Haben sich unser Wohlstand und die damit verbundenen sozialen Sicherungssysteme als Fluch erwiesen, der die einst so glaubensfrohen, abenteuerlustigen und erfindungsreichen Völker Europas in den Untergang hinabzieht?
“Ein kroatischer Priester meinte einst: „Im Westen sind zwar die Kühlschränke voll, aber dafür die Herzen leer.“ Und mit leeren Herzen erleben wir die Schattenseite unseres westlichen Wohlstands: Hunger und Not sind aus unseren Leben verbannt, doch gleichzeitig werden unsere Leben immer leerer, unsere öffentlich zur Schau gestellte Kunst immer hässlicher, unsere Städte immer fremder, im zwangsfinanzierten Fernsehen reichen sich buntgeschminkte Dragqueens und Weltuntergangspropheten die Hand, technische Innovationen sind rückläufig, unsere Unterhaltung kommt aus den USA und unsere Sicht auf die Wirklichkeit ist inzwischen so infantil, dass wir glauben, die Masseneinwanderung junger muslimischer Männer würde unserer greisen und kinderlosen Gesellschaft helfen, den Wohlstand und die sozialstaatliche Absicherung auch im Alter zu sichern.
Deutschland und Westeuropa sind sterbende Gesellschaften, mit Sozialausgaben und einer Staatsquote von 50 Prozent. Das heißt, jeder Deutsche arbeitet die Hälfte des Jahres dafür, die soziale Absicherung seiner selbst, seiner Mitbürger und vieler anderer zu finanzieren. Verknüpft mit diesem Umverteilungsmechanismus ist ein Wohlstandsverlust, der zwar „nur“ ein vordergründiges Phänomen ist, wenn man auf die weit tiefergehenden Ursachen schaut, aber dennoch symptomatisch, da der Durchschnittsdeutsche immer noch nicht begriffen hat, dass selbst der durchschnittliche Slowene und Slowake inzwischen weit vermögender ist als er selbst.
Trotz dieses offensichtlichen Scheiterns des vergreisenden, kinderlosen Westens gelten die westlichen Werte als höchste ethische Standards, die jemals in der Weltgeschichte existierten und die postmoderne Bundesrepublik als bester Staat, der je auf deutschem Boden bestand. Wir glauben zu wissen, dass es in der Welt nie demokratischer, toleranter und gerechter zuging als heute in Deutschland.’ corrigenda.online
Wie gehen wir unter. Sieben Schritte in den sicheren Tod unserer Gesellschaft:
1. „Selbstbestimmung“ und sexuelle Revolution
Der gefährlichste Ort für Kinder ist der Mutterleib. Jedes achte Kind wird in Deutschland abgetrieben. Das sind über 100.000 tote Kinder jährlich.
2. Ausbluten der Familie
Hinter dieser Entwicklung steht ein Programm. Und zwar die kulturmarxistische Neudefinition des Begriffs Familie. „Familie“ meint damit in der aktuellen Politik nicht mehr Vater, Mutter, Großeltern und Kinder in gegenseitiger Verantwortlichkeit, sondern ein Konzept sexueller „Buntheit“ und selbstbestimmter Unverbindlichkeit, bei dem der Sozialstaat die einzige verlässliche Konstante ist – oder vielmehr zu sein scheint.
3. Hypermoralischer Wahn
Mit Nächstenliebe hat der Sozialstaat also rein gar nichts zu tun. Denn beim „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ging es immer um einen persönlichen Akt, einen geschwisterlichen Liebesdienst, den der eine konkrete Mensch dem anderen konkreten Menschen erweist. Gott liebt den fröhlichen Geber, heißt es, doch im Sozialstaat ist weder die Behörde „ein fröhlicher Geber“ noch der Steuerzahler, der die behördlichen Leistungen zu erwirtschaften hat.
4. Masseneinwanderung
Nicht anders verhält es sich mit der Massenmigration. Die modernen Kirchenvertreter behaupten, wir wären verpflichtet, jedem Hilfesuchenden Zutritt zu den sozialen Sicherungssystemen des Westens zu verschaffen, da jedem, der um Hilfe bittet, gegeben werden müsse. Man könnte hier von „wilden und verschwendeten Tugenden“ (G. K. Chesterton) sprechen. Denn auch hier sind es nicht „wir“, die helfen, sondern, wenn in solch einem Fall überhaupt von Hilfe gesprochen werden kann, ein staatlicher Umverteilungsapparat, der aus den vereinnahmten Steuergeldern an jeden austeilt, der deutsches Staatsgebiet betritt und einen Asylantrag zu stellen in der Lage ist.
