Höher, schneller, weiter

Randbemerkungen zur Leichtathletik-EM 2002 in München


Sport tut gut. Auch der Stadt München, die jetzt für sechs Tage die Leichtathletik-Hauptstadt Europas ist. Denn in dieser Woche kämpfen 1289 Athleten und Athletinnen aus der gesamten alten Welt um kontinentale Meisterehren in den Disziplinen der olympischen Kernsportart. Und es ist wieder einmal eine besondere Veranstaltung, basiert die Leichtathletik doch auf den Grundbewegungen des Menschen (Laufen, Springen, Werfen). Hier kommt einer der olympischen Grundgedanken wie in keiner anderen Sportart zum Tragen: „höher, schneller, weiter“.


„Höher, schneller, weiter“. Diese Maxime gilt inzwischen nicht nur für den Sport. Das Wort Sport kommt übrigens vom lateinischen „transportare“, was soviel wie „hinübertragen“ oder „übertragen“ heißt. Denn Sport diente von Anfang an nicht nur der Erhaltung der Fitness. Übertragen wird in den sportlichen Wettkampf eigentlich alles, was wir auch aus dem täglichen Leben kennen: Dabeisein, Ziele setzen und verfolgen, Kampf um den ersten Platz, Belohnung für Leistung.


Aber das Leben ist oft ganz anders. Ich durfte am eigenen Leib erfahren, dass, wer im Sport Erfolge verbuchen kann, noch lange nicht das Leben als Ganzes erfolgreich meistert (siehe meinen Er-Lebensbericht).


„Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber einer den Preis empfängt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt.“ (1. Korinther 9,24) schreibt der Apostel Paulus. Natürlich meinte er damit nicht, dass plötzlich die ganze Gemeinde die Turnschuhe schnüren sollte. Vielmehr ging es ihm um das, was letztlich jeden Menschen umtreibt, ob er nun Sportler ist oder nicht: den echten, dauerhaften Erfolg, die Krone, die Vollendung des Daseins auf Erden, kurz gesagt: den Sinn des Lebens.


Unsere Gesellschaft lebt von Superlativen. „Höher, schneller, weiter“, aber oft auf perverse und unmenschliche Art. Wer nicht erfolgreich ist, wird schnell vergessen. Erfolgreich kann aber nur sein, wer ein Ziel hat. „Ich vergesse was dahinten, strecke mich aber aus nach dem was vorn ist, und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.“ (Philipper 3,13-14) beschreibt Paulus sein Lebensziel. Es ist so anders als die, welche wir für gewöhnlich angeben würden: Geld, Ansehen, Popularität, vielleicht einfach eine nette Familie mit Hund. Nein, Paulus setzte alles auf eine Karte: Jesus Christus. Auf einen Gekreuzigten. Verspotteten. Verworfenen. Dennoch ist er Ihm von ganzem Herzen dankbar: „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“ (1. Korinther 15,57) Auch heute tun sich Menschen schwer, sich mit dem Mann von Golgatha zu identifizieren. Leichter fällt es da schon mit starken Helden wie Olli Kahn oder dem 400m-Riesen Ingo Schultz (2,01m), der in München wohl um Gold mitlaufen wird. Sie wirken wie Felsen in der Brandung, durch nichts zu erschüttern – zumindest solange, bis auch ihnen Fehler unterlaufen, wie Kahn im WM-Finale.


Einen Sieg aber, der durch nichts zu erschüttern ist, hat Jesus Christus vollbracht. Mit Seinem Blut bezahlte er die volle Rechnung für die Sünden der Menschen, so dass diesen das Gericht Gottes erspart bleiben könnte. Seine Auferstehung ist der Sieg über den Tod, der sonst wie ein Damoklesschwert über unseren Köpfen hängen würde: „[…] Verschlungen ist der Tod in Sieg. Wo ist, o Tod, dein Sieg? Wo ist, o Tod, dein Stachel?“ (1. Korinther 15,54-55) Wer im Glauben zu Jesus kommt, wird somit zum echten Sieger: „[…] dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.“ (1. Johannes 5,4)


Solche Sieger, die auch ohne EM-Edelmetall eigentlich schon gewonnen haben, nehmen auch in München teil. Zum doppelten Gewinner in diesem Sinne könnte Jonathan Edwards avancieren. Der Brite hält den Weltrekord im Dreisprung und ist auch dieses Jahr wieder in Goldform. In einem Interview erzählt er über seinen Glauben an Jesus Christus, den Sport und den Stellenwert beider Dinge in seinem Leben. Aus dem deutschen Team wird für Jesus der 23-jährige Filmon Ghirmai vom LAC Pliezhausen über 3000m Hindernis dabei sein.






Hier geht’s weiter:


Das Interview mit dem offiziellen EM-Botschafter Jonathan Edwards


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