Natascha – ein ganz normales Leben?

Hallo, ich heiße Natascha und bin Anfang 20. Ich möchte euch ein bisschen aus meinem Leben erzählen. Ich wuchs in einer angenehm ertragbaren und liebevollen Familie auf und wurde wie jedes normale Kind mit viel Liebe erzogen. Klar, als ich ins jugendliche Alter kam, gab es schon mal hier und da Zoff mit den Eltern, wo ich mir oft dachte: „Ich haue hier eines Tages ab“, und doch hatte ich nie den Mut dazu. Ich ging auch ganz normal zur Schule, war eine mittelmäßige Schülerin, hatte einige Freunde und tat eigentlich alles, was Leute in meinem Alter so tun.


Mit dreizehn, vierzehn Jahren fing ich an, das zu tun, was viele Jugendliche machen. Ich habe mir ab und zu die Birne voll gesoffen, Joints ausprobiert, Freunde (Jungs) gehabt und natürlich auch einige Jahre Zigaretten geraucht. Hat alles riesigen Spaß gemacht – und doch hatte es gar keinen Sinn. Ich tat es, weil es alle taten!


Ich kann mich noch so gut an einen Urlaub in Italien mit meiner besten Freundin erinnern. Ich dachte mir: Das wird super – meine beste Freundin und ich. Es lief so ab, dass wir jeden Abend stockbetrunken waren (ich noch mehr, sie konnte sich einigermaßen beherrschen) und am Strand landeten, wo ich mich, im wahrsten Sinne des Wortes, auskotzte. Sieben Tage lang dasselbe. Das Ziel war, sich volllaufen zu lassen, um ein bisschen locker und offener zu werden. Ich bin locker geworden! Aber am Abend fühlte ich mich immer so ätzend, dass ich mir nur dachte: „Natascha, du bist soooooooo peinlich“. Aber ich machte trotzdem weiter, weil mir in diesen Momenten alles so egal war und ich mich wohl fühlte. Es war eh´ schon alles egal!


Nicht zu vergessen: schon mit vier Jahren liebte ich es zu tanzen. Ich habe 1997 angefangen täglich zu trainieren, bis ich in mein Wunschteam aufgenommen wurde. Wir hatten ständig Auftritte. Ich habe meine ganze Freizeit in das Tanzen gesteckt. Zu der Zeit war mein Lebensinhalt und Lebensziel eine berühmte Tänzerin zu werden. Alles andere war unwichtig.


Eines Tages, so März/April 1998, erzählte mir meine beste Freundin, dass sie und ihr Bruder zusammen mit einem Freund ihres Bruders in der Bibel lesen. Sie fragte mich, ob ich nicht Lust hätte mal mitzumachen.


Ich glaubte immer schon an Gott, obwohl meine Eltern nie was mit Gott zu tun hatten. Weihnachten und Ostern sind wir zwar in die serbisch-orthodoxe Kirche gegangen, aber nicht um zu beten oder Predigten zu hören, sondern einfach, um mal wieder Bekannte zu treffen und für die Toten eine Kerze anzuzünden. Das ist bei den Jugoslawen Tradition. Trotzdem wird vor der Kirche, ach, auch in der Kirche, geflucht und auf abartigste Weise Gott gelästert. Aber ich habe an Gott geglaubt. Ich wusste, es gibt jemanden über mir und er ist gut. Ich habe jeden Abend zu Gott gebetet. Ich habe ihn darum gebeten, alle meine Wünsche zu erfüllen und ich hoffte darauf und glaubte daran. Vor allem in Notsituationen und bei Schulaufgaben.


Eine frühere Nachbarin, so alt wie ich, mit der ich groß geworden bin und die katholisch aufgewachsen ist, hatte einmal zu mir gesagt: Gott ist vor dir, rechts und links neben dir und hinter dir. Von da an wusste ich: Er ist allmächtig und überall. Abends, wenn ich gebetet hatte, streckte ich ihm immer die Hand hin und stellte mir vor, er wäre neben mir, hinter mir und vor mir. Und auf allen vier Seiten schüttelte ich die Hand und stellte mir vor, er wäre gerade da und ich wünschte auch ihm eine gute Nacht. Für manche vielleicht voll lächerlich, aber so wollte ich ihm meine Liebe zeigen. Da kam das Bibellesen ganz gut. Ich wusste, dass es was mit Gott zu tun hatte und war nicht abgeneigt.


