Kurz gesagt: Nach Matthäus 12,31–32 sagt Jesus, dass jede Sünde und Lästerung vergeben wird, die Lästerung des Geistes aber nicht. Roger Liebi erklärt, dass es dabei nicht um eine beliebige Sünde ging: Die Pharisäer hatten Jesus als Messias vor Augen und bezeichneten sein Wirken durch den Heiligen Geist bewusst als Werk des Teufels. Ein Kind Gottes, so Liebi, muss deshalb nicht in der Angst leben, es könnte diese Sünde einmal begangen haben.
Was steht in Matthäus 12?
Roger Liebi legt die Stelle in seinem Vortrag „Können Erlöste wieder verloren gehen?“ (Vortragsabschrift, 2009) so aus: Ein blinder und stummer Besessener wird zu Jesus gebracht, und Jesus treibt den Dämon aus. Die Menge staunt, die Pharisäer aber behaupten, Jesus treibe die Dämonen nur durch den Beelzebub aus, den Obersten der Dämonen (Matthäus 12,24). Darauf antwortet Jesus in Matthäus 12,31–32: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben, die Lästerung des Geistes aber wird nicht vergeben, weder in diesem noch im zukünftigen Zeitalter.
Was ist mit der Sünde gegen den Heiligen Geist gemeint?
Nach Liebi war das keine beliebige Sünde. Die Pharisäer bezeichneten das Werk des Heiligen Geistes bewusst als Teufelswerk. Er beschreibt es so, dass sie erkannten, wie Jesus messianische Zeichen erfüllte, ihn aber endgültig verwarfen und damit den Geist lästerten, der an ihnen wirkte.
- Es ging um das Werk des Heiligen Geistes, das Jesus tat.
- Die Pharisäer schrieben dieses Werk bewusst dem Teufel zu.
- Sie verwarfen Jesus als Messias endgültig, obwohl die Zeichen vor ihnen lagen.
Gibt es Sünden, die Gott nicht vergibt?
Die Stelle in Matthäus 12 nennt genau diese eine Ausnahme: die Lästerung des Geistes. Jede andere Sünde und Lästerung wird nach den Worten Jesu vergeben. Weitere Aussagen zu unvergebbaren Sünden machen die hier genutzten Quellen nicht.
Was gilt für Menschen, die Angst haben, diese Sünde begangen zu haben?
Liebi sagt ausdrücklich: „Also ein Kind Gottes muss nicht in der Angst leben: Ich könnte vielleicht einmal den Heiligen Geist lästern und dann wär’s für mich vorbei.“ Als Grund führt er an, dass diese Sünde die erkannten messianischen Zeichen und die bewusste, endgültige Ablehnung Jesu voraussetzte, wie sie bei den damaligen Pharisäern vorlag (Roger Liebi).
Häufige Anschlussfragen
Kann ein Christ durch diese Sünde verloren gehen?
Liebi behandelt die Stelle im Zusammenhang der Frage, ob Erlöste wieder verloren gehen können, und beruhigt Gläubige: Sie müssen nicht fürchten, dass ihnen eine einzelne Lästerung des Geistes alles nimmt.
Wo kann ich mehr nachlesen?
Im genannten Vortrag von Roger Liebi findest du den Abschnitt zu Matthäus 12 im Zusammenhang. Beachte: Wir haben für diesen Artikel nur diese eine Quelle ausgewertet, daher bleibt er bewusst kurz.
