„Kirchen müssen geschlossen bleiben, Gottesdienste sind verboten“ – solche Forderungen eines Staates kannte man bisher nur aus fernen Ländern, in denen der christliche Glaube verboten ist. Wie fühlt es sich jetzt an, dass solch ein Verbot bei uns in Deutschland nun schon seit einigen Wochen in Kraft ist?
Es wird begründet mit der Gesundheit und der Gefahr der Infektion durch Corona. Wir wollen an dieser Stelle unsere Dankbarkeit gegenüber Politikern und Mitarbeitern im Gesundheitswesen zum Ausdruck bringen, die zum Teil Übermenschliches leisten. Wenn jedoch auf der anderen Seite in vielen Kirchen üblicherweise nur wenige Menschen einen Gottesdienst besuchen, geht dort eine reale Ansteckungsgefahr gegen Null. Wieso werden Lebensmittelmärkte und Tankstellen als so systemrelevant angesehen, dass diese offen bleiben dürfen und im Gegensatz dazu die Kirchen und Freikirchen nicht? Wir Menschen bestehen doch aus Geist, Seele und Leib. Wenn unser Geist und unsere Seele krank sind, dann hat das doch auch Auswirkungen auf die Gesundheit unseres Körpers.
Von den Massenmedien wird uns den ganzen Tag Angst eingetrichtert. Die Menschen werden auch ohne Corona-Virus krank. Viel Elend kann man bereits jetzt sehen in so manchen Brennpunktgebieten, welch ein Gewaltpotential sich dort entwickelt, welch psychische Nöte durch die Corona-Maßnahmen jetzt hinzukommen. Es wäre doch absolut notwendig, dass Gemeinden wieder ihre Tore öffnen können, um ihren Gliedern und den Menschen in ihrer Umgebung überhaupt Hoffnung geben zu können.
Online-Gottesdienste ersetzen niemals die persönliche Gemeinschaft. Manche Personengruppen werden durch rein digitale Angebote vom gemeindlichen Leben völlig ausgeschlossen, weil sie die dafür erforderliche Technik nicht haben oder nicht selbstständig damit umgehen können. Natürlich freuen wir uns über die neuen digitalen Angebote der Gemeinden, aber sie können die persönliche Begegnung nicht ersetzen. Seelsorge und der Beistand in Not funktionieren ebenso nicht ohne einen persönlichen Kontakt. Das Kontaktverbot ist dem Prinzip des Gemeindelebens zuwider.
Als Gemeindegründer möchten wir betonen, wie essenziell wichtig die örtliche Gemeinschaft der Gläubigen ist. Gerade in Krisenzeiten könnten die Freikirchen hier echte Orte der Zuversicht sein. Gesundheit ist eben nicht das wichtigste Gut. Christen haben durch den auferstandenen Christus eine begründete Hoffnung auf ewiges Leben. Unsere Seele und unser Geist müssen auch gesunden.
Hygienevorschriften wie in Supermärkten könnten auch ohne Weiteres in Gemeinden eingehalten werden, auch eine Begrenzung der Besucherzahlen angepasst an die Räumlichkeiten ist denkbar.
Wo ein Wille ist, gäbe es einen Weg, dass wieder echte Religionsfreiheit gelebt werden kann.
Die Vorsitzenden der KfG: Wilfried Plock und Matthias Strickert im April 2020
