Hörst du die Musik?

Ich möchte dir eine Geschichte erzählen, die ich einmal gehört habe. Vielleicht kennst du sie. Ganz bestimmt sogar, denn du spielst dabei mit! Du spielst eine Rolle darin. Nimm dir ein paar Minuten Zeit dafür! Es ist die Geschichte von den Tänzern, die keine Musik hatten.


Kannst du dir vorstellen, wie schwer das ist? Ohne Musik zu tanzen? Tag um Tag kamen sie in den großen Festsaal. Ganze Familien kamen, Männer, Frauen und Kinder. Sie brachten ihre Hoffnungen mit. Sie kamen, um zu tanzen. Der Saal war zum Tanz vorbereitet, mit Blumen geschmückt und Getränke wurden gereicht. Die Leute kamen, setzten sich hin und wussten, dass sie zum Tanzen gekommen waren, aber sie wussten nicht, wie sie tanzen sollten, weil sie keine Musik hatten. Es gab Luftballons und Kuchen. Sie hatten sogar eine Bühne, auf der die Musiker spielen konnten, aber es gab keine Musiker.


Einmal behauptete ein Mann, Musiker zu sein. Mit seinem Bart bis zum Bauch und seiner Fiedel sah er so aus. Alle erhoben sich, als er vor ihnen stand und seine Fiedel aus dem Kasten nahm und unter sein Kinn klemmte. Jetzt werden wir tanzen, dachten die Leute, aber sie irrten sich. Er hatte zwar ein Instrument, aber es hatte keine Saiten. Das Auf und Ab seines Bogens klang wie das Quietschen einer nicht geölten Tür. Wer konnte da schon tanzen? Also setzten sich die Tänzer wieder enttäuscht hin.


Einige versuchten ohne Musik zu tanzen. Eine Frau überredete ihren Mann, es zu versuchen, und sie traten auf die Tanzfläche. Sie tanzte nach ihrer Weise, und er tanzte nach seiner Weise. Ihre Bemühungen waren lobenswert, aber sie passten nicht zusammen. Er tanzte eine Art partnerlosen Tango, während sie sich wie eine Ballerina drehte. Einige versuchten, es ihnen gleichzutun, aber da niemand den Takt angab, wussten sie nicht, wonach sie sich richten sollten. Das Ergebnis war etwa ein Dutzend Tänzer ohne Musik, die einander anrempelten, und ein absolutes Chaos anrichteten!


Mit der Zeit jedoch hatten die Tänzer keine Lust mehr. Jeder setzte sich wieder hin, starrte vor sich hin und fragte sich, ob noch irgend etwas geschehen würde. Und eines Tages geschah tatsächlich etwas. Nur wenige sahen ihn hereinkommen. Nichts an seinem Äußeren erregte Aufmerksamkeit. Er sah ganz normal aus. Aber seine Musik war einzigartig. Er begann auf seiner Geige ein Lied zu spielen, sanft und zart, freundlich und unwiderstehlich. Seine Musik brachte die kalte Atmosphäre zum schmelzen und erwärmte die Herzen wie ein goldener Sonnenuntergang im Sommer.


Während er spielte, standen zunächst wenige auf, dann immer mehr Menschen und begannen zu tanzen. Sie tanzten nun miteinander. Sie glitten tanzend nach einer Musik dahin, die sie vorher noch nie gehört hatten.


Einige jedoch blieben sitzen. Welcher Musiker ist das, der nie auf die Bühne steigt, der keine Musikkapelle mitbringt, der keine besondere Kleidung trägt? Musiker kommen nicht einfach von der Strasse herein. Sie haben ihre Eskorte, einen Ruf, eine Persönlichkeit, die ins Licht gestellt und geschützt werden muss. Nun, der da hatte kaum seinen Namen genannt!


„Wie können wir wissen, dass das, was du spielst, wirklich Musik ist?“ fragten manche Leute herausfordernd. Seine Antwort war klar und deutlich: „Wer Ohren hat, der höre.“ Doch die Nichttänzer weigerten sich zu hören. Sie weigerten sich zu tanzen. Manche weigern sich immer noch. Der Musiker kommt und spielt. Einige tanzen. Andere nicht. Einige finden die Musik fürs Leben, andere leben immer noch in Stille.


Auch heute richtet dieser Musiker den selben Aufruf an alle Menschen, auch an solche, die die Musik nicht hören: „Wer Ohren hat, der höre.“


Hast du dich in dieser Geschichte wiedergefunden? Weißt du inzwischen, welche Rolle du spielst? Gehörst du zu den Tänzern, oder bist du einer der traurigen Zuschauer, die diese Musik nicht wahrnehmen möchten? Falls du die Antwort nicht weißt, solltest du mal drüber nachdenken! Aber du musst ehrlich sein – ehrlich sein zu dir!


Gottes Absicht ist es, uns mit „seiner Musik“ zu erreichen. Erlaube es Gott, dich zu erreichen, und lass es zu, dass er dich liebt! Es ist der Gott, der in der Bibel spricht. Er spricht und es geschieht. Der Gott, der unsere Schuld vergibt. Der Gott, der in Jesus auf unsere Augenhöhe kam, indem er Mensch wurde und die Welt durch sein Sterben am Kreuz mit sich versöhnte. Ja, genau dieser Gott ist es, der dich liebt und dich auffordert, ihn zu prüfen, ob er vertrauenswürdig ist. (s. Maleachi 3,10)


Der Psalmist bringt es auf den Punkt: Menschen, die sich einreden, diesen persönlichen Gott gebe es nicht, leben an der Wirklichkeit vorbei! (s. Psalm 14,1)


Du brauchst nicht erstaunt zu sein, wenn dein Herz plötzlich beginnt, Musik zu hören, die du nie zuvor gehört hast. Er spielt die Musik. Immer noch. Auch für dich! Hörst du sie?

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