Da ich als Tänzerin viel trainierte, um immer besser zu werden, hat es eine Weile gedauert, bis ich in den Hauskreis mitkam, zu dem meine Freundin mich eingeladen hatte. Ich hatte zuvor noch nie in die Bibel geblickt, sie erst recht nicht gelesen. Ich wusste nicht einmal, warum Jesus an dem Kreuz hängt. Leider weiß ich nicht mehr, was wir gelesen hatten, doch das Singen der anderen hat mich so berührt, dass ich mich für ein Leben mit Jesus entschieden habe.


Denn ich habe erfahren, dass Jesus für deine und meine Sünden gestorben ist. Er wurde gedemütigt, bespuckt, verspottet, ausgepeitscht und durchbohrt mit Nägeln an Händen und Füßen, um unsere Schuld zu bezahlen (Matthäus 27,27-31). Er hat unsere Sünden am Kreuz für uns getragen und uns damit von ihnen befreit. Er hat uns so sehr geliebt, dass er – der keine Sünde kannte – wie ein Sünder gestorben ist. Diese Liebe, von der die anderen sangen, war anders als die Liebe, die du von Freunden oder der Familie bekommst.


Diese Liebe ist von Jesus und die ist so wundervoll, dass ich ihm mein ganzes Leben widme. Denn er hat uns ewiges Leben mit Gott ermöglicht, durch seinen Tod am Kreuz. Das, was er für uns getan hat, das ist Liebe – ehrliche und wahrhaftige Liebe. Jetzt lese ich täglich in der Bibel, denn ich weiß, sie ist das Wort Gottes und es ist die Wahrheit.


Seit gut sechs Jahren lebe ich jetzt mit Jesus und jeden Tag ist es ein wundervoller Tag voller Gnade Gottes. Ich betrinke mich nicht mehr und das Rauchen habe ich aufgegeben. Tanzen ist nicht mehr mein Lebensinhalt; natürlich tanze ich noch immer sehr gern, aber meine Zeit habe ich jetzt Jesus gegeben, zum Dank. Mein Leben geht wie jedes andere durch Höhen und Tiefen, doch ich weiß, Gott steht mir bei und ich muss nicht alleine durch … Freunde und Familie werden dich immer zur irgendeiner Zeit verlassen, was geschieht dann? Für mich ist das wichtigste: Ich kann nie tiefer fallen, als in Gottes Hände, denn er lässt nichts zu, wozu er nicht „Ja“ sagt, aber nur wenn wir ein Leben mit Gott leben.


Mein Leben hat sich seitdem nur zum Guten gewendet, und das Dank Seiner Gnade. Ich wünsche mir auch für dich, dass du sie erfährst, denn ich kann dafür garantieren, dass du in Freiheit und in Frieden mit Jesus und nur mit Jesus hundertprozentig leben kannst.


„Freue dich […] in deiner Jugend, und dein Herz mache dich fröhlich in den Tagen deiner Jugendzeit! Und lebe nach dem, was dein Herz wünscht und wonach deine Augen ausschauen. Doch wisse, dass um all dieser Dinge willen Gott dich zur Rechenschaft ziehen wird! Entferne den Unmut aus deinem Herzen und halte Übel von deinem Leib fern.“ (Prediger 11,9-10)


Ich würde mich freuen, wenn du mir schreibst. Also, bis dann!

Kommentare

  1. pajo

    Find ich gut von dir

    Hi Nati,

    mir hat deine Geschichte sehr gefallen vor allem weil du auch in eine SERBISCH ORTHODOXE Kirche gehen tust und dir darüber gedanken gemacht hast. Mich würde interssieren ob du auch aus der nähe Stuttgart kommst und wie du heute deine Zeit vertreiben tust. Ich bete auch jeden abend das Vater unser und rede noch mit unserem Herrn. Schade das es von solchen Frauen wie dir mehr geben tut!!! Pass auf dich auf bzw. lass auf dich aufpassen und es ist schön und beruhigend sich in seine Hände fallen zu lassen…

    SVE NAIBOLJE,
    Dragane

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