Innere Kämpfe eines ernsten Christen.

Ein junger Mann hatte monatelang darum gekämpft, sich Gott ganz auszuliefern. Fast bei jedem Gottesdienst kam er nach vorn, sobald die Suchenden dazu aufgefordert wurden.Je mehr er es aber versuchte, desto mehr schien es ihm zu misslingen. Schließlich fragte er sich, ob er überhaupt jemals den Segen der Hingabe erfahren würde.Er besuchte jedoch weiter treu die Gottesdienste. Eines Abends sagte der Prediger: „Wenn hier Menschen unter uns sind, die sich verzweifelt bemühen, rate ich ihnen, in diesem Augenblick alles Gott zu überlassen.“Dieser Gedanke sprach den jungen Mann stark an. Zu Hause schnitt er sich die sechs Buchstaben LET GOD (dt.: Lass Gott machen) aus und befestigte sie an der Wand seines Zimmers. Dann versuchte er, Gott in sein Leben einzulassen, aber es geschah nichts. Unruhig schritt er in seinem Zimmer auf und ab. Schließlich ging er hinaus.Als er nach einiger Zeit wiederkam und die Tür öffnete, grüßten ihn von der Wand die Worte „Lass los“ (englisch: LET GO). Der letzte Buchstabe, das D, war herabgefallen. Was ein Unglück zu sein schien, offenbarte dem jungen Mann endlich die Wahrheit. „Überlass dich Gott. Lass los!“ Wenn wir uns wirklich Gott ausliefern, überlassen wir uns Gott dadurch, dass wir loslassen und ihm auch in dieser grundlegenden Sache bedingungslos vertrauen.Bibellese: 1. Mose 22.1-14. A. Bellmann

Du stehst am Platz, den Gott dir gab,

dem Platz, den Er dir zugedacht;

dort nur bleibt Er dein Schild und Stab,

dort gibt Er Frucht, dort wirkt Er Macht.

Will Er dich segnen, sucht Er dich

nicht in der ganzen weiten Welt.

Er sucht dich nur an deinem Platz,

dem Platz, wo Er dich hingestellt.

Bleib auf dem Platz, den Gott dir gab,

und halte dort in Treue aus.

Ist es ein Kreuz, steig nicht herab,

ist’s Schmelzerglut, weich ihr nicht aus.

(Hedwig von Redern)

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