Die esoterische Bewegung: Okkultismus im Gewand der Lebenshilfe

Immer mehr Menschen interessieren sich für die Esoterik. Eigentlich ist Esoterik so etwas wie ein Geheimwissen, nur einem auserwählten Kreis Erleuchteter zugänglich. Doch so geheim ist dieses Wissen längst nicht mehr. Tausende von Buchtiteln geben bereitwillig Aufschluss über all die wundersamen Lehren und Praktiken, die als Okkultwissen in verschiedensten philosophischen und religiösen Systemen (Gnosis, Kabbala, Freimaurerei, Theosophie, Tantra) über Jahrhunderte gepflegt wurden.
Erst im Zuge der New-Age-Bewegung unserer Tage hat man diese alten okkulten Lehren und Praktiken wieder hervorgeholt und allgemein zugänglich gemacht.
Es macht den Anschein, dass heute verschiedene Strömungen, die einmal alle derselben bitteren Quelle entsprungen sind, wieder zusammenfließen und einen Strom bilden, der eine Vielzahl der Menschen speziell der nachchristlichen Gesellschaften mitreißt.
Eine wesentliche Strömung ist die der Human-Potential-Bewegung (die das angeblich unbegrenzte menschliche Potenzial zugänglich machen möchte), der Humanistischen Psychologie und – noch deutlicher – der Transpersonalen Psychologie.
Weitere Strömungen sind die feministische Be­wegung, die das Hexentum zu rehabilitieren versucht,
die Umweltschutzbewegung, in deren Umfeld okkulte Praktiken angepriesen werden (z. B. biodynamischer Anbau), die Paramedizin (holistische Medizin), in deren Rahmen alte fragwürdige Heilmethoden rehabilitiert und neue pseudowissenschaftliche Methoden glorifiziert werden (Homöopathie, Akupunktur, Irisdiagnose, TranceChanