Wird die Wissenschaft immer noch unterdrückt?

„Die Kirche war es doch, die die Wissenschaft im Mittelalter unterdrückt hat und sich – mit allen Mitteln der Inquisition – dagegen gewehrt hat, dass die Wahrheit ans Licht kommt.“ 

Ähnliches wird mir immer mal wieder entgegengehalte mit Sätzen wie „Die Wissenschaft hat bewiesen, dass …“ oder „Die Physik hat doch gezeigt, dass… “ oder gerade aktuell „Wurde in Cern nicht der Urknall bewiesen…“

Nun möchte ich an dieser Stelle weder über „Die Wissenschaft“ oder „Die Physik“ reden, aber über eine Frage, die sich mir gestellt hat. Der große Fehler in der Zeit der Unterdrückung der Wissenschaft war doch, dass eine mächtige Institution wie die Kirche (zur damaligen Zeit), Wissenschaftlern und ihren experimentell und durch Beobachtung gewonnenen Daten keine Beachtung schenkten. Diese Menschen wurden einfach „zum Schweigen gebracht“. Wenn immer ich heute mit den Menschen rede, die obige Sätze gerne verwenden, dann merke ich, dass ich mit Argumenten, die evolutionskritisch oder Urknall-kritisch sind, häufig auf taube Ohren stoße. Dabei sind die Probleme, die Theorien wie vom Urknall (Feinabstimmung des Universums, energetische Zustände…) oder Evolution (Entstehung der DNA, Entstehung der ersten Zelle, Makroevolution, Artensprünge…) hervorbringen, noch lange nicht gelöst oder befinden sich in vielen schier aussichtlosen Sackgassen. Nur werden heute Menschen, die das sagen, nicht mehr gehört. Zum Glück – und dafür bin ich sehr dankbar – werden in Deutschland Kritiker des gerade wissenschaftlichen Mainstreams „nur“ ruhig gestellt. Sie bekommen kein Gehör, finden keine Zeitschriften, in denen sie wissenschaftsrelevant publizieren könnten und ihre wissenschaftlichen Errungenschaften werden meist totgeschwiegen. Andere Länder sind da weiter. In China kann man bestraft werden, wenn man öffentlich die Evolutionstheorie anzweifelt. Und damit wiederholt sich dieses unrühmliche Kapitel der Geschichte, wenn es aus der Mehrheit eine Institution gibt, die sich weigert, wissenschaftliche Argumente, Daten aus Beobachtung und Experiment, wahrzunehmen und ernsthaft zu diskutieren. Als Naturwissenschaftler habe ich großen Respekt vor Menschen, die ihre wissenschftliche Karriere auf’s Spiel setzen, weil sie nicht bereit sind, zu schweigen und kritische Ergebnisse publizieren. Wenn Argumente nicht mehr gehört werden, entsteht eine Meinungs-Diktatur. Das kann kein ernsthaft wissenschaftlich-aufgeklärter Menschen wollen.

Menschen, die sich für kritische Argumente von Wissenschaftlern interessieren, gibt es hier den Link zu Wort und Wissen.

Kommentare

  1. Chris

    Ich bin mir nicht sicher, ob ein Scheitern im Peer Review völlig unabhängig von einem Meinungsmainstreaming ist – wenn es so wäre, dann dürfte letzteres doch garnicht entstehen oder? Damit will ich nicht sagen, dass es nicht auch auf beiden Seiten der Diskussion unschlüssige Argumente gibt. Was ich sagen will ist, dass die Diskussion einfach nicht wissenschaftlich geführt wird, obwohl jeder diesen Anspruch bemüht. Dein Leserbrief ist ein gutes Beispiel dafür. Ich entnehme ihm eher Polemik als schlüssige Argumentation.

  2. Entwickelnder

    In China vertritt man eh eine sehr eigene (nicht gerade wissenschaftlich fundierte) Ideen bezüglich der Evolution. Die in dieser Hinsicht sind also nicht “weiter”, sondern pervertiert. Für mich kingt das, als wollte man hier seine Position als angebliches Opfer lediglich etwas ausmalen.

    Bist du dir denn wirklich sicher, dass du Meinungsmainstreaming und “Unterdrückung”, die in logischer Konsequenz irgendwann “chinesische Zustände” zur Folge hätten, nicht einfach mit dem simplen Scheitern im Peer Review aufgrund unzureichender Daten und schlüssiger Argumentationen verwechselst?

    Da du ja Naturwissenschaftler bist, Noisy, wäre es übrigens super, wenn du die auf dieser Website gelisteten Artikel mal ausmisten würdest. Dort findet sich schon seit Jahren Blödsinn wie der angebliche Widerspruch zwischen der Thermodynamik und der Evolution. Alles prüfen, das Gute behalten..?

    PS: Jedes Mal, wenn jemand den Begriff “Makroevolution” verwendet, verliert irgendwo ein Biologe seine Flügel…

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