Wie hätten die Evangelikalen „eigentlich“ auf diese Corona-Lage reagieren müssen?
Sie hätten drei Aufgaben gehabt. Erstens hätten sie, und dies von der ersten Stunde an, ihre Mitglieder, die Bürger, die Politiker und die Mediziner auf GOTT hinweisen müssen. Sie hätten klarstellen müssen, dass Gott der Herr ist, dem wir alle verantwortlich sind. Sie hätten sagen müssen, dass nichts in dieser Welt ohne Gottes Willen oder Erlaubnis geschieht. Sie hätten – gerade angesichts der weltweiten Dimension von Corona – die Frage aufwerfen müssen, ob dies nicht ein Gericht Gottes ist und was er uns womöglich sagen will.
Sie hätten sehr klar machen müssen, dass Corona nicht nur ein medizinisches Problem ist.Zweitens hätten die Evangelikalen, als der erste und dann der zweite Lockdown kam, dem Staat auf den Zahn fühlen müssen, was solche Themen wie Freiheit allgemein oder Meinungsfreiheit im Besonderen betrifft. Sie hätten ihn an seine Verantwortung für die Millionen neuer Arbeitsloser, die zu produzieren er sich anschickte, erinnern müssen. Sie hätten Humanität, Menschenwürde und Nächstenliebe in den Pflegeheimen und Familien einfordern müssen.Und drittens hätten sie das tun müssen, was seit Jahrzehnten jede ernstzunehmende Gewerkschaft macht: Sie hätten ihre Eigeninteressen entschieden verteidigen müssen. Sie hätten – selbst auf das Risiko juristischer oder polizeilicher Repressalien – auf ihr Recht pochen müssen, Gottesdienst und Abendmahl in Präsenzform zu halten, offen zu missionieren und zu evangelisieren und Seelsorge sowie die Begleitung Kranker und Sterbender unverdrossen weiter zu praktizieren.Hätten die Evangelikalen in Deutschland das getan, würde die jetzige Lage besser aussehen.
Ich wage die Behauptung, dass der kirchliche und christliche Widerstand nicht ohne Wirkung geblieben wäre.Kann gut sein, dass zwischendrin ein paar Dutzend Pastoren im Gefängnis gelandet wären. Aber auch, dass es ein entsprechendes mediales Aufwachen gegeben hätte. Auf jeden Fall wären wohl einige Personen im Bereich von Regierung, Medien und Medizin sehr nachdenklich geworden. Hätte sich angesichts dieses christlichen Zeugnisses vielleicht sogar der oder die eine oder andere bekehrt? Dr. Friedemann Lux
