Lieber Christ, hast du dein Licht an?
In alter Zeit, als es noch keine elektrischen Warnanlagen und Schranken an Bahnübergängen gab, wurde ein Fahrzeug an einem solchen Bahnübergang vom Zug erfasst. Der alte Bahnwärter, der die Verantwortung hatte mit seiner Laterne Signale zu geben und alle ankommenden Fahrzeuge zu warnen, musste vor Gericht erscheinen.
Es gab ein langes, hartes Kreuzverhör, aber der Bahnwärter lies sich nicht verwirren und blieb unerschüttert. Er sagte, er habe mit seiner Laterne ganz hektisch gewunken, aber alles ohne Erfolg.
Am folgenden Tag ruft ihn der der Bahndirektor in sein Büro und lobt ihn in höchsten Tönen. “Klaus, das hast du wunderbar gemacht gestern,” sagte er. “Du warst großartig! Anfangs hatte ich etwas Angst, dass Du vielleicht im Verhör kippen würdest.” “Nein, Chef”, sagt Klaus, “ich hatte nur Angst, dass alte Richter mich fragen würde, ob meine Laterne auch beleuchtet war!”
Manchmal sind Selbstverständlichkeiten gar so selbstveständlich, wie sie erscheinen. Auch Jesus hat Tatsachen aufgezeigt, von denen man eigentlich sagen würde: Ist doch logisch! Er sagt:
Kommt etwa das Licht, damit es unter den Scheffel oder unter das Bett gestellt wird, und nicht vielmehr, damit man es auf den Leuchter setzt?“ (Markus 4:21) (w)
Im schottischen Glasgow machte ein Mann einen Spaziergang in den engen Straßen der Stadt. Die Straßen waren extrem eng und die Häuser ganz hoch. Das bisschen schottische Sonne erreichte gerade die eine Seite des Bürgersteigs. Sie andere Straßenseite blieb im Schatten. Dann entdeckte der Spaziergänger einen Jungen, barfuß, runtergekommen und mit einem kleinen abgebrochenen Stückchen Spiegel in seiner Hand.
Mit der Spiegelscherbe fing er einige Sonnenstrahlen auf und reflektierte sie zu einem bestimmten Punkt auf der Schattenseite der Häuser. Der Spatziergänger schlenderte zu dem Jungen und sagte: „Na , Kurzer, was machst Du denn da?“ „Schauen Sie da drüben das Fenster,“ – kam die Antwort des Jungen. „In dem Zimmer da drüben liegt mein kleiner Bruder seit seinem Unfall vor zwei Jahren auf dem Rücken. Und das Zimmer ist auf der falschen Seite der Straße, um Sonne abzukriegen. Ich versuche immer ein bisschen Sonne mit meinem kleinen Spiegel aufzufangen und in sein Zimmer hineinzuschicken.
So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen
und euren Vater im Himmel preisen.
(Matthäus 5:16)(w)
