Der Mord zum Film – Mediale Gewalt und Nachahmung

Es ist grotesk und schrecklich: Die letzte Szene aus Halloween I. Der Killer schleicht mit Totenkopfmaske die Treppe hoch. Ein junges Mädchen schreit voller Todesangst: „Nein! Nein! Nein!“. Noch schrecklicher und grotesker ist, dass ein junger Mann genau diese Szene Wirklichkeit werden ließ. Der 20-jährige Mörder Michael W. muss sich derzeit vor dem Augsburger Landgericht für den Mord an dem schlafenden Nachbarskind verantworten. Er hatte eine Totenkopfmaske übergezogen und stach 27 mal mit einer 30cm langen Klinge auf das Kind ein. In seiner Wohnung fand die Polizei 72 Gewaltvideos, von denen allein 60 wegen ihrer besonderen Brutalität auf dem Index stehen.


Diese Parallele zwischen Film und Mord ist indes längst keine Seltenheit mehr:





















Im brandenburgischen Potzlow töteten im Sommer 2002 drei jugendliche Neonazis den 16-jährigen Marinus Schöberl genau wie im Film American History X. Der „Held“ des Films zwingt einen Menschen mit dem Kopf auf den Bordstein und bricht ihm dann mit einem Fußtritt das Genick. Marinus wurde genau so hingerichtet. Zwei Wochen vor der Tat hatten sich die Mörder American History X reingezogen.



Scream 3 veranlasste eine jungen Franzosen in Paris schreiend auf Vater und Mutter einzustechen.



Scream 2 veranlasste einen jungen Amerikaner die Eltern seiner Freundin hinzurichten.



Auch Oliver Stone, der Regisseur von Natural Born Killers staunte nicht schlecht, als zwei Jugendliche aus Louisiana nach filmischem Vorbild eine Verkäuferin buchstäblich in den Rollstuhl schossen.



Alexander K. rannte mit einem Samurai-Schwert durch Berlin-Hohenschönhausen und schrie: „Ich bin der Highlander“ und konnte nur von Elite-Polizisten überwältigt werden.



Einen ganz besonderen „Trick“ hatten zwei junge Männer der TV-Mafia-Serie Die Sopranos entnommen: Nachdem sie ihre eigene Mutter (!) getötet hatten, schnitten sie ihr Kopf und Hände ab, um die Identifizierung zu erschweren.


Noch mehr Beispiele? Ich glaube, das sind genug. Es gibt noch mehr und leider nehmen Verbrechen dieser Art zu, da es immer mehr junge Menschen gibt, die sich mit solchen Negativ-Helden identifizieren. Ausrasten tun immer nur Einzelne. Oftmals solche, denen das Leben bisher nur Ablehnung, Verachtung und Lieblosigkeit entgegengebracht hat – bis das Fass überläuft; einzelne Szenen aus perversen Filmen sind dann die Initialzündung.


Wir halten hier nachweisbare Fakten fest. Und die meisten Menschen tun diese Filme kurzerhand als „Unterhaltung“ ab. Wir glauben immer noch nicht, dass Harry Potter unsere Kinder verseucht mit okkultem Gedankengut (kein Wunder: Der Papst hat Harry Potter ja abgesegnet und erklärt, dass die Inhalte nicht der „christlichen Lehre“ widersprechen – welche „christliche Lehre“ er auch immer meinen mag, die biblische ist es jedenfalls nicht!). Wir glauben auch immer noch nicht, dass die Pokémons aus unseren Kindern kleine aggressive Monster machen können.


Man kann so viel diskutieren, wie man will. So lange Hollywood und die Medien Macht über uns haben, wird sich daran nichts ändern (lies auch unseren Report „Die Medien – der »Minuspol«?“). Was also ist passiert? Was ist aus unserer Gesellschaft geworden?


Nun, es gibt eine Antwort, die sollte uns allen zu denken geben: Wir haben Gott aufgefordert, aus unserem Leben zu verschwinden. Zuerst aus der Regierung, dann aus der Schule und Erziehung, dann aus unserem persönlichen Bereich. Die Kinder sollten für schlechtes Benehmen nicht mehr bestraft werden. Töchter sollten abtreiben dürfen ohne Erlaubnis der Eltern. Pornozeitschriften überschwemmen das Land und Gewalt und Perversion sind tagtägliche Begleiter. Musiker rufen auf zu Drogenkonsum, Mord und Satanismus. Und wir finden das alles okay und sagen immer noch „Es ist alles in Ordnung!“ und wundern uns, dass Kinder kein Gewissen mehr haben und gut und böse nicht mehr unterscheiden können.


Ich denke, dass wir ernten, was wir gesät haben!


Wir glauben den Zeitungen, aber die Bibel stellen wir in Frage. Dabei hat das Wort Gottes die ideale Anleitung für menschliches Miteinander und selbst über den Zustand der heutigen Zeit können wir in der Bibel nachlesen. Sei mal ehrlich: Erkennst du dich ein Stück weit wieder, wenn du folgenden biblischen Text liest?


„Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden; denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott.“ (2. Timotheus 3,1-4)


Aber deswegen ist nun nicht alles hoffnungslos, im Gegenteil: Gott ist real und er will dich! Er möchte gerne, dass du ihn kennen lernst und ihm vertraust. Er ist der souveräne Gott der Bibel und er kennt dein Herz genauso wie das Herz eines Mörders. Ihm bleibt nichts verborgen und das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Aber noch ist Zeit, sein Angebot der Gnade anzunehmen. Die Basis für den Frieden mit Gott wurde am Kreuz auf Golgatha geschaffen, wo Jesus Christus starb als Stellvertreter für dich und mich und auch für den Mörder Michael W., der zu recht verurteilt wird und seine Strafe erhält, der aber auch vor Gott bereuen kann, weil Jesus auch für diese schreckliche Tat am Kreuz bezahlt hat.


„Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen [d.h. einzigartigen] Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“ (Johannes 3,16)


Noch Fragen oder sonstiges? Schreib’ mir!

Kommentare

  1. ali

    “Du sollst nicht töten!”

    Predigt anlässlich der Trauerfeier für die Opfer des Verbrechens am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt Von Landesbischof Christoph Kähler, 3. Mai 2002

    Liebe Angehörige! Liebe Trauergemeinde!

    “Du sollst nicht töten!” Dieses Gebot gilt seit ältesten Zeiten. Es gilt heute ebenso: Du sollst nicht deine Lehrerin töten und nicht deinen Mitschüler! Du sollst keinen Älteren ermorden – und – du sollst auch nicht dein eigenes Leben zerstören! Denn: “Wenn ein Mensch getötet wird, stirbt eine ganze Welt” – sagt ein jüdisches Sprichwort.

    Kinder trauern um Eltern, Eltern um Kinder, Frauen um Männer, Männer um Frauen, Kolleginnen um Kollegen und Freunde. Jedes Opfer war Teil einer ganzen Welt. Diese ist jetzt schwer verletzt, ja zerstört. Deshalb: Du sollst nicht töten, denn Leben ist heilig. Nicht durch uns wird es heilig, sondern durch den, der es uns schenkt, durch Gott. Er will, dass wir Leben schützen und am Leben bleiben – gegen alle tödliche Grausamkeit. Aber warum geschieht dann so Schreckliches, das eine ganze Schule, eine ganze Stadt, ein ganzes Land getroffen hat? Es reicht offenbar nicht, zu sagen “Du sollst nicht töten!”, obwohl es nicht oft genug gesagt werden kann und im Alltag bis in die Spiele hinein eingeübt werden kann. Es reicht nicht, Gerichte zu haben und Polizei. Es reicht nicht, Schuldige zu finden und zu bestrafen. Das kann und soll alles zu seiner Zeit sein, wenn es Schuldige gibt.

    Aber es reicht nicht aus, darum sagt Jesus: “Mord beginnt im Herzen” – unsichtbar. Dann setzt er sich im Kopf fest. Der Mord beginnt in meinem und in deinem Herzen. Er beginnt mit der Wut, der Enttäuschung. Er äußert sich im Schimpfwort und kann schließlich im einsamen Hass münden, der andere zur Zielscheibe macht. Aber, so werden Sie fragen, ist es nicht eine Zumutung, am Tag der Trauer und des Entsetzens; an dem Tag, an dem wir uns um die Angehörigen der Opfer sammeln; an dem Tag, an dem sich das Mitleid Ausdruck sucht; an dem Tag, an dem wir zusammenstehen und uns stützen wollen; ist es da nicht eine Zumutung, den Blick auf diese Abgründe, auf den Anfang in uns selber zu richten? Wir waren es doch nicht. Unter uns sind die tief betroffenen Verletzten.

