Heute vor 59 Jahren, am 20. Juni 1966, ist Pastor Wilhelm Busch gestorben. 

Wilhelm Busch ist noch immer einer der bekanntesten deutschen Verkündiger des Evangeliums – und das, obwohl er schon vor 59 Jahren gestorben ist. Seine Bücher – oft Abdrucke seiner Vorträge – werden nach wie vor aufgelegt, insbesondere das Buch Jesus unser Schicksal, das in über 2 Millionen Exemplaren verbreitet und in mindestens 36 Sprachen übersetzt worden ist. So dürfte es an der Zeit sein, sich einmal mit Wilhelm Busch zu beschäftigen, zumal wir in Bezug auf Nachfolge und Standhaftigkeit viel von ihm lernen können und auch seine Rolle im Nationalsozialismus bedenkenswert ist.

Wilhelm Busch wurde am 27. März 1897 in Elberfeld geboren und starb am 20. Juni 1966 in Lübeck auf der Rückreise von einem Evangelisationseinsatz. Sein älterer Bruder war Johannes Busch (vgl. meine Rezension der Biographie über ihn von Wilhelm Busch auf www.jochenklein.de).

Busch wuchs in Frankfurt am Main auf. Seine geistlichen Wurzeln lagen über den Vater Pfarrer Dr. Wilhelm Busch im Baseler und im rheinischen Pietismus und über die Mutter Johanna geb. Kullen im schwäbischen Pietismus. Als begeisterter Kriegsfreiwilliger zog er in den Ersten Weltkrieg, wurde dort Offizier und lebte das leichtfertige Soldatenleben, bis es vor Verdun zu einer Umkehr zu Christus kam. Ein Bombensplitter riss seinen Freund, einen jungen Leutnant, mitten aus einem Gespräch mit Busch in den Tod. Dieser begriff: Wenn der Bombensplitter ihn getroffen hätte, hätte er nicht vor Gottes Gericht bestehen können und wäre verloren gewesen. Er suchte Rat bei einem Militärpfarrer, der ihm zwar etwas vom Kampf fürs Vaterland erzählen konnte, nicht aber, wie man Frieden mit Gott bekommt. Erst nach Wochen fand Busch in der Bibel die Antwort (1. Tim 1,15). So kam sein Leben auf eine neue Bahn und er verwarf den ursprünglichen Plan, Kunstgeschichte zu studieren. Nach Ende des Krieges brach auch seine nationale Begeisterung zusammen. Fortan widmete er sich ganz dem Ziel, das Evangelium zu predigen.

Im Anschluss an sein Theologiestudium war er von 1924 an 38 Jahre lang Pfarrer in Essen/Ruhr, zuerst in einer Bergarbeitergemeinde, dann ab 1930 Jugendpfarrer und in diesem Zusammenhang Leiter des Weigle-Hauses.

Im Ringen um die unverfälschte Wahrheit des biblischen Evangeliums und um die Freiheit evangelischer Jugendarbeit wurde Busch ein kompromissloser Vorkämpfer der Bekennenden Kirche während des Dritten Reiches. In diesem Zusammenhang kam es zu vielen Konflikten mit den Nationalsozialisten. Busch wurde mehrmals inhaftiert und bekam Reichsredeverbot.

Vielleicht greifen wir dann ja auch zu einen Buch von ihm oder hören die eine oder andere Predigt (auf www.sermon-online.de). Sicher wird dies zu unserem Nutzen sein.

Jochen Klein https://jochenklein.de/

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