Ohne Weihnachtsbaum ist Weihnachten für viele Menschen kein Weihnachten.

Es gibt überhaupt keine historischen Belege dafür, dass der Weihnachtsbaum ein heidnischer Brauch ist, obwohl sich das Gerücht hartnäckig hält. Er wurde auf einem ganz anderen Weg zum Bestandteil von Weihnachten: Der 24. Dezember ist schon in alter Tradition der Gedenktag von Adam und Eva. Ab dem Mittelalter entstand der Brauch, dass biblische Geschichten an ihren Feiertagen als Spiele aufgeführt wurden. Für das Paradiesspiel am 24. Dezember brauchte es einen Paradiesbaum, der im Winter grün sein musste: Der Tannenbaum. Er wurde geschmückt, zuerst noch mit Früchten, erst später mit versilberten Glaskugeln, und als Baum des Lebens verziert. Schon im Alten Testament findet der Baum des Lebens eine Abbildung, nämlich in der Menora, dem siebenarmigen Leuchter (Ex 25,31-35, vgl. Offb 2,1+7). Die Verbindung von Adam und Eva zu Weihnachten geht aber tiefer als das blosse Datum: Eva empfängt die Verheissung eines Nachkommens, der der Schlange den Kopf zertreten wird (Gen 3,15) und Maria wird zur neuen Eva, die diesen Nachkommen gebiert. Schon im Weihnachtslied «Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich» aus der Reformationszeit (von Nikolaus Hermann um 1550) heisst es in einer Strophe:

Heut schleusst er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis,
der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr’ und Preis.

Wir dürfen also auch dieses Jahr an Weihnachten die schönen Christbäume bestaunen und mehr noch staunen über das Wunder aller Wunder: Dass Gott selber Mensch geworden ist, um uns zurück zum Baum des Lebens zu führen. Prof. Dr. Benjamin Kilchör

Ist möglicherweise ein Bild von Text „Weihnachten ohne Jesus ist wie ein Fest ohne Grund.“

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