
Gott war uns gnädig und hat uns das Vorrecht gewährt, einer großen ukrainischen Familie zu dienen
Kolea (Vater) und Antonia haben 12 Kinder. 9 sind adoptiert und 3 leibliche Kinder. Ein Kind ist auf dem Weg.
Sie kamen auch mit Antonias Schwester und ihrem Sohn. Wir sind eine große, glückliche Familie.
Sie kommen aus einem Dorf in der Nähe von Odessa. Ihr Haus steht noch, während ich schreibe, aber einer ihrer Nachbarn hat sein Haus verloren. Ihre Eltern sind noch im Dorf und kümmern sich um ihr Haus und ihre Tiere.
Sie sind glücklich hier, aber natürlich denken sie auch über alle ihre Möglichkeiten nach. Sie würden gerne bei uns bleiben, bis der Krieg zu Ende ist und sie nach Hause gehen können. Sie werden bei uns bleiben, in unserem Haus, bis wir einen Raum hinter der Kirche renovieren und eine Wohnung für sie einrichten können. Wir haben auch Lager zur Verfügung, aber wegen der Kälte können sie dort jetzt nicht bleiben.
Der Bürgermeister von Esechioi sagt, dass er uns Unterkünfte für Esechioi schicken wird, und die Familie, die jetzt bei uns ist, diskutiert mit ihrem Pastor und ihren Freunden darüber, hierher zu kommen und in Esechioi zu bleiben.
Was sie am meisten vermissen, ist ihre Kirchenfamilie. Sie sprechen nur Ukrainisch/Russisch, also kommunizieren wir über Telefon-Apps. Morgen wird ein Handheld-Gerät geliefert, das die Kommunikation erheblich erleichtern wird. Sie möchten, dass einige ihrer Freunde und/oder ihr Pastor kommen, weil sie die Gemeinschaft brauchen.
Es ist interessant, bei ihren abendlichen Gebetstreffen dabei zu sein, wenn ukrainische Gläubige aus vielen Orten der Ukraine und anderen Ländern für ihr Land beten. Es ist manchmal herzzerreißend, aber so ist es, seit wir zum ersten Mal von der Tragödie in der Ukraine gehört haben. Es ist auch wunderbar zu sehen, wie diese große Familie abends zusammenkommt, ukrainische christliche Lieder auf den Projektor wirft und gemeinsam singt. Wir haben das Privileg, die Ereignisse dieser Zeit aus erster Hand mitzuerleben, und wir sind uns dessen sehr bewusst. Danke, dass Sie dies mit Ihren Gebeten, Ihrer Liebe und Ihrer Unterstützung möglich machen.
Dies ist eine schwere Zeit für viele, bitte schließen Sie sie in Ihre Gebete ein.
Bitte schließen Sie auch uns in Ihre Gebete ein. Ich weiß, dass einige Menschen sich um viel mehr Flüchtlinge kümmern, während wir nur eine Familie haben, aber wir sind in die Zukunft dieser Familie investiert. Für uns geht es bei unserem Dienst um viel mehr als nur um Essen und Kleidung. Ich sage das nicht, um Vergleiche anzustellen, sondern um Ihnen zu erklären, was wir hier zu tun versuchen, damit Sie entsprechend für uns beten können.
Uns ist klar, dass die kommenden Monate voller Freude und neuer aufregender Erfahrungen sein werden, aber es wird auch Zeiten geben, die für unsere Familie hart sind, besonders für Mihaela. Aber das gibt uns die Möglichkeit, anderen zu dienen, so als ob wir Christus dienen würden. Es gibt uns auch die Möglichkeit, unseren Kindern auf praktische Weise zu zeigen, was es bedeutet, die Bedürfnisse anderer über unsere eigenen zu stellen.
In den Briefen des Neuen Testaments wird uns an drei Stellen gezeigt, worauf wir bei der Gastfreundschaft achten sollen:
„Die Gastfreundschaft vergesst nicht“ (Heb 13,1). Im Getriebe des Alltags und bei der Menge der Verpflichtungen können die anderen leicht aus unserem Blickfeld geraten und wir vergessen, Einladungen auszusprechen. Wir sollten es aber nicht tun. Der Schreiber ermuntert uns dabei mit dem Hinweis darauf, dass manche durch die Einladung von Gästen Engel beherbergt haben. Wenn auch bei uns keine buchstäblichen Engel einkehren, so können aber sehr wohl Boten Gottes mit einer Botschaft unser Haus betreten.
„Nach Gastfreundschaft trachtet“ (Rö 12,13). Es ist gut, sich an die Tugend der Gastfreundschaft zu erinnern. Jetzt sollen wir aber nicht einfach auf eine besonders günstige Gelegenheit mit verschränkten Armen warten, um Gäste einzuladen, sondern aktiv danach streben. Wir trachten nach Gastfreundschaft! Das ist etwas anderes, als notgedrungen einen Besucher (der Zusammenkünfte) mitzunehmen, weil sich kein anderer „erbarmt“.
„Seid gastfrei gegeneinander ohne Murren“ (1. Pet 4,9). Nun haben wir den Besuch eingeladen. Er ist aber ziemlich langweilig, er bleibt länger als geplant, er isst mehr als die Vorräte es zulassen. Und jetzt mag man murren. Das aber gerade soll nicht sein. Und noch etwas lehrt uns die Stelle: Gastfreundschaft lebt auch von Gegenseitigkeit. Wir sollten auch ruhig die einladen, die uns einladen.
Das sind die drei Stellen, wo Gastfreundschaft oder Gastfreiheit ausdrücklich erwähnt werden. Wir wollen uns diese Botschaften zu Herzen nehmen.
