Buddhismus – innerer Friede und Harmonie?

Immer mehr Menschen scheinen bei uns im Westen Gefallen am Buddhismus zu finden. Die Hektik unserer Leistungsgesellschaft macht vielen zu schafffen. Man kann spüren, wie sich Viele nach einer inneren Ruhe und nach einer transzendenten Bedeutung ihres Lebens sehnen. Solche Erfahrungen werden am Christentum vermisst, für viele ist es nur noch eine kalte Religion, die aus strengen Dogmen und veralteten Institutionen besteht. Buddha hingegend scheint in seiner meditierenden Haltung das zu verkörpern, wonach das menschliche Herz sich sehnt: inneren Frieden, Ruhe und eine Transzendenz, die das Dasein wieder mit Sinn erfüllt. In was für einem krassen Gegensatz dazu steht Christus am Kreuz! Dieser Gott wirkt gequält und schwach. Wenn man von diesen beiden Bildern ausgeht, dann scheint Buddha jenes Bedürfnis nach Ruhe weitaus besser erfüllen zu können.

Der meditierende Buddha sitzt völlig regungslos da. Es könnte neben ihm sogar die Welt untergehen, auch dann würde er wahrscheinlich keine Gefühle zeigen. Doch woher kommt diese Ruhe? Nach der buddhistischen Philosophie sind alle Phänomene und Dinge vollkommen leer. Und die Leere macht auch Buddhas erleuchteten Zustand aus. Was auf westliche Menschen zunächst recht attraktiv erscheinen mag, wird dann doch etwas befremdend, wenn man sich Buddhas Ziel, sich von allem Geschehen hier auf der Welt zurückzuziehen, richtig bewusst macht. Nur so erreicht er den Frieden, die Harmonie und den Einklang mit der Welt.

In der nordindischen Stadt Bodhgaya steht eine 35 Meter hohe Statue von einem meditiernden Buddha. Nun ist eine 152 Meter hohe Statue geplant, die ihn aufrecht sitzend darstellt. Diese Haltung symbolisiert den Buddha im künftigen Weltzeitalter und soll seine Offenheit, Liebe und Freundlichkeit darstellen. So kommen dem westlichen Betrachter auch die Buddhisten vor und von ihnen besonders die Tibeter. Wäre der Dalai Lama nicht eine geeignete Führungspersönlichkeit, um den Weltfrieden zu schaffen? Die mit Begeisterung erfüllten Anhänger, die das religiöse Oberhaupt des tibetischen Buddhismus bei uns empfangen, sehen leider nur zu oft darüber hinweg, was es wirklich bedeutet wenn man z.B. jede Begierde ablegt. Der Mensch wird zu einem emotionslosem Wesen degradiert, dessen einziges Ziel es ist Erleuchtung zu erlangen. Anders als im Westen oft angenommen, ist dies allerdings ein mühsamer Weg, der meist nicht im eigenen Leben geschafft wird. Stattdessen muss man auf eine bessere Inkarnation im nächsten Leben warten. Was für eine traurige Perspektive auf das Leben ist das?

Was verspricht dagegen Jesus Christus? Er hängt am Kreuz, einem Folterinstrument für Sklaven und Verbrecher, der sich in die totale Ohnmacht begibt. Aber selbst in dieser Situation wird er vom Frieden Gottes beherrscht: „Jesus aber sprach: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lukas 23,34). Anders als Buddha verleiht hier nicht das Bild eine Ruhe, sondern das, was Jesus getan hat. Die Kreuzigung ist ein historisches Ereignis, das dem Menschen die Möglichkeit zu einem Leben in der Gemeinschaft mit Gott bietet. Jesus verspricht auch inneren Frieden. Doch der wird nicht durch ein Zurückziehen von der Welt, sondern durch reale Versöhnung erreicht. Das birgt auch eine Antwort auf unsere Emotionen. Wozu all unsere Trauer, unser Leid und auch unsere Freude? In der Bibel wird berichtet, wie Jesus geweint hat. Das zeigt, wie gut er uns Menschen verstehen kann. Er bietet jedem Menschen an, sich ihm anzuvertrauen und Ruhe zu erfahren. Nicht erst, wenn ein gewisses Stadium innerer Ausgeglichenheit erlangt worden ist: „Kommet her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben.“ (Matthäus 11,28)

Informationen aus dem Buch: "Buddhismus auf dem Weg zur Macht", das als PDF kostenlos zum download bereit steht.

Kommentare

  1. Guido Bächler

    Buddhismus – innerer Friede und Harmonie?

    Als ehemaliger Christ und Buddhist habe ich diesen Artikel mit Interesse gelesen. Der Bericht ist sehr oberflächlich geschrieben und ich vermisse die notwendige Tiefe.

    Das Dhamma, die Lehre Buddhas ist keine lebensverneinende Botschaft. Der Weg vermittelt, wie du aus dem Leid des täglichen Leben herauskommst und ein glückliches Leben führst. Dieses Ziel hat er nicht für das nächste Leben formuliert, sondern für das hier und jetzt. Er macht die Gier im wesentlichen dafür verantwortlich, dass die Menschen leiden. Buddhisten praktizieren Mitgefühl für alle Lebewesen.

    Der Buddha hatte alle eingeladen, seine Lehre zu praktizieren und zu hinterfragen. Er hatte keine Angst dieses Angebot zu machen.

    Jesus und Buddha sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Sondern jeder Mensch hat das Recht, eine persönliche Entscheidung zu treffen.

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