Schlechte Zeiten waren es, als dieser Mann Henoch lebte. Zwar entwickelten sich Wirtschaft und Kultur ganz beachtlich, aber Brutalität und Gewaltverbrechen nahmen in erschreckendem Maß zu. Und das alles schon vor langer Zeit, nämlich vor der großen Flut.
„Man muss das Beste daraus machen“, sagen bei solchen Verhältnissen die meisten Leute. So ging es damals, und so geht es heute. Doch Henoch verhielt sich anders, er schwamm gegen den Strom: Er lebte mit Gott!
Aber wo war denn der gerechte Gott, wenn alles so drunter und drüber ging? – Der Glaubensmann Henoch wusste, dass Gott dennoch da war. – Gott wartete geduldig darauf, ob noch Menschen zu Ihm umkehrten, bevor Er das angekündigte Strafgericht über diese Erde brachte (vgl. 2. Petrus 2,5; 1. Petrus 3,20).
Nichts läuft Gott aus dem Ruder. In dieser Zeit also hatte Henoch vertrauten Umgang mit Gott und durfte seines Segens gewiss sein. Aber die Welt wurde nicht besser. Die Leute trieben es nur umso schlimmer.
Muss man in dieser Lage aufgeben, sozusagen sein Gottvertrauen wegwerfen? Nein, Henoch tat das auch nicht. Vielleicht wundern sich manche, mit welcher Zuversicht gläubige Christen der Zukunft entgegensehen. Der „gute Umgang“, das Leben in der Nähe Gottes, macht es! – Gott belohnt das Vertrauen der Seinen auch in dieser Weise, dass Er ihnen durch die Bibel seine Zukunftsabsichten mitteilt.
Genauso war es bei Henoch. Er bekam außerordentliche Offenbarungen über kommende Gerichte.
Man kann das im Neuen Testament nachlesen (Judas-Brief, V. 14.15).
„Das Geheimnis des HERRN ist für die, die ihn fürchten.“
Psalm 25,14
Aus “Die gute Saat”
