Schülerdemos zwischen „We want peace“ und American Life

Im Irak ist Krieg. In Deutschland ist Frühling. Ein Frühlingsduft der sanften Anarchie weht durch deutsche Straßen. Von München bis Hamburg demonstrieren Kids, die in Hamburg trotzen sogar Wasserwerfern und bekommen locker die Mischung zwischen ernster Demo und fröhlichem Wet-Shirt Contest hin. Moralisch unterstützt werden sie von einer ganzen Armee ihrer Pophelden: Moby, Spax, REM, Green Day, R.A.T. Machine, Beasty Boys, Mick Jones, Madonna und nicht zuletzt Lenny Kravitz. Sie feuern musikalische Breitseiten gegen den Medienkrieg. Wer hat da keine Lust zum Protest?

Rudi Dutschke: Jesus gegen die Logik des Wahnsinns

Rudi Dutschke, Heros und Opfer der 68er-Revolte, führte heimlich Tagebuch – über Gott, die Liebe und die Grünen. Jetzt hat seine Frau die Aufzeichnungen freigegeben. Ostern 1963 vertraut Dutschke seinem Tagebuch an: „Jesus ist auferstanden, Freude und Dankbarkeit sind die Begleiter dieses Tages; die Revolution, die entscheidende Revolution der Weltgeschichte ist geschehen, die Revolution der Welt durch die alles überwindende Liebe. Nähmen die Menschen voll die offenbarte Liebe im Fürsich-Sein an, die Wirklichkeit des Jetzt, die Logik des Wahnsinns könnte nicht mehr weiterbestehen.“

Irakkrieg – die Experten sind da

Nur wenige merken am Bildschirm, dass der eine oder andere Medienvertreter darauf hinweist, dass wir mitten in einem Medienkrieg stecken. Aber wer spürt die sanfte Verblödung? Wer hat überhaupt noch eine Meinung bei soviel Stimmengewirr? Es gibt einen Halt für die Gefühle und die Gedanken. Es gibt Orientierung. Sie kommt nicht von Menschen, sondern von dem, der Himmel und Erde gemacht hat. Von dem, der dich kennt, der weiß wie du dich fühlst. Er kennt deine Ängste.

Demos und wahrer Friede

Ja, es fällt uns leicht gegen etwas Schlimmes zu protestieren – aber gleichzeitig haben wir es schwer selbst in Frieden zu leben. Es gibt unheimlich viel Gewalt und Hass in Schulen, Familien, Büros und Fabriken. Ehepaare bekriegen sich. Nachbarn zerren sich vor Gericht. Wir verlangen von den Mächtigen der Welt etwas, was wir selber nicht praktizieren. Darum verpufft unsere Demopower im Nichts. (Auch unter anderem deshalb, weil Kriege von bestimmten Medienkonzernen und Privatfirmen gesponsert werden und keine Bevölkerung eines Landes dieser Welt ihnen durch Konsumboykott den Geldhahn zudreht …)

Shanghai is coming …

Die Themen von Mianmians Geschichten spiegeln ihr eigenes Leben wider. Sie berichtet von der Subkultur, die sie erlebt und gelebt hat: Heroinsucht, Schwulen- und Lesbenbars, Mode, Musik und ein modernes Lebensfeeling. Shanghai ist die erste chinesische Großstadt, die einen Wandel dieser Art erlebt. Mianmian drückt das aus, was viele junge Chinesen denken und leben wollen. Mianmian jedenfalls ist nicht wirklich glücklich, das gibt sie offen zu. Ihre Sehnsucht wurde nur noch größer, aber ihr Hunger nicht gestillt. Sie dürstet nach dem Leben, aber die westliche „Kultur“ vermag diesen Durst nicht zu stillen.

Heroin (Teil 2) – Befreiung statt Freigabe

Viele der folgenden Aussagen werden als Argumentation für eine Legalisierung herangezogen, akzeptiert und für wahr befunden: 1. Reines Heroin ist unschädlich 2. Haschisch ist ungefährlich 3. Jeder hat die persönliche Freiheit, Rauschgift zu nehmen, damit schadet er niemandem 4. Das Verbot und nicht die Droge führt zur Verelendung 5. Durch Fixerräume, Notschlafstellen, Suppenküche, usw. kann den Junkies geholfen werden 6. Ein kontrollierter Umgang bewirkt, dass die Süchtigen nach einer zeitlich begrenzten Suchtphase von alleine wieder aufhören 7. Andere Länder haben doch auch Erfolg mit liberaler Drogenpolitik 8. Bei einer Legalisierung geht die Kriminalität zurück 9. Die Drogenmafia kann mit einer Legalisierung ausgeschaltet werden

Der Mensch will hoch hinaus …

Ground Zero will wieder bebaut werden. Höher, schöner, pompöser – das höchste Gebäude soll in New York errichtet werden, als Wahrzeichen für … – ja, wofür eigentlich? Der Berliner Architekt Daniel Libeskind hat den Architektur-Wettbewerb gewonnen. In der Endrunde behauptete er sich gegen ein New Yorker Architektenteam, das ebenfalls ein futuristisch anmutendes Superhochhaus ins Rennen gebracht hat. Schon in vier Jahren soll das neue Gebäude anstelle der Twin Towers das neue Wahrzeichen des Big Apple sein. 1776 Fuß (= 530,2m) soll der Wolkenkratzer hoch sein (in Anspielung auf das Jahr der Unabhängigkeit der USA).

Zé Roberto über seinen Glauben

Bei Roberto ist Fußball Kunst – „Mein Dribbling ist ein Geschenk Gottes.“ Dieser besondere Profi verfolgt konkrete Ziele, auch für sein späteres Leben. Er ist praktizierender Christ und trinkt keinen Alkohol. Zé Roberto hat einen dreijährigen Sohn, Endrik. Für Juli meldet sich der zweite Nachwuchs an. Die Familie ist ihm alles, die Show scheut er. Somit geht es nach getaner Arbeit sofort nach Hause. Trotz des guten Verdienstes interessiert ihn Reichtum nicht – er liest die Bibel und zitiert daraus gerne: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber seine Seele verliert? Um welchen Preis kann er sein Leben zurückkaufen?“ (Matthäus 16,26)

Sündiges Eis

„Magnum“, die erfolgreichste Eisversuchung wird jetzt unter dem Motto „Sin sells“ unter die Leute gebracht. Ein Papst hat vor etwa 1400 Jahren die sieben Todsünden aufgeschrieben: Wollust, Faulheit, Völlerei, Habgier, Neid, Rachsucht und Eitelkeit heißen sie. „Verhängnisvoll“ hat er sie genannt. Wer kann hier leugnen, dass er da betroffen ist? Aber Freunde – Sünde schmilzt nicht in der Sonne wie Eis. Aber die Bibel verbindet die Todsünde mit etwas viel, viel Besserem – mit der Vergebung der Sünde.

Fleischbeschau im Pop

Schon vor Wochen, als die Gerüchte der Affäre durchs Münchner Nachtleben schwirrten, hätte man stutzig werden können. Der Weltfußballer Oliver Kahn sei einer Barfrau verfallen, hieß es da, die „exakt so aussieht wie Christina Aguilera.“ Das klang wenig glaubwürdig – doch jetzt, wo diese Barfrau auf allen Titelseiten prangt, muss man der Wahrheit ins Auge sehen: Verena K., 21, das „wilde Partyluder“, steht für größere popkulturelle Zusammenhänge. Und eine Affäre, die sonst nicht der Rede wert wäre, gewinnt klare Relevanz in Sachen kultureller Ikonografie.