Ursprung, Weg und Ziel sind drei Aspekte, an denen sich fundamentale Unterschiede zwischen biblischer Seelsorge und Psychotherapie aufzeigen lassen. Röm. 11,36 zeigt, dass diese drei Aspekte auf Gott bezogen sein müssen, wenn die Methode biblisch sein soll: «Denn von ihm (Ursprung) und durch ihn (Weg) und zu ihm (Ziel) sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.» In einem einfachen Schema dargestellt, würde die Gegenüberstellung von Psychotherapie und Seelsorge wie folgt aussehen:

Psychotherapie hat ihren Ursprung im Menschen insofern, als ihr menschliche Konzepte zugrunde liegen, Menschenbilder, in denen für Gott kein Raum ist. Sie wendet entsprechend auch menschliche Methoden an, Methoden nämlich, die von Menschen ausgedacht wurden, die Gott nicht kannten, Methoden, die sie nach eigenem Gutdünken und Ermessen einsetzen. Dabei zielt Psychotherapie darauf ab, dass der Mensch in seiner Autonomie von Gott und Menschen gestärkt wird. Da ein Gottglaube letztlich als Lebenskrücke angesehen wird, soll der Mensch lernen, auch ohne diese Krücke auszukommen und sein Selbst zu verwirklichen. Psychotherapie ist anthropozentrisch.
Seelsorge dagegen hat ihren Ursprung im Willen und im Wort Gottes. Da nur das wirklich hilfreich ist, was die Herrschaft Christi im Leben des anderen ausweitet, muss es von Gott herkommen. In der Vorgangsweise orientiert sich Seelsorge an dem Wort Gottes, wobei der Erfolg ihres Tuns immer von der Kraft Gottes, von dem Wirken des Heiligen Geistes abhängig bleibt. Ziel der Seelsorge ist die Verherrlichung Gottes dadurch, dass das Leben des Gläubigen zunehmend ein Spiegel Seines Wesens wird. Seelsorge ist also durch und durch theozentrisch oder auch christozentrisch.
– Roland Antholzer in zeltmacher.eu
