Deutschland geht es einfach zu gut. Vor dem Untergang kommt der Verfall.

Welcher Schwachsinn, welch eine bodenlose Irrelevanz, welche eingebildeten Luxusprobleme hat dieses Land. Henryk M. Broder sagt es uns:

„Wer wissen möchte, wie die Gesellschaft der Bundesrepublik tickt, was die Menschen aufregt und bewegt, der sollte eine gut sortierte Buchhandlung besuchen. Und sich in die Abteilung Kochbücher begeben. Dort ist der Zeitgeist zu Hause. Mit Titeln wie „Vegan für Einsteiger“, „Vegan vom Feinsten“, „Peace Food – Das vegane Kochbuch“, „Vegan for Fit“, „Vegan for Fun“, „Vegan abnehmen“, „Vegane Küche für Kinder“, „Das Rock ‘n’ Roll Veganer-Kochbuch“.

Gleich daneben findet der Tierfreund alles, was er über seine kleinen Lieblinge wissen möchte. „Die besten Hundespiele“, „Hilfe, mein Hund ist in der Pubertät“, „Spiel- und Wohnideen für Meerschweinchen“, „Können Hunde träumen?“ Und nur ein paar Schritte weiter, in der Abteilung Erziehung, gibt es meterweise Gender-Forschung, eine relativ neue, aber schon sehr ausdifferenzierte Disziplin: „Gender Mainstreaming im Kindergarten“, „Männer in Kitas“, „Gender in Islam und Christentum“, „Gender in der Drogenarbeit“, „Gott und Gender“.

Mehr verwirrt als aufgeklärt verlässt der Besucher die Buchhandlung und sucht Zuflucht im wirklichen Leben – bei Bratwurst und Fritten in einer Imbissbude an der Ecke. Dabei fällt sein Blick auf eine Boulevardzeitung, die ein Gast liegen ließ. Die Titelseite ist schon etwas zerknittert, aber gut lesbar: „Erster Berliner Friedhof nur für Lesben“. Nach dem Besuch in der Buchhandlung kann den Fast-Food-Gourmet nichts mehr überraschen, aber das hier, das geht zu weit. Lesbenfriedhof! Wird es demnächst auch Friedhöfe für Veganer geben? Oder für Nichtraucher, Radfahrer, Pazifisten, Nudisten und Atheisten, die unter ihresgleichen ruhen wollen?

Man kann es nicht ausschließen. Die Überflussgesellschaft kreiert Probleme und macht zugleich Angebote zu ihrer Lösung, von denen Menschen in Albanien und Zimbabwe nicht einmal wissen, dass es sie gibt, weil sie damit beschäftigt sind, ihre primären Bedürfnisse zu sichern. Das täglich Brot und ein Dach über dem Kopf. Wer auf der Straße lebt, wird sich kaum um einen Platz im „Dschungelcamp“ bemühen.

Nur dort, wo die Grundbedürfnisse garantiert sind, kann sich jene Form der Dekadenz entfalten, die der „Spiegel“ vor Kurzem in einer Titelgeschichte über den „Konsumverzicht“ feierte: „Weniger haben – glücklicher leben“. Politiker, die nach nur zwei Legislaturperioden eine höhere Rente bekommen als ein Arbeitnehmer nach 30 Jahren, predigen eine „Kultur des Weniger“.

Die Republik hat ein Wohlstandsniveau erreicht, das in der deutschen Geschichte einmalig ist. Die Lebenserwartung war nie höher, die medizinische Versorgung nie besser, der Zugang zu Bildung nie umfassender, der gesetzlich garantierte Urlaub nie länger, die Arbeitszeit nie kürzer. Was immer man von der Politik der jeweiligen Regierung hält, man muss zugeben, dass das Land ordentlich verwaltet wird.

Das Schlimmste, das einem Bürger zustoßen kann, ist, dass er auf seinen iPad eine Woche warten muss oder dass er in der Schleife eines Call-Centers verloren geht.“ www.welt.de/politik/deuts…ht-es-einfach-zu-gut.html

Der Überdruß an sich selbst treibt übersättigte Gesellschaften wie Lemminge über die Klippen. In ihren schwarzen Anzügen kann man beobachten wie sie jeden Morgen die Abflughallen der Airports bevölkern. Die abgehobenen Wohlstandsträumer. Doppelpaß, Kommunalwahlrecht für Außereuropäer, Sozialhilfe für EU-Ausländer, das Wegschauen bei Migrantengewalt, das sind verdrängte suizidale Tendenzen einer Gesellschaft, die den Sinn für sich selbst verloren hat. Also weiter so, bis es knallt weiter machen mit ,,Panem et Circenses“ = Brot u. Spiele! Rom ist auch an seiner Dekadenz zu Grunde gegangen. Eines hat uns die Geschichte immer weider gezeigt, jede Hochkultur ist an seiner Komplexität und seiner Dekadenz elend zugrunde gegangen. Die beschlipsten, bekofferten, beanzugten in viel zu großen Schuhen laufenden Hipster wurden von hungrigen, schlechter gestellten Völkern ausgelöscht. Aber wir lachen immer nur über Broders bitterbitterbittersüßsüßsüß-böse Realsatire auf unser sterbendes Land. Unser falsche Selbstzufriedenheit und Selbstgerechtigkeit wird uns killen. Eine heile Welt wird dir nur vorgelogen oder lügst du dir selber vor.
Ein rettender Ostergedanke zum Schluß:
Während die Welt Jesus am Kreuz beseitigt, beseitigt Jesus die Sünde der Welt am Kreuz. Allein er ist deine letzte Chance.

Kommentare

  1. ali

    Politisch anpassestes Gerede hat nicht mit Nächstenliebe zu tun. Liebe hat was mit Wahrheit zu tun. Liebe Anina, komm zu mir nach Hause, dann kannst du Ausländer treffen die bei mir in der Familie wohen. Erst vor ein paar Tagen sind hier drei afganische Asylsuchende zu Gast gewesen. Wann hast du praktische Nächstenliebe ausgeübt? Wieviel Penner, Junkies, Punker, Ausländer, Asylanten oder Strassenkinder haben bei dir schon gewohnt? Bei mir schon viele. Liebe und Wahrheit gehören zusammen. Mach dir mal Gedanken was richtige Toleranz ist. Du findest Erklärungshilfen auf unserer Seite. Frohe Ostern mit Jesus.

  2. anina

    Geht es den Deutschen wirklich „zu gut“?

    Schön,wenn es so wäre, aber ich sehe hierzulande weder Anzeichen des „Verfalls“ noch spätrömische Dekadenz.

    Was mich dagegen viel mehr beunruhigt, sind die Beiträge,die man zum Teil auf dieser Seite findet…

    Intoleranz, Diskriminierung und Statements,die eher nach NPD als nach christlicher Nächstenliebe klingen sind hier an der Tagesordnung.

    Was meinst du z.B. mit dem Satz :“Kommunalwahlrecht für Außereuropäer, Sozialhilfe für EU-Ausländer, das Wegschauen bei Migrantengewalt, das sind verdrängte suizidale Tendenzen einer Gesellschaft, die den Sinn für sich selbst verloren hat.“ ???
    Soll ich das so verstehen, dass Ausländer der Untergang unserer Gesellschaft sind?

    Hoffentlich nicht…

Kommentar verfassen