Sind Wunder möglich? Ja, weil es Gott gibt.

Wenn das Universum nicht aus sich selbst heraus entstanden ist, sondern von einem Schöpfer erschaffen wurde, dann sind Wunder prinzipiell möglich und das Universum ist in seiner Existenz davon abhängig, dass Gott in ihm wirkt….Die bekannten Pioniere der modernen Physik wie Kepler, Newton, Faraday, übrigens auch Galilei (trotz seiner Konflikte mit der päpstlichen Obrigkeit): alle waren überzeugte Christen.
Für sie stand fest, dass Gott die Regelmäßigkeiten, die er in staunenswerter Genialität eingerichtet hat, um das Universum aufrechtzuerhalten, auch jederzeit durchbrechen kann. Wunder sind möglich, wenn es Gott gibt. b.g.org

»Viele Leute sagen: „Die Menschen in alten Zeiten konnten an Wunder glauben, weil sie eine falsche Vorstellung vom Universum hatten. Sie hielten die Erde für das Größte, das in ihm enthalten war, und den Menschen für das wichtigste Geschöpf. Deshalb schien die Annahme vernünftig, der Schöpfer sei besonders am Menschen interessiert und könne zu seinem Nutzen sogar den Naturablauf unterbrechen. Doch jetzt, da wir wissen, wie unermesslich das Universum ist – jetzt, da wir unseren eigenen Planeten und sogar das ganze Sonnensystem als winziges Stäubchen erkannt haben – jetzt ist es einfach lächerlich, noch länger an Wunder zu glauben. Wir haben unsere Bedeutungslosigkeit entdeckt und können nicht länger daran glauben, dass sich Gott für unsere unwichtigen Angelegenheiten so handgreiflich interessiert.“«
Dann lässt er aber seine drei Schlüsse folgen.
Erstens: »Welchen Wert dieses Argument auch haben mag, eines steht von vornherein fest: den Tatsachen entspricht es jedenfalls nicht. Die Unermesslichkeit des Universums ist keine Entdeckung der modernen Zeit. Vor mehr als siebzehnhundert Jahren lehrte bereits Ptolemäus, dass die Erde im Verhältnis zu der Entfernung der Fixsterne als ein Punkt ohne Größe zu betrachten sei. Sein astronomisches System war im Mittelalter allgemein anerkannt. Die Kleinheit der Erde war für Boetius, König Alfred, Dante und Chaucer ein ebensolcher Gemeinplatz wie für H.G. Wells oder Professor Haldane. Dem widersprechende Behauptungen in der modernen Literatur beruhen auf Unwissenheit.«
Zweitens: »Wenn darauf bestanden wird, dass etwas so Kleines wie die Erde in jedem Fall zu unbedeutend sein muss, um die Liebe des Schöpfers zu verdienen, so entgegnen wir, dass kein Christ jemals geglaubt hat, wir verdienten sie. Christus starb nicht für die Menschen, weil sie es wert gewesen wären, dass für sie gestorben wurde, sondern weil er Liebe ist und deshalb unendlich liebt.«
Drittens: »Was sagt letztlich die Größe einer Welt oder eines Geschöpfes über dessen „Bedeutung“ oder Wert aus? Wir alle spüren zweifellos das Unangemessene einer Vermutung wie etwa der, dass der Planet Erde wichtiger sein könnte als der große Andromedanebel. Andererseits sind wir uns ebenso sicher, dass nur ein Verrückter einen Mann von 1,80 Meter Größe zwangsläufig für bedeutender hält als einen von 1,70 Meter Größe oder ein Pferd für bedeutsamer als einen Menschen oder das Bein eines Menschen für wichtiger als dessen Gehirn.«

Quelle: C.S. Lewis in „Wunder“

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Ich stimme zu

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.