    Doch, es gibt keinen einfachen Trost. Wir sind es den Opfern schuldig. Prüfe sich jeder selbst und erspare sich nichts. Nur wer die Augen nicht vor sich selber verschließt, kann anders handeln und mit anderen zusammen Leben gewinnen. Es ist gut, wenn wir Blumen und Kerzen auf den Domstufen niederlegen. Es war das Nächstliegende, dass ihr Schüler und Lehrer euch in die Arme genommen habt, und dabei wurde viel Kleines und Kleinliches bedeutungslos. Es ist wichtig, wenn Zeichen der Trauer vor der Gutenbergschule stehen. Es sind Zeichen dafür, dass ihr beieinander bleibt, dass ihr nicht allein seid – in Trauer und Wut, in Verstörung und Angst. Es wird gut sein, wenn Zeichen der Erinnerung zu Hause, in der Schule, in der Stadt bleiben. Doch die wichtigste Folge wird sein: Ihr werdet aufeinander zugehen und feststellen, was zwischen euch steht; dann, wenn der Alltag allmählich wieder einkehrt. Dann, wenn neben der Trauer anderes Platz findet. Wir können nur gemeinsam leben. Leben gewinnen.

    Denn auch das Leben beginnt im Herzen und ergreift den Kopf, friedliches Leben, Leben, das den tödlichen Hass überwindet. Es beginnt – fast unmerklich – mit dem aufmerksamen Blick. Was fehlt dir? Es setzt sich fort, wenn Zeit für ein langes Gespräch ist, wenn Wut und Enttäuschung, Zorn und Bitterkeit ausgesprochen werden können; wenn ich meine eigene verborgene Schuld eingestehen und mein Gegenüber verzeihen kann; wenn so Geduld miteinander und Zuversicht wachsen können.”Selig sind, die Frieden stiften.” Auch dafür darf eine 17. Kerze brennen. Das ist – heute – eine Hoffnung gegen den Augenschein, es ist eine Bitte, ein flehendes Gebet an den, der uns Leben schenkt und uns begleiten will. Wir wenden uns an ihn: Verlass uns nicht in der tiefen Dunkelheit! Gib Trost, wo die Trostlosigkeit über uns zusammenzuschlagen droht! Hilf dort, wo nichts mehr zu helfen scheint! Schaffe Gerechtigkeit, verwandle den Tod in neues Leben! So, wie du es an Jesus von Nazareth sichtbar gemacht hast! So halten wir die Hoffnung fest, dass uns am Ende Gott erwartet. Er wird zu jeder zu jedem sagen: “Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.”

    Und dieser Friede Gottes bewahre eure Herzen, Sinne und Verstand. Amen

    zeit.de

  2. ali

    dazu folgenden artikel:
    vor 75 Jahren wurde in New York einer der schärfsten Kritiker der modernen Mediengesellschaft geboren, Neil Postman (1931-2003). Der Professor für Medienwissenschaft hat eine Reihe von Büchern veröffentlicht. Eins heißt »Wir amüsieren uns zu Tode«. Darin warnt er vor den Gefahren der Fernseh-»Kultur«, weil sie die selbstständige Urteilsbildung der Menschen verhindere, indem sie ihnen einhämmert, was sie denken sollen.

    Leuten wie Neil Postman sollten wir von Herzen dankbar sein, dass sie uns auf die Gefahren der Bilderflut aufmerksam machen. Schlichte Gemüter glauben einfach, was sie zu sehen bekommen; aber wer sagt, ob die Bilder wahr sind, oder ob nicht bestimmte Dinge immer wieder gezeigt und andere genauso beharrlich unterdrückt werden? Ja, und die Kritischen? Sie glauben schon lange an gar nichts mehr und wollen sich nur »volldröhnen« lassen, damit sie nicht nachdenken müssen. Und wie erst geht es unseren Kindern, wenn sie ihr Weltbild aus dem Fernseher und von Computerspielen beziehen? Sie haben noch fast gar keine Vergleichsmöglichkeiten mit der tatsächlichen Wirklichkeit, dafür aber ein überaus aufnahmefähiges Gehirn. Wir müssen uns über Verhaltensauffälligkeiten wahrlich nicht mehr wundern.

