Was bedeutet Wiedergeburt in der Bibel?

Kurz gesagt: Wiedergeburt ist im biblischen Sinn keine Seelenwanderung, sondern eine geistliche Neugeburt in diesem Leben. Der Heilige Geist macht einen Menschen, der über seine Sünde Buße tut und an Jesus Christus als Retter glaubt, zu einem Kind Gottes. Jesus sagte: „Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen“ (Johannes 3,3).

Woher kommt der Begriff Wiedergeburt?

Aus dem nächtlichen Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus, einem angesehenen Lehrer Israels (Johannes 3). Nikodemus verstand Jesus wörtlich: Wie kann ein alter Mensch noch einmal geboren werden? Jesus sprach aber bildlich von einer Geburt „aus dem Geist“. Der Artikel „Was ist Wiedergeburt?“ erklärt: Die Wiedergeburt besteht in der „persönlichen Inanspruchnahme des Opfertodes und der Auferstehung Jesu“. Wer das tut, dem tut sich eine neue Welt auf – wie bei der ersten Geburt.

Was geschieht bei der Wiedergeburt?

Die Wiedergeburt ist ein Geschenk Gottes aus Gnade und ein übernatürliches Werk des Heiligen Geistes – vom geistlichen Tod zum geistlichen Leben. Nicht der Leib wird neu geboren, sondern der Geist. Der Mensch wird ein Kind Gottes: „Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden“ (Johannes 1,12). Er wird eine neue Kreatur (2. Korinther 5,17).

Wie wird man von neuem geboren?

Jesus fasst es in einem Satz zusammen: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ (Markus 1,15). Der Artikel „Bist du wirklich wiedergeboren?“ beschreibt die zwei Seiten:

  1. Buße: erkennen, dass man ein Sünder und auf einem völlig verkehrten Weg ist, sich von der Sünde abwenden und Jesus um Vergebung bitten.
  2. Glaube: für wahr halten, was Gott in seinem Wort sagt, und sich dem Retter Jesus Christus ganz anvertrauen.

Die Wiedergeburt ist kein Vorgang im Überschwang der Gefühle. Sie geschieht bei der Bekehrung.

Reicht ein kurzes Übergabegebet?

Nicht, wenn echte Buße fehlt. William MacDonald warnt im Artikel „Warum sind viele, die sich scheinbar bekehrt haben, keine echten Christen?“ vor „Instant-Bekehrungen“ nach einer knappen Formel. Eine echte Bekehrung gibt es nicht ohne tiefes Bewusstsein der eigenen Sündhaftigkeit, gewirkt durch den Heiligen Geist. Jesus als Herrn anzuerkennen und die Bedingungen der Nachfolge ernst zu nehmen, gehört dazu. Ihm bloß zuzustimmen ist nicht dasselbe wie an ihn zu glauben.

Woran erkennt man eine echte Wiedergeburt?

Die Bibel nennt Kennzeichen:

  • Man liebt andere Christen (1. Johannes 3,14).
  • Der Heilige Geist bezeugt im Innersten, dass man Gottes Kind ist (Römer 8,16).
  • Man hasst die Sünde und liebt das Gute. Man kann noch fallen, aber die Sünde herrscht nicht mehr (Römer 6,14).
  • Man liebt Gottes Wort und wächst im Glauben.

Gott möchte, dass man das weiß – nicht wegen eines Gefühls, sondern weil er es in seinem Wort zusagt (1. Johannes 5,13).

Häufige Anschlussfragen

Ist Wiedergeburt dasselbe wie Reinkarnation?

Nein. Reinkarnation (Hinduismus, Buddhismus, New Age) meint viele Leben, in denen man sich durch Taten hocharbeiten soll. Die Bibel lehrt ein einziges Leben und danach das Gericht (Hebräer 9,27). Die Wiedergeburt geschieht in diesem Leben, aus Gnade.

Bin ich Christ, weil ich getauft bin oder zur Kirche gehöre?

Nicht automatisch. Christ ist, „wer ein neues Leben empfangen hat und durch den Glauben an Christus mit Gott wieder verbunden ist“, heißt es in „Wer ist nun ein echter Christ?“. Man kann religiös sein, ohne Christ zu sein. Halb und halb gibt es nicht.

Wie haben andere ihre Wiedergeburt erlebt?

Zum Beispiel der Prediger Charles H. Spurgeon, der seine Bekehrung selbst beschrieben hat: „Wie hat sich Spurgeon bekehrt?“

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