Wie kann Gott gerecht sein, wenn er all das Leid zulässt?

Gott hat das Böse nicht erschaffen, er hat den Menschen vollkommen erschaffen, aber moralisch frei, d.h. der Mensch hatte die Möglichkeit, sich Gott unterzuordnen und somit vom Bösen, von Leid und von Tod verschont zu bleiben, oder sich von Gott zu emanzipieren, sich seinen eigenen moralischen Maßstab zu machen, sich selbst zu Gott zu machen. Der Mensch entschied sich für Letzteres, womit auch das Böse, die Sünde, Leid und Tod in der Welt Einzug hielten.

Obwohl Gott souverän ist und nicht zu schwach, um allem Übel ein Ende zu setzen, so lässt er doch die Weltgeschichte mit allen ihren Einzelschicksalen geschehen – aber nicht ohne immer wieder einzugreifen, seine Boten, ja seinen eigenen Sohn zu senden, seinen Aufruf zur Umkehr und Versöhnung zu verkündigen. Er schiebt das große Gericht über alle Menschen hinaus, um ihnen die Möglichkeit zur Versöhnung zu geben. Dazu sandte er seinen Sohn Jesus Christus. Er, der einst die Welt in Gerechtigkeit richten wird, bezahlte stellvertretend für uns die offene Rechnung, die  jeder Mensch bei Gott hat. Er ruft heute noch Menschen zur Versöhnung, damit sie nicht ins Gericht kommen. Und Gott verwendet immer wieder Leid – so wenig es auch in seiner ursprünglichen Schöpfungsabsicht war – um Menschen zum Nachdenken, zum Wesentlich-Werden, zum Glauben, zum Umkehren und zum Gerettet-Werden zu bringen.

Eines Tages wird Gott alle Tränen abwischen, es wird kein Leid und keinen Tod mehr geben, wenn er nach dem Gericht über alles Böse einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird. Diejenigen, die durch Christus mit Gott versöhnt sind, haben Anteil an dieser ewigen Herrlichkeit.

Und noch ein Gedanke zur Gerechtigkeit Gottes:

Röm 9,20-21  Nun ja, lieber Mensch, wer bist denn du, dass du mit Gott rechten willst? Spricht auch das Gebilde zu seinem Bildner: Warum hast du mich so gemacht? Hat nicht der Töpfer Macht über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre, das andere zur Unehre zu machen?

Wir dürfen und sollen uns zwar Gedanken über Gott und seine Gerechtigkeit machen, aber wir – die Geschöpfe – dürfen Gott nicht auf die Anklagebank stellen, denn wir sind es, die auf der Anklagebank stehen. Wer sich trotzig gegen Gott auflehnt, wird ihm nicht nahe kommen, wird bis zur Verurteilung auf der Anklagebank bleiben. Wer ihn aber in Demut sucht, seine Gerechtigkeit anerkennt, der wird seine unermessliche Liebe zu spüren bekommen und den Freispruch hören. Evangeliumszentrum.at

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