Das war 2007 – der Jahresrückblick

Und schon wieder ist ein Jahr vorbei. Haben wirs wieder geschafft. Die Jahre purzeln. Grund genug einen kurzen Rückblick auf das 2007te Jahr nach Christi Geburt zu werfen.

Es begann mit dem wärmsten Winter seit Beginn der Messungen vor 100 Jahren. Weltweit wurde das Bewusstsein für einen Klimawandel immer größer. Australien hat deshalb als erstes Land herkömmliche Glühbirnen verboten. Anderswo in Griechenland und Kalifornien forderten Waldbrände große materielle und menschliche Opfer.
Popstars wie Madonna, Shakira oder die wiedervereinigten The Police rockten deshalb beim Live Earth Konzert gegen den Kimawandel, während die Preise an den Zapfsäulen in nie gekannte Höhen stiegen.

Politisch gab es auch einiges zu berichten. Edmund Stoibers Herrschaft in Bayern ist zu Ende. Auch Tony Blair, Jacques Chirac und Franz Müntefering treten von der großen politischen Bühne ab. Kurz ist er da, dann schon wieder weg: Der Wind der Macht. Der bläst Angela Merkel im Moment noch kräftig in den Rücken. Sie wurde vom Forbes Magazine als mächtigste Frau der Welt betitelt.

Ansonsten hat die arabische Welt oft die politischen Schlagzeilen bestimmt. Die Jahresbilanz für den Westen sieht allerdings verheerend aus. Der Irak befindet sich am Abgrund, in Afghanistan starteten die Taliban ihre Offensive und jetzt wurde in Pakistan kurz vor der Wahl Oppositionsführerin Bhutto – die einzige Hoffnung auf Demokratisierung des Landes – ermordet.

Auch in der Welt des Sports ist wieder etwas passiert. Es gibt mit dem VfB Stuttgart einen neuen deutschen Fussballmeister. Mit Nürnberg einen neuen Pokalsieger. Mit Deutschland einen neuen Handballweltmeister. Mit Alberto Contador einen neuen Tour de France Sieger, allerdings skandalumwitterter als je zuvor, nachdem im Vorfeld und während des Rennens ein Topfavourit nach dem anderen wegen Dopings disqualifiziert wurde. Die deutschen Frauen verteidigen ihren Fussballweltmeistertitel und Roger Federer tat dasselbe nun schon zum vierten mal mit seinem Wimbledon-Titel. Damit ist er auf gutem Weg zum erfolgreichsten Tennisspieler aller Zeiten. Schumi 1 hat einen Beraterjob im Formel 1 Zirkus angetreten. Schumi 2 pausiert jetzt erst mal wegen Erfolglosigkeit. David Beckham wechselte als Weltstar zum unbedeutenden Verein LA Galaxy Richtung Hollywood. Henry Maske machte es besser als zuvor Axel Schulz und verprügelte nach rund zehnjähriger Boxpause seinen einstigen Bezwinger Virgil Hill. Der FC Bayern München investierte wie nie zuvor und kaufte sich mit Luca Toni, Franck Ribery und Miroslav Klose ein in Deutschland nie gesehenes Star-Ensemble zusammen, um die Schmach der verpassten Championsleague wieder vergessen zu machen. Soviel zum Sport.

Abgesehen davon darf der Komplettheit halber in einem Jahresrückblick nicht unerwähnt bleiben, dass sich Britney Spears eine Glatze rasiert hat.

Dafür, dass hierzulande auch dieses Jahr wieder so viel gejammert wurde, lesen sich die Jahresrückblicke auch anno 2007 irgendwie feierlich. Unsere Nostalgie verstellt uns den Blick auf die harte Realität. Eigentlich müsste man etwas ändern, aber es bleibt immer nur beim Vornehmen. Gute Vorsätze fürs neue Jahr. Die hatten wir letztes Jahr auch. Alle Jahre wieder lassen wir uns auf dieses Spielchen ein. Aber so oft wir auch unsere Vorsätze brechen, so schwer wollen wir uns diesen Selbstbetrug eingestehen.

Aber wenigstens bleibt uns noch die Liebe. Oder zumindest schauen wir gerne anderen bei der Liebe zu. Romantische Promibeziehungen hatten auch 2007 Hochkonjunktur. Ob Beckham, Pitt/Jolie oder Hochadel – die Traumliebespaare schüren unsere Hoffnung, dass es vielleicht doch einmal so richtig schön sorglos werden könnte. Allerdings bestätigte sich auch ’07 die nahezu bei 100 % liegende Scheidungsquote von Prominenten: Zerbrochene Beziehungen von Justin Timberlake und Cameron Diaz, Pamela Anderson und Rick Salomon, Pete Doherty und Kate Moss, Marilyn Manson und Dita von Teese, Kylie Minogue, Yvonne Catterfeld und Wayne Carpendale bilden nur die Spitze des Eisbergs.
Da wird die Hoffnung immer kleiner.