    Gott will uns auch aus diesen Gefahren erretten und zur Erkenntnis der Wahrheit, der Wirklichkeit bringen. Und das heißt zunächst, dass wir der Medienflut in unserem Heim Einhalt gebieten und Gott zu Wort kommen lassen. Er zeigt uns dann seinen guten Weg aus aller Verlorenheit, und wenn wir ihn gehen, gelangen wir zu der heilsamen Erkenntnis unseres Gottes und zu der Beziehung, zu der wir berufen sind.

  3. errettet

    eine Kritik und ein Lob

    Ich stimme mit euch vollstens darin überein, das die massenmedien unsere gesellschaft an den Moralischen Ruin führen indem sie immer mehr die Kontrolle zu unserem Gewissen bekommen, das gewissen aber nicht aufpolieren sondern es gänzlich abschalten. Auf einmal haben wir keine Scham mehr davor, zu sagen das wir abgetrieben haben. Auf einmal wird man bejubelt, wenn man mit dem Hübschesten Mädchen ein ‘One-Night-Stand’ hatte. Auf einmal ist es in unserer Gesellschaft soweit gekommen, dass der Bild mehr glauben geschenkt woird als dem erlösenden Wort gottes. Vor 50 Jahren war es noch nicht denkbar, das die Kirchen Homosexuelle Paare Trauen, aber wie weit sind wir im Land der Reformation gekommen, dass sogar in der Kirche bestenfalls über das wort des Königs der Könige höchstens noch milde gelächelt wird? Können wir uns bei einem solchen Verfall der eigentlichen Vorbilder denn noch wundern, dass die Kinder nichts mehr von Moral verstehen und Gott nicht mehr kennen? Ich glaube, dass wir uns unsere geistliche und Moralische Stellung selber ausgesucht haben indem wir Gott Ade gesagt haben und uns dem Teufel geöffnet haben. Und dann wundert es auch nicht mehr, dass in emsdetten wieder ein verzweifelter Jugendlicher seine Gewaltspiele nachgespielt hat und dabei Jugendliche verletzt hat.
    Ich hoffe und bete, dass bald wieder ein Ruck durch das Land gehen möge, dass sich die Menschen wieder daran erinnern, dass Gott uns genau davor gewarnt hat und das die Menschen wieder erkennen, wo sie wirklich  errettung finden können. Ich finde ihr habt das wieder sehr gut auf den Punkt gebracht. Gott Segne euch, eure Artikel zeigen immer wieder gute sachen und helfen auch Christen sich wieder auf ihre Wurzeln zu stützen.
    Der HERR mit euch!
    ErRettet
    P.s. meine Kritik 😉 Den Film American History X soweit als schelcht darstehen zu lassen finde ich soweit am sinn des filmes vorbei, das der film eindeutig gegen Neonazis gerichtet ist. Das manche beschrekten rechten den film falsch verstehen, dafür können nun ja die macher des filmes nichts 🙂

  4. conrad

    DAs stiommt aber das Fernsehen verstärkt diesen Effekt. Die Ursache liegt denke ich in unseren zerstörten Familien. Der Platz der Gott der Familie zugedacht hat wird nicht mehr beachtet.
    Grüße
    Conrad

  5. Ginger Fitzgerals

    Ertziehungsfrage

    Die eben beschriebenen Greultaten entstehen hauptssächlich daraus das der Täter die Film Handlung nicht mehr eindeutig von der Reralität trennen kann. Das ist vor allem bei frühem und häufigem Fernsehkonsum der Fall. Aber jetzt hier das Fernsehen zu verdammen wäre falsch. Wer setzt denn seine Kinder vor den Fernnseher. Die Eltern denen nichts besseres einfällt. So wird schnell automatisch und reflektionslos in sich aufgesogen. Ein Trennen von einer Horror Film Handlung die weder ernstzunehmend noch Nachamuhngswürdig ist , von der Realität kann auch schon von Jugendlichen geleistet werden. Wenn die Eltern das Interesse am Kind verlieren dann wird sich das so soder so auswirken. Wenn nicht durchs Nachahmen von im TV konsumieretr Gewalt, dann halt woanders.

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