Nach dem Sturz des Assad-Regimes jubeln viele Syrer. Noch!

Hoffentlich wurde hier, um ein Bibelzitat zu gebrauchen, nicht der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Aber wahrscheinlich schon. Man wir ja sehen, wer nächstens in diesem „befreiten“ Syrien verfolgt wird. Wer die Geschichte dieser Länder studiert hat, kann kaum annehmen, dass nunmehr der ewige Friede dort Einzug gehalten hat. Es wird nicht lange dauern und es geht wieder los, vermutlich wie vorher schon jeder gegen jeden. Zu groß die Zahl der verfeindeten Gruppen und Grüppchen und ob Israel zuschaut, wie Erdogan die Grenze seines osmanischen Traumes an die Grenze Israels verlegt, bleibt auch fraglich. In der arabischen Welt scheint es überwiegend.3 Modelle politischer Verfasstheit zu geben: 1. Säkulare Despotie (Saddam Hussein, Assad), 2. religiöse Diktatur (Saudi-Arabien, Iran), 3. bürgerkriegsähnliches Chaos. Fall 3 tritt ein, wenn Modell 2 oder 3 gestürzt wurden, so wie im Irak und Libyen und nun in Syrien. Assad war sicher ein grausamer Despot. Aber immerhin hat er die dortigen Christen toleriert. Dieser Zustand dürfte jetzt beendet sein. Darüber werden sich die Öffentlich-Lächerlichen sicher genau so freuen. Wir beten für die Christen.

Kommentar

  1. Martin Koch

    Rein geschichtlich gesehen haben die Länder des nahen Ostens nicht das erlebt, was Europa gebildet und gestaltet hatte. Nämlich nach dem Zerfall des römischen Reiches und nach den Völkerwanderungen die Bildung von Nationen. Die den Stammes- und Familienverbänden übergeordneten Herrschaftsverhältnisse, begründeten auch im Einzelnen eine neue Identität, weniger durch Herkunft und Geografie, sondern durch Sprache, Gesetzgebung und einem gemeinsamen moralischem Kodex. Man empfand sich nicht mehr allein als Mitglied, sei es Sohn, oder Tochter, Onkel bei oder vom…, sondern als Deutscher, Franzose, Russe, etc… Dieses übergeordnete Gemeinschaftserlebnis kennt man im nahen Osten, und auch sonstwo nicht.

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