„Gott hat die Welt aus Nichts gemacht, so steht es im Brevier,
doch kommt mir manchmal der Verdacht, er macht sich nichts aus ihr ….“
Einer dieser herrlichen Vierzeiler von Heinz Erhardt. Heute ist sein Geburtstag. Am 5. Juni 1979 starb dieser Meister der Wortakrobatik . Ein typisches Heinz Erhardt Gedicht: Hinter leichter Wortspielerei steckt eine ernste Frage.
„Gott hat die Welt aus Nichts gemacht“: Biblisch gesprochen ist das der Satz: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde und die Erde war wüst und leer.“
„So steht es im Brevier“ damit will Erhardt sagen: Das ist gesetzt. Gott als den Schöpfer anzusehen ist die Grundlage des Glaubens.
„Doch kommt mir manchmal der Verdacht, er macht sich nichts aus ihr ….“ Jetzt bringt Heinz Erhardt sich selbst und seine Zweifel ins Spiel. An dem Glauben an Gott als den Schöpfer will er nicht kratzen. Aber er stellt die kritische Frage: Ist Gott wirklich auch heute bemüht um seine Schöpfung? Macht er sich etwas aus der Welt oder gar aus uns, den Menschen?
Wahrscheinlich hat der gute Heinz Erhardt diese Zusage von Gott nie erfahren: „Wird wohl ein Weib ihres Kindleins vergessen, so daß sie sich nicht erbarmt über das Kind ihres Mutterleibes? Und sollten selbst Mütter seiner vergessen, so will ich doch deiner nicht vergessen“ (Gott in Jesaja Kapitel 49, Vers 15)
Gott „selbst hat gesagt: »Ich will dir nimmermehr meine Hilfe versagen und dich nicht verlassen«; daher dürfen wir auch zuversichtlich sagen: »Der Herr ist meine Hilfe, ich will mich nicht fürchten: was können Menschen mir antun?«“ (Hebräer Kapitel 13, Verse 5-6)
