“Führen alle Glaubensrichtungen zu Gott? Erneut gibt es nach einer Papst-Reise eine Kontroverse über seine Aussagen. Ausgerechnet am letzten Tag seiner fast zweiwöchigen Reise hatte er in Singapur während eines interreligiösen Treffens mit jungen Menschen an einem katholischen Junior College folgendes gesagt: “Alle Religionen sind Wege, um zu Gott zu gelangen. Sie sind – um einen Vergleich anzustellen – wie verschiedene Sprachen, verschiedene Dialekte, um dorthin zu gelangen. Aber Gott ist Gott für alle. Wenn Sie anfangen zu kämpfen und sagen: ‘Meine Religion ist mehr’, wohin führt uns das? Es gibt nur einen Gott, und jeder von uns hat eine Sprache, um zu Gott zu gelangen. Manche sind Sikhs, Muslime, Hindus, Christen verschiedene Wege zu Gott.” Auf den sozialen Netzwerken ist die Äußerungen bei vielen Katholiken auf scharfe Kritik gestossen. Bereits 2022 hatte Franziskus bei einem Treffen ähnliche Äußerungen von sich gegeben.” kath.net
„Wir haben doch alle einen Gott und es steht doch jedem frei, wie er zu seinem Gott finden will.“ Diese Aussage hört man immer wieder – sei es von Nachbarn, Kollegen oder Verwandten. Wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft und das heißt auch in einer multireligiösen Gesellschaft. Da dies hier und da auch zu Spannungen führt, geben Verantwortliche in Staat und Kirche immer wieder beschwichtigende Erklärungen ab: im Grunde würden doch alle Religionen zum Frieden beitragen und eigentlich glaubten doch alle sowieso an den gleichen Gott. Also keine Aufregung, jeder soll – wie schon Friedrich der Große sagte – nach seiner Fasson selig werden.
VIELE WEGE ZU EINEM GOTT?
Damit keine Missverständnisse aufkommen: Wir sind dankbar für Religionsfreiheit, wir sind zum Frieden berufen und es stimmt: Es gibt nur einen Gott. Doch führen damit schon alle Religionen zu dem einen Gott? Viele stellen es sich etwa so vor, als säße Gott auf der Spitze eines hohen Berges. Nun müsse jeder versuchen – auf welchem Wege, mit welcher Religion auch immer – die Spitze des Berges zu erklimmen, um zu Gott zu kommen. So bemüht sich jeder auf seine Weise. Manche wählen dafür die Meditation, andere bringen bestimmte Opfergaben, manche verrichten rituelle Gebete, wieder andere halten sich an feste Regeln. Dabei komme es natürlich vor, dass manche meinen, sie seien die Einzigen, die sich auf dem richtigen Weg befinden. Nur deshalb gäbe es manchmal Stress.
GOTT BEGEGNET DIR
Diese Ansicht ist irgendwie verlockend. Doch ist es so einfach? In diese Sicht lässt sich zumindest einer nicht einordnen: Jesus Christus. Und das aus gutem Grund, denn er weiß: „Gott wohnt in einem Licht, wo niemand hinkommen kann.“ (Die Bibel, Timotheus 6, 16). Gott wohnt – um das Bild noch einmal zu gebrauchen – nicht auf der Spitze eines Berges, sondern er wohnt in einer Herrlichkeit, die für uns Menschen nicht zugänglich ist. Deshalb müssen auch alle menschlichen Versuche, Gott zu erreichen, fehlschlagen. So enttäuschend das zunächst sein mag, wir sollten froh darüber sein. Denn Gott will uns von all dieser vergeblichen Mühe befreien. Nicht wir müssen uns auf irgendeine Weise zu Gott emporarbeiten, sondern Gott kommt zu uns Menschen und begegnet uns hier. Als Jesus hier auf der Erde war, konnte er mit Recht sagen: „Wer mich sieht, sieht den Vater“ (Die Bibel, Johannes 14, 9). Nicht wir erarbeiten uns einen Weg zu Gott, sondern Gott hat von seiner Seite aus einen Weg für uns bereitgemacht. Jesus sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ (Die Bibel, Johannes 14, 6).” heukelbach.org
