Das Wort wurde Fleisch ~ Weihnachtsbotschaft von Wilhelm Busch.

Eine Gratwanderung in den Alpen! Rechts und links drohen die Abstürze. Aber der Fuß tritt auf sicheres Felsgestein. Und meine Sicherheit hängt davon ab, dass ich nicht einen Zentimeter von dem Felspfad abweiche.
So ist der Weg des christlichen Glaubens.
Im Mittelpunkt dieses Glaubens steht Jesus. Ihn nennt unser Text das „Wort, das im Anfang bei Gott war und mit Gott ganz eins ist“. Und von ihm wird gesagt, dass er „Fleisch“ wurde,
d. h. dass er ganz uns gleich wurde.
Wahrhaftiger Gott und wahrhaftiger Mensch!
Immer wieder ist die Christenheit von dieser Wahrheit abgewichen, nach rechts und nach links.
Der rechte Absturz: Da betont man die Gottheit Jesu so einseitig, dass der arme Mensch die Augen nicht mehr zu ihm zu erheben wagt und sich lieber an allerlei Mittler, Fürsprecher und Heilige hält, zu denen er eher Vertrauen fassen kann, weil ihnen das Menschliche nicht fremd ist.

Der linke Absturz: Da sieht man nur die menschliche Seite Jesu, reißt ihm die Krone der Gottessohnschaft vom Haupte und macht ihn zu einem moralischen Vorbild oder zu einem Religionsstifter.
Es handelt sich hierbei wirklich um Abstürze: Denn wenn wir nicht den ganzen Jesus haben, verlieren wir Jesus ganz.
Lasst mich ein anderes Bild brauchen: Jesus ist die Brücke zwischen Gott und der Welt. Eine Brücke ist nur dann sicher, wenn sie an beiden Ufern fest aufliegt. Jesus ist die Brücke, weil er ganz zu Gott und auch ganz zu uns gehört. Lasst es uns fassen, was unsere Väter von Jesus sagten:
„… dass der ewige Sohn Gottes, der wahrer und ewiger Gott ist und bleibt, wahre menschliche Natur aus dem Fleisch und Blut der Jungfrau Maria durch die Wirkung des Heiligen Geistes an sich genommen hat.“ Er ist unser Herr und unser Bruder.
Glanz der Herrlichkeit,

Du bist vor der Zeit

Zum Erlöser uns geschenket

Und in unser Fleisch versenket

In der Füll der Zeit,

Glanz der Herrlichkeit.

Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit
Joh.1, 14

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Ich stimme zu

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.