Wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, Krieg mit ihnen führen und wird sie überwinden und sie töten. Offenbarung 11,7Ein Missionar befand sich in großer Gefahr. Als er in einem Brief las, wie andere sich um ihn sorgten, schrieb er beschwichtigend zurück: „Keine Angst! Wir Christen sind unsterblich, bis wir unseren Auftrag erfüllt haben!“
Slawa Grinj ist Missionar des Missionsbundes Licht im Osten und hat 12 Jahre lang den Tschuktschen die Botschaft von Jesus Christus gebracht. Die Tschuktschen sind ein kleines Volk, das im äußersten Nordosten Russlands lebt, nicht sehr weit weg vom Nordpol. Eines Tages hatte Slawa ein besoneres Erlebnis: Es war bitterkalt. Wir waren mit unserem Jeep über das zugefrorene Meer zur Insel Ajon gefahren. Wie hatte sich die kleine Gemeinde von Christen dort gefreut, als wir angekommen waren! Endlich wieder gemeinsam Gottesdienst feiern, danach noch bei heißem Tee zusammensitzen und über Jesus und das Leben sprechen. Bei uns hier im Winter ist es sehr kalt, dass man den Motor vom Auto ständig laufen lassen muss, wenn man keine Garage hat, sonst springt der Motor nachher nicht mehr an. So war der Motor unseres Jeeps den ganzen Tag gelaufen, als wir beisammen waren. Nun war es Zeit, wieder heimzufahren. Wir verabschiedeten uns und fuhren fröhlich los. Aber mitten auf dem Weg brach ein Schneesturm los. Der eisige Wind fegte so heftig über die Eis- und Schneewüste, dass die Straße bald zugeweht und nicht mehr zu sehen war. Mein Blick fiel auf die Tankanzeige: Oh Schreck, der Tank war fast leer! Auch das noch! Wir sahen den Weg nicht mehr und hatten fast keinen Sprit mehr. Ich sagte zu meinen Begleitern: “Lasst uns beten, jetzt muss unser Herr eingreifen!” So beteten wir gemeinsam und baten den Herrn um seine Hilfe. Vorsichtig fuhr ich weiter, bald würden wir den restlichen Diesel verbraucht haben dann würde der Motor ausgehen, wir hätten keine Heizung mehr und müssten jämmerlich erfrieren. Also weiterfahren; vielleicht würde ich die Spur ja wiederfinden. Inzwischen war die Tankanzeige ganz bei Null angekommen, die Warnleuchte brannte schon lange. Jeden Moment musste Schluss sein.Was war denn das da vorne auf einmal? Da tauchte im Schneesturm etwas Schwarzes auf. Ich fuhr nahe heran. Was man da so durchs verschneite Fenster sehen konnte, sah aus wie ein Fass für Benzin oder Diesel. Ich traute meinen Augen nicht. Ich stieg aus und stapfte zu diesem Etwas und tatsächlich: Es musste ein Fass mit Treibstoff sein. Ich suchte den Deckel, schraubte ihn auf und roch daran: Diesel!Richtiger Diesel, genau das, was mein Jeep jetzt brauchte! Und dann lag das große, schwere Fass auch noch etwas erhöht und außerdem schräg in einem Schneehaufen, so dass man da ein Stück Schlauch hineinstecken konnte und das andere Ende des Schlauchs in den Tank meines Jeeps, damit der Diesel aus dem Fass in den Tank laufen konnte. Wir lobten und dankten unserem Gott für dieses unglaubliche Wunder. Wir lachten und hatten dabei Tränen in den Augen. Dann fuhren wir weiter. Bald fanden wir auch wieder eine Spur und gelangten schließlich nach Hause.Wie staunte unsere Familie, als sie hörte, was wir erlebt hatten, während sie für uns betete.In den nächsten Tagen fuhr ich zu den verschiedenen Firmen und Werkstätten in unserer Stadt, um herauszufinden, wer dieses Fass unterwegs verloren hat. Ich wollte doch den Sprit bezahlen, den ich mir in meiner Notlage hatte “ausleihen” müssen, aber niemand wusste etwas von einem verlorenen Dieselfass, keiner vermisste es. So konnte ich noch einmal staunen: Gott hatte auf unerklärliche, wunderbare Weise dieses Dieselfass für uns dort mitten in die Schnee- und Eiswüste gelegt. Wie er das gemacht hat, weiß ich nicht. Aber eines weiß ich: Wir haben einen wunderbaren, großen, lebendigen Vater im Himmel. Der sorgt für seine Kinder, die für ihn unterwegs sind, um anderen von seiner Liebe weiterzusagen. Nacherzählt von Johannes Lange