Die meisten Menschen haben sich damit abgefunden, dass ihr Leben grob betrachtet wohl aus nichts weiter als Lernen, Arbeiten, Kinder, Rente besteht, garniert mit etwas Spasskonsum zwischendurch. Vorsätze, aus dem Kreislauf auszubrechen, sind kraftlos und sterben vor dem Fernseher. Interessant, wie wir uns Jahr für Jahr von den ganzen Serien fesseln lassen, von den Unterhaltungsshows ruhigstellen lassen und von den Politikern anlügen lassen. Nur um hinterher sagen zu können: "Das Fernsehprogramm ist auch nicht mehr, was es einmal war." Irgendetwas hält uns bei unseren Peinigern. Wahrscheinlich die Tatsache, dass wir keine größere Hoffnung als den oben skizzierten Lebensentwurf haben. Das schlägt sich langsam aber sicher im öffentlichn Bewusstsein nieder. Eine Emnid-Meinungsumfrage ergab, dass nur 28 % der Deutschen meinen, 2008 wird ein besseres Jahr. Es drängt sich das Gefühl auf, dass vor allem in den Jugendlichen ein unerbitterter Kampf tobt: Das oberflächliche Spaßhaben versucht mit aller Macht, die Hoffnungslosigkeit totzuschlagen. Doch die ist zäh. Sie lässt sich dann doch hier und da wieder blicken und entpuppt sich auf die Dauer als übermächtiger Feind.

Die Weltverbesserer und Bundespräsidenten rufen monoton zu mehr Zuversicht und Pioniergeist auf, aber ohne wirkliche Hoffnung sind die Worte Schall und Rauch.
Früher hatte man die Hoffnung auf Wohlstand und gesichterte Arbeit. Trotz Arbeitslosenquote haben das die meisten in Deutschland heutzutage erreicht. Und jetzt, wo diese Hoffnung erfüllt ist, ahnt man, dass fehlender Wohlstand gar nicht unser Mangel im Innersten war. Unsere Sehnsucht sitzt tiefer. Der Zeitgeist will uns weismachen, dass der Mensch zufrieden ist und funktioniert, wenn er nur zu essen, Freunde, eine Arbeitsstelle und genügend Triebbefriedigung hat. Nachdem wir das in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts relativ gut erreicht haben, wurde dieser Zeitraum von Psychologen im Nachhinein trotzdem als Zeitalter seelischer Depression bezeichnet. Die Leute haben alles, aber keinen Seelenfrieden und keinen Sinn.
Der Spiegel resümiert in seinem kürzlich erschienenen Leitartikel über den neuen Atheismus, dass man sich doch bitte nicht um die entscheidenden Fragen des Lebens kümmern soll: „Ernährt die Lebenden und lasst sie mit Letztfragen in Ruh.“. Was für ein reduziertes zusammengestutztes Menschenbild. Die Meinungsmacher unserer Gesellschaft rechnen uns permanent die Gleichung

Wohlstand + Bildung + Arbeit + soziale Kontakte = Zufriedenheit und Sinn

vor. Doch letztlich merken die Leute immer mehr, dass die Rechnung nicht aufgeht. Der Verlust an Hoffnung ist deshalb zwangsläufig. Allerdings gibt es mittlerweile zusätzlich noch die fatale Ansicht, dass es als schlau oder modern gilt, die einzige tatsächliche Hoffnung auf beständiges Leben – auf erfülltes blühendes Leben – von vorne herein auszuschließen. Man schließt Gott aus. Obwohl er Hoffnung anbietet auf Leben, das nicht mit der an sich kurzen Zeitspanne von 80 Jahren hier auf der Erde endet. Leben, das mehr ist als der nichtige Kreislauf, der das Staffelholz von Generation zu Generation weitergibt. Was ist euer Leben? Ein Rauch, der kurze Zeit sichtbar ist und dann wieder verschwindet. (Jakobus 4,14) . Gott will uns ewiges Leben schenken. Tief im Menschen schlummert – oft genug unterdrückt – die Sehnsucht nach erfülltem Leben. Man will ausbrechen, aber auf keinen Fall mit Gottes Hilfe. Doch so oft er abgelehnt wird, bietet Jesus es jedem immer wieder neu an. Wenn du bereit bist umzukehren, sagt er: Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst haben. Wer aber von dem Wasser trinkt, dass ich ihm geben werde, der wird nicht mehr durstig sein für immer, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird ihm eine Wasserquelle werden, die in die Ewigkeit fliesst. (Johannes 4,14)
Zu Sylvester nimmt man sich ja immer etwas vor. Wenn du schon oft gescheitert bist, fange dieses Jahr mit Gottes Hilfe an. Wenn dein Jahr schon im voraus so stereotyp wie das letzte aussieht, dann lerne den Gott kennen, der sagt: Ich mache alles neu (Offenbarung 21,5) . Er kann dein Leben neu machen. Jesus meint es ernst, wenn er sagt: Ich bin gekommen, damit die Menschen Leben haben und es im Überfluss haben (Johannes 10,10) . Ob du an ihn glaubst oder nicht ist erstmal zweitrangig, aber zumindest ist das sein Angebot an dich.
Falls es dich neugierig macht, ist ein guter Vorsatz fürs neue Jahr: "Ich lese das neue Testament einmal ganz durch."

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