5. Kulturmarxistische Heilslehre, Postmoderne und Wissenschaftsgläubigkeit
Der kulturmarxistische Umbau unserer Gesellschaft auf Basis eines Staates als „besserer Familie“ sowie die Folgen des postmodernen Dekonstruktivismus und Poststrukturalismus basierten lange Zeit auf großen Heilsversprechen: bedingungsloser Konsum für alle und eine bessere Zukunft für den Einzelnen durch „Buntheit“, „Vielfalt“ und Gleichstellung.
6. Massenmedien
Viele glauben, die Macht in den westlichen Demokratien läge beim Parlament sowie der Regierung. Alles, was man tun müsse, um einen politischen Richtungswechsel herbeizuführen, wäre, eine neue Regierung zu wählen.
7. Transzendentale Obdachlosigkeit
In diesem Netz aus massenmedialem Nudging, sozialstaatlicher Umverteilung, hypermoralischer Selbstbestätigung und kulturindustrieller Übersättigung ergeht es dem postmodernen Menschen scheinbar wie dem Seefahrer, der nicht nur seinen Kompass und Sextanten, sondern auch sein eigentliches Ziel aus den Augen verloren hat. Denn sein vermeintliches Dahintreiben in den Weiten des Netzwerks ist eine Illusion. Sieht man genauer hin, begreift man, dass der Mensch längst Spielball ganz anderer Kräfte geworden ist, dass all seine Bewegungen im kulturell-technisierten Koordinatensystem unserer Welt, sprich die schattenhafte Spur, die er mit jedem Klick im Internet, mit jeder Kartenzahlung und mit der Ortbarkeit seines eingeschalteten Mobiltelefons hinterlässt, kybernetisch berechnet und gelenkt sind.
Seine transzendentale Obdachlosigkeit und die hieraus folgende Ausbeutbarkeit haben längst ganz andere Kräfte für ihre Zwecke zu nutzen gewusst, denn so abstrus sich dies für den heutigen Menschen anhören mag, ohne Gott kann der Mensch niemals frei werden, sondern wird zur Nummer, zum Objekt der großen Datenkraken im Netz. corrigenda.online/Benjamin Kaiser, Wir Christen sind aufgerufen, die Gottlosigkeit als Grundproblem unserer Zeit zu begreifen. Nur in deren Beseitigung und in der Hinwendung zu Jesus Christus gibt es Hoffnung. Das sollte zumindest uns Christen endlich bewusst werden, damit wir beginnen, unseren Minderwertigkeitskomplex und unsere Schamhaftigkeit, uns zu Christus zu bekennen, aufzugeben.
Die Welt soll wissen, dass Gott uns liebt und auf der Suche nach den Menschen ist, dass Er ihnen schon hier im Irdischen nahe sein und beistehen will. Vor allem aber, dass Er die Menschen für eine Existenz jenseits des irdischen Todes bestimmt hat, in der Er „alle Tränen von ihren Augen abwischen (wird): Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal…“ (Offb 21,4)
Diese Botschaft, dass Jesus Christus, der den Tod besiegt hat, der Herr ist, ist das eigentliche Kapital der Kirche. Gerade in unserer Zeit muss sie verkündet werden, jetzt da immer deutlicher wird: Das von Menschen gemachte Schlaraffenland funktioniert immer weniger – und es macht auch nicht wirklich glücklich. Ja, es ist sogar extrem bedroht, wie uns die Entwicklungen der letzten Zeit nur allzu deutlich vor Augen führen. Überall Probleme, Krisen und kaum eine Perspektive für gedeihliche Lösungen.
Wann, wenn nicht jetzt, ist die Zeit gekommen, aus der Deckung zu steigen und einer Welt, die an ihrer Gottlosigkeit zugrunde zu gehen droht, Jesus Christus als einzige Hoffnung anzubieten? Ja, die Gottlosigkeit ist nämlich das eigentliche Problem unserer Tage. Sie hat zur Folge, dass der Mensch die Weite des Horizonts für sein Leben verliert, dass er meint, im Hier und Jetzt alles Glück ausschöpfen und seine Lebensqualität optimieren zu müssen. Sobald jedoch wirkliche Probleme diese „Qualität“ bedrohen, verliert diese Art von Leben dann aber ihren Sinn. Es wird weggeworfen oder abgeschafft. Daher auch die fortschreitende Bewegung hin zur Euthanasie – eine Entwicklung, die nach den Gräueltaten der Nazis endgültig ausgeschlossen schien.
