Gérard Depardieu, der millionenschwere Finanzasylant. Na sdarowje, Gérard.

Unglaublich aber wahr: der französische Schauspieler Gérard Depardieu (64) ist Russe geworden! In einem offenen Brief begründete er seine Entscheidung u.a. wie folgt: „Ich liebe euer Land Russland abgöttisch, seine Menschen, seine Geschichte, seine Schriftsteller… Ehre sei Russland!“ Gérard Depardieu ist das unermüdliche, kreative Kraftpaket, das in weit mehr als 150 Filmen mitgewirkt hat und mit Unmengen von nationalen und internationalen Auszeichnungen überschüttet wurde. Erst vor kurzem hatte er den neuen Asterix-Film mit präsentiert.

Doch der Hauptgrund  für diesen spektakulären Entschluss ist ein anderer: die in Frankreich regierenden Sozialdemokraten planen eine drastische Erhöhung der „Reichensteuer“ auf ca. 75% des Einkommens. Um seinen Unmut darüber zu bekunden, hatte Depardieu vor Kurzem erst ein Anwesen in Belgien gekauft und seinen Wohnsitz dorthin verlegt. Im Dezember noch liess er über die Presse verlauten, dass Erfolg und Kreativität in seinem Heimatland bestraft würden. Im „Land der Zaren“ ist er keine unbekannte Persönlichkeit. Durch seine Filme, zahlreichen Werbespots, Lesungen, war auch dort seine Popularität gestiegen.

Vladimir Putin, seines Zeichens Präsident der Russischen Föderation und laut Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder ein „lumpenreiner Demokrat“, bot Depardieu die Staatsangehörigkeit seines Landes an. Der Artikel 89 Absatz A der russischen Verfassung erlaubt dem Präsidenten u.a. auch solche „Akte der Freundlichkeit“. Was Putin sich davon erhofft, ist für Manche zunächst nicht ganz klar. Nachdem er nun seine dritte Amtsperiode als Staatsoberhaupt angetreten ist, gab es Vorwürfe der Wahlmanipulation und Proteste in der Bevölkerung. Selbst der letzte „Präsident der Sowjetunion“, Michail Gorbatschow, kritisierte die aktuelle politische Landschaft in Russland und insbesondere Wladimir Putin, den er im Dezember 2011 aufforderte „sofort zu gehen“. Da Depardieu ein anerkannter Superstar ist, nimmt Politikwissenschaftler Pawel Swjatenkow an: „Für Wladimir Putin ist der Fall Depardieu ein Super-Projekt wie die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Es geht um einen hochqualitativen PR-Effekt für Russland und für Putin persönlich.“

Dass Depardieu ein wasch-echter Russe wird, ist allerdings fraglich. Um von der pauschalen Einkommenssteuer von 13% profitieren zu können, muss er nicht einmal in Russland wohnen. Er wird wohl der (west-)europäischen Filmindustrie und dem Establishment erhalten bleiben … nur eben fortan mit einem russischen Pass. Ob Hollande’s Steuerpläne an „Raubrittertum“ erinnern oder nicht, ob viele europäische „Gutbürger“ über diesen Schachzug entrüstet sind oder nicht: Depardieu ist nicht der Erste, der so handelt und somit auch nicht besser oder schlimmer als seinesgleichen. Sein Vorgehen entspricht lediglich ein Stück weit dem Zeitgeist.

Die Ratlosigkeit der Politiker, die immer öfter entstehenden Finanzkrisen, der sprunghafte Anstieg der Anzahl der Depression- und Burn-out-Erkrankungen, etc. sind wie Alarmglocken, dass da „der Wurm drin ist“. In einer Gesellschaft, in der Jede(r) verstärkt zuerst an sich denkt, verlieren Tugenden wie Gerechtigkeit, Nächstenliebe oder Solidarität an Bedeutung. Der angeborene Egoismus, schön verpackt als „Selbstverwirklichung“, wurde jahrzehntelang propagiert; nun trägt er Früchte.

Der Apostel Paulus schrieb vor fast 2000 Jahren mit einem prophetischen Weitblick, als wäre er ein zeitgenössischer Beobachter (2 Tim. 3:1-4): „Das eine sollst du noch wissen: In den letzten Tagen dieser Welt werden schreckliche Zeiten kommen. Dann werden die Menschen nur sich selbst und ihr Geld lieben. Sie werden sich wichtig tun und sich selbst überschätzen, einander verleumden und  … weder Dank noch Ehrfurcht kennen. Lieblos und unversöhnlich werden sie sein, ihre Mitmenschen verleumden und hemmungslos leben, brutal und rücksichtslos. Sie hassen alles Gute, Verräter sind sie, unbeherrscht und aufgeblasen; nur ihr Vergnügen haben sie im Kopf und wollen von Gott nichts wissen.“

Hält die Bibel uns nicht den Spiegel vor? Erkennen wir uns selbst darin wieder? Wir alle sind doch selbstsüchtig, begierig, stolz, undankbar, lieblos und unversöhnlich… Die Heimat würden wir aufgrund finanziellen Überlegungen nicht wie Depardieu verraten – frisieren wir aber hin und wieder an der Lohnsteuererklärung? Schieben wir unsere Alten nicht in die „Seniorenheime“ ab? Wir haben nicht zu viele Alte, sondern zu wenig Junge. Doch auch diese wollen wir nicht – sie könnten unsere Karriereplanung empfindlich stören und unsere Mobilität enorm einschränken… Fahren wir nicht die sprichwörtlichen Ellenbogen aus, wenn eine Aufstiegsmöglichkeit in greifbarer Nähe zu sein scheint? Bekümmert uns die Situation der Super-Armen, oder der von Krieg und Naturkatastrophen heimgesuchten Menschen?

Doch das Entscheidende ist, dass wir keine „Ehrfurcht“ vor Gott haben. Keine „Gottesfurcht“. Wir meinen ohne Ihn auszukommen, verneinen sogar Seine Existenz, weil wir Ihn nicht ergreifen können. Wir brauchen Ihn aber mehr als je zuvor. Er allein kann uns aus diesem „Gefängnis“ unserer menschlichen Konstrukten befreien und ein „neues Herz“ schenken – nicht ein anderes, physisches Herz, sondern eine neue Denkweise. Wir dürfen Menschen werden, die, motiviert von Seiner unendlichen Liebe zu uns, Ihn „mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Verstand“ zurücklieben möchten.

Aus dieser Beziehung heraus entwickeln wir ein Interesse für die Nöte und Ängste unserer Mitmenschen. Auch unserem Land wünschen wir das Beste, nehmen Anteil am soziopolitischen Geschehen und beten um himmlischen Beistand für die Regierenden. Dies ist manchmal zwar sehr wohl mit Enttäuschung, Unverständnis oder gar Wut vermengt. Doch wissen wir, dass Er selbst aus unseren – persönlichen wie gesellschaftlichen – Glasscherben etwas „Gutes“ machen kann. Ganz gleich ob wir Gérard, François, Wladimir, Michael, Gisela, Martina, oder …… etc. heißen.

Bild: www.kremlin.ru

Kommentare

  1. Peter

    es gibt sogar ein film von ihm wo er von der russenmafia umgebracht wird. hoffentlich passiert ihm diesmal nichts.
    gerard pass auf dich vielleicht haben die noch eine alte rechnung aus einem film offen wo sie nicht gut weg kommen

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