Emo – der tränenreiche Jugendtrend

Ein Mädchen, schwarz gefärbte Haare, dick aufgetragener Lidschatten. Sie spricht sanft in ihre Webcam, erzählt von sich, von ihren Gefühlen und dass sie auf der Suche nach echten Freunden ist. Das Video stellt sie online, und kurze Zeit später bekommt sie die ersten Antworten: “Du scheiss EMO! Bring dich doch um, wenn du depressiv bist!”


Emo – ein Musikgenre, ein Modephänomen, eine Lebenseinstellung. Diese Jugendbewegung lässt kaum einen Teenager kalt: Entweder man ist Emo oder man hasst sie.


Der Ursprung der Szene liegt in Washington D.C. Mitte der 1980er war die amerikanische Ostküste die Hochburg des Hardcore, einer extrem harten Spielart des Punkrock. Einigen Bands in Washington war das Machohafte dieser Szene zu platt. Sie wollten nicht nur über die üblichen Themen – Wut, Zorn, Hass – singen. Sie hatten Gefühle, sie waren verliebt, sie trauerten… und ihre Musik sollte diese Emotionen transportieren. Der Emo (Emotional Hardcore oder Emo-Core) war geboren.


Die ursprüngliche Hardcore-Szene konnte mit diesen “Weichlingen” nicht viel anfangen. Auf einem echten Hardcore-Konzert ging es wild zu. Bei einem Emo-Gig konnte es dagegen schon mal vorkommen, dass der Sänger auf der Bühne in Tränen ausbrach.


Auch modisch hoben sich die Emos bald von den anderen Subkulturen ab. Man erkennt sie an den Schwarz gefärbten Haaren und dem Lidschatten (auch bei Jungs). Enge Hosen und Pullover gehören ebenso zum Emo-Dresscode, wie der Nietengürtel und ein Totenkopf-Button. Auch tauschten die Jugendlichen ihre Springerstiefel gegen Sportschuhe, wie Chucks und Vans ein. Die Farben Schwarz und Pink dominieren. Ganz wichtig sind die Frisuren. Jungs lassen sich ihren Pony ins Gesicht hängen, damit man ihre Augen kaum sieht. Mädchen tragen gerne pinke oder giftgrüne Haarstränen.


In den 90ern hatte die Bewegung ihren Höhepunkt – jedenfalls im Underground-Bereich. Inzwischen ist Emo weltweit verbreitet, und ist bei Kids aus allen Gesellschaftsschichten beliebt. Bei den Emos stehen die Gefühle im Vordergrund. Sie schreiben Gedichte und führen Tagebuch (bzw. eine myspace-Seite). Oft sind sie traurig, verzweifelt und reden von Selbstmord. Themen, wie Trauer und Tod werden nicht verdrängt, aber auch Liebe und Freundschaft bewegen sie. Ein Emo lässt seinen Gefühlen absolut freien Lauf, auch im Bereich der Sexualität – Bisexualität ist in der Szene üblich.


Emos werden häufig für ihre Gefühlsduselei kritisiert: “Ein Emo bricht psychisch schon zusammen, wenn´s im Supermarkt mal sein Lieblingseis nicht gibt.” Besonders Punks haben es auf die Emos abgesehen. Emo-Kids werden häufig von ihnen angepöbelt, bespuckt und verkloppt. Sehr mutig! Die Punker haben sich schon in den 70ern die friedlichen Hippies als Feinde ausgesucht… nun sind es die sanften Emos, die verprügelt werden.


Aber ein echter Emo lebt gerne mit der Ablehnung und dem Unverständnis seiner Umwelt. Das bestätigt ihn nur in seinem Weltschmerz, und macht ihn so introvertiert wie eine Schildkröte.


Die Unterschiede könnten größer nicht sein: Radikale Punks mit ihrer Aggression, dem politischen Anarchismus und dem Alkoholismus – dagegen Emos, die extrem gefühlsbetont, melancholisch und introvertiert durch die traurige Welt streunen.


In den Jugendszenen sind die Extreme tonangebend. Ein ausgewogenes Gefühlsleben findet man selten unter den Teenagern. Dabei sollten uns doch die Gefühle unterstützen, und nicht unterdrücken! Unser Leben sollte nicht von unseren Gefühlen geprägt sein, unsere Gefühle müssen der Realität des Lebens folgen. Wahre Gefühle machen einen Menschen aus… und auch hier ist uns Jesus Christus das größte Vorbild. Er freute sich, wenn es Grund zur Freude gab (auf einer Hochzeit in Kana) – und Er weinte und trauerte nach dem Tod Seiner Freunde Lazarus und Johannes, dem Täufer. Jesus hatte ECHTE Gefühle, weil Sein Leben ECHT war – und ist. Lass dich von deinen Gefühlen nicht betrügen! Suche Gott, dann wirst du wahre Freude, echte Liebe und ewigen Frieden finden.

Kommentare

  1. Sandra

    viele Leute erzählen immer das emos fuchtbare Menschen sind ,aber sie sind genau so wie wir nur sie gehen anderster mit ihren gefühlen um ,und nicht alle Emos ritzen sich …..
    normale menschen sehen normal aus tragen normale Klamotten und ihnen im Herzen ist alles zerbrochen sie fühlen sich einsam und allein gelassn.

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