eden verlassen musste.
Bis heute ist es eine überaus schlimme Sünde in den Augen Gottes, wenn eines seiner Geschöpfe den Platz verlässt, den Gott ihm in seiner Schöpfungsordnung gegeben hat. Auch heute strebt der Mensch mit allen Mitteln danach, den Platz zu verlassen, den Gott ihm gegeben hat. Und das sowohl in „vertikaler“ Richtung, indem er sich anmaßt, schalten und walten zu können wie Gott, als auch in „horizontaler“ Richtung, indem er den Platz, den Gott für Mann und Frau bestimmt hat, völlig missachtet und sogar meint, über sein eigenes Geschlecht selbst entscheiden zu können.
Im Garten Eden wird uns das böse Ansinnen des Menschen, sein zu wollen wie Gott, bereits im Keim vorgestellt. Doch die Schrift zeigt weitere Beispiele:
Satan selbst wollte sein wie Gott. Er erhob sich in seinem Herzen und wollte in den Himmel hinaufsteigen, um sich Gott gleichzumachen. Doch Gott antwortete mit Gericht und besiegelte sein endgültiges Los (Jes 14,13–15; Hes 28,14–19).
Nicht lange nach der Sintflut beschlossen die Menschen in Babel, eine Stadt und einen Turm zu bauen, dessen Spitze an den Himmel reichen sollte. Doch der Herr fuhr herab und verwirrte ihre Sprache, sodass sie einander nicht mehr verstanden und sich über die ganze Erde zerstreuten (1. Mo 11,4–9).
Als das Volk König Herodes göttliche Verehrung entgegenbrachte und dieser sie bereitwillig annahm, „schlug ihn ein Engel des Herrn dafür, dass er nicht Gott die Ehre gab; und von Würmern zerfressen, verschied er“ (Apg 12,21–23).
Der Antichrist wird sich in der Zukunft einmal über alles erhöhen, was Gott heißt oder verehrungswürdig ist. Er wird sich sogar in den Tempel setzen und sich selbst darstellen, dass er Gott sei. Doch der Herr Jesus wird ihn durch den Hauch seines Mundes verzehren (2. Thes 2,3.4.8).
Nehmen wir mit Dankbarkeit den Platz ein, den Gott uns gegeben hat, und üben wir in Treue den Dienst aus, den Er uns zugewiesen hat?
Daniel Melui/Bibelstudium.de
