Heute ist das Fest der „Heiligen drei Könige“. Drei Worte – drei Irrtümer.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte der Heiligen Drei Könige, die das Jesuskind besuchen. Aber wenn man sich den entsprechenden biblischen Bericht ansieht (Matthäus 2,1–12), kommt man ins Grübeln. Der geneigte Leser stellt fest, dass das mit den Heiligen Drei Könige überhaupt nicht hinkommt. Denn:

  • Der biblische Bericht sagt nicht, dass die Männer heilig waren.
  • Der biblische Bericht sagt nicht, dass es drei Männer waren.
  • Der biblische Bericht sagt nicht, dass es Könige waren.

In Matthäus 2,1 ist einfach von Magiern (orientalische Sternkundige und Priester) die Rede.

Der Tag, den man mit den vermeintlichen Königen verbindet, ist der 6. Januar. Abgesehen davon, dass der biblische Bericht eher nicht zur Winterzeit passt, ist es doch unwahrscheinlich, dass die Magier gut 10 Tage (wenn man von dem 24.12. als Geburtsdatum ausgeht) nach der Geburt Jesu schon an der Krippe standen. Denn nachdem Herodos erkannte, dass er von den Magiern hintergangen worden war, ließ er alle Jungs unter zwei Jahren (!) in Bethlehem und Umgebung ermorden (Matthäus 2,16). Er hätte das Alter in diesem Fall bestimmt nicht so hoch angesetzt, wenn Jesus zu diesem Zeitpunkt noch ein Neugeborener gewesen wäre.

Traditionen sind manchmal erstaunlich unzuverlässig. Gottes Wort aber ist erstaunlich zuverlässig!

Gerrid Setzer

Aus dem Evangelium nach Matthäus – Mt 2,1-12.

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalemund fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem.Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle.Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten:Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war.Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Kommentare

  1. Hans

    Übrigens, aus dem Lukasevangelium wissen wir, dass Jesus am achten Tag in Jerusalem beschnitten wurde, da wusste Herodes noch nichts von dem neuen König, also ist einige Zeit noch ins Land gezogen bis die Magier über den Umweg über Jerusalem, in Nazareth Jesus gefunden haben, ich glaube nicht, dass diese dann immer noch Jesus im Stall und in einer Futterkrippe angetroffen haben.

    • Herr S.

      .
      Da haben Sie recht. Im Matthäus-Evangelium ist ja auch von einem Haus in Bethlehem die Rede, über dem der Stern stand und in das die Weißen hineingingen.
      Heinrich Heines Gedicht ist ja auch in gewisser Weise satirisch und nicht biblisch korrekt.

    • Herr S.

      .
      Tja Hans,
      ich kann ja die Kritik von Gerrid Setzer und Ihnen nachvollziehen und hatte allerdings hier biblisch belegt zu argumentieren versucht, warum doch die 3 Worte, an denen sich Herr Setzer stößt, mit einer gewissen Begründung und Berechtigung m.E. verwendet werden können.

      Leider wurde mein Kommentar vom Hausherrn ali gelöscht, ehe Sie und andere ihn lesen und Ihrerseits darauf ggf. sachlich eingehen konnten.

      Ich finde solches wiederholt erlebtes Vorgehen gegen meine Postings eigentlich schade.
      Mir geht es hiernach keinesfalls etwa um Provokation sondern ich wäre durchaus an sachlicher Auseinandersetzung interessiert.

      Daraus kann man eigentlich nur lernen.

      Aber gut – ich habe jedenfalls erst einmal keine Lust mehr, meine zu Herrn Setzers Artikel etwas differenziert-kontroverseren Gedanken hier nochmals vorzustellen und darzulegen.

  2. Herr S.

    .
    Heinrich Heine

    Die Heil’gen Drei Könige aus Morgenland

     

    Die Heil’gen Drei Könige aus Morgenland,

    Sie frugen in jedem Städtchen:

    “Wo geht der Weg nach Bethlehem,

    Ihr lieben Buben und Mädchen?”

     

    Die Jungen und Alten, sie wußten es nicht,

    Die Könige zogen weiter;

    Sie folgten einem goldenen Stern,

    Der leuchtete lieblich und heiter.

     

    Der Stern blieb stehn über Josephs Haus,

    Da sind sie hineingegangen;

    Das Öchslein brüllte, das Kindlein schrie,

    Die Heil’gen Drei Könige sangen.

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