Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.

 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen. Matth. 7,21ff

Ein Zeugnis von Tobias M. aus Österreich:

Ich war ein engagierter Christ. Zumindest dachte ich das. Ich wuchs in einer freikirchlichen Gemeinde auf, die viel Wert auf Gemeinschaft, Lobpreis und Toleranz legte. Man arbeitete mit allen möglichen Kirchen zusammen – katholisch, evangelisch, charismatisch – Hauptsache, wir hatten „Jesus“ irgendwo im Programm.

Ich war Lobpreisleiter, nahm an Konferenzen teil und war auch bei mehreren großen ökumenischen Events mit dabei, darunter auch bei einer europaweiten Jugendbewegung, die Einheit unter Christen fördern wollte.

Aber je mehr ich mich einbrachte, desto leerer wurde ich. Ich merkte: Wir redeten viel über Jesus, aber kaum jemand kannte sein Wort wirklich. Die Bibel wurde oft symbolisch gedeutet, unangenehme Themen wie Sünde, Gericht, Umkehr oder Heiligung wurden vermieden oder als „gesetzlich“ abgestempelt.

Ein Wendepunkt kam, als ich mit einem älteren Christen ins Gespräch kam, der mir sehr direkt sagte:

„Du kennst Lieder über Jesus, aber nicht das Evangelium.“

Das traf mich tief. Ich begann daraufhin, das Neue Testament systematisch zu lesen – ohne Lobpreismusik, ohne Auslegung, einfach nur die Bibel. Und plötzlich war alles anders.

Ich las, dass Jesus nicht für religiöse Programme gestorben ist, sondern um Sünder zu retten.

Ich las, dass wahre Nachfolge bedeutet, sich selbst zu verleugnen.

Ich las, dass die Apostel keine Kompromisse machten mit falscher Lehre – auch nicht im Namen der Einheit.

Ich konnte nicht mehr mit gutem Gewissen Teil der ökumenischen Bewegung sein. Ich sah, dass nicht alle, die „Jesus“ sagen, wirklich dem biblischen Christus folgen.

Ich zog mich aus allen offiziellen Diensten zurück und suchte Brüder und Schwestern, die kompromisslos am Wort Gottes festhalten. Es war ein harter Weg – viele warfen mir Intoleranz vor – aber ich habe den Frieden Gottes gefunden, den ich früher nur gesungen, aber nie erlebt hatte.

Heute diene ich in einer kleinen, bibeltreuen Gemeinde, wo Gottes Wort noch höchste Autorität hat. Und ich kann bezeugen: Wahrheit ist nicht gegen Liebe – Wahrheit ist Liebe, wenn sie zu Jesus führt.

Ein Zeugnis von Helga R. aus Norddeutschland:

Ich war über 30 Jahre in einer Landeskirche aktiv. Ich sang im Kirchenchor, war im Besuchsdienst und half bei ökumenischen Projekten mit. Besonders schätzte ich die vielen Begegnungen mit Menschen aus verschiedenen Konfessionen – Katholiken, Freikirchler, sogar Orthodoxe.

„Wir glauben doch alle an denselben Gott“, sagte man mir. Und ich sagte es weiter.

Aber innerlich hatte ich Fragen. Große Fragen. Warum gibt es so viele Meinungen über Gott? Warum sagt der eine Pastor dies, die andere das – und alle sagen, sie folgen Jesus?

Diese Unruhe wuchs, bis ich eines Abends begann, das Neue Testament von vorne zu lesen. Ich hatte Zeit – mein Mann war verstorben, die Kinder waren ausgezogen, und ich war allein. Ich bat Gott:

„Wenn es dich wirklich gibt, zeig dich mir – nicht durch Menschen, sondern durch dein Wort.“

Was dann passierte, war ein innerer Aufbruch. Ich las das Evangelium nach Matthäus – und Jesus sprach mit solcher Klarheit! Er predigte nicht Harmonie um jeden Preis, sondern Wahrheit mit Liebe.

Ich las, wie Jesus die religiösen Leiter seiner Zeit tadelte – nicht weil sie religiös waren, sondern weil sie Gottes Wort durch Tradition ersetzt hatten.

Dann stieß ich auf Apostelgeschichte 17,11 – dort heißt es über die Juden in Beröa:

„Sie forschten täglich in der Schrift, ob es sich so verhielte.“

Da wurde mir klar: Ich hatte all die Jahre geglaubt, was mir Menschen sagten – nicht, was Gott sagte.

Ich fing an, alles zu prüfen. Ich stellte fest, dass viele kirchliche Praktiken – wie Kindertaufe, Heiligenverehrung, eucharistische Anbetung, interreligiöse Feiern – nicht im Neuen Testament zu finden waren.

Ich sprach mit meiner Pastorin – sie war freundlich, aber meinte: „Die Bibel ist nicht alles. Wir brauchen den Dialog.“

Da wusste ich: Ich musste gehen.

Es war schmerzhaft, alte Freundschaften loszulassen, aber ich konnte nicht länger Kompromisse leben. Ich verließ die Ökumene – nicht aus Stolz, sondern aus Gehorsam.

Heute habe ich eine kleine Hausgemeinschaft, mit einfachen Leuten, die die Bibel lieben. Wir beten, lesen, singen – ohne große Programme. Aber Jesus ist mitten unter uns.

Und ich kann sagen: Ich war nie freier, nie klarer, nie näher bei Gott – als seit dem Tag, an dem ich nur noch seinem Wort vertraute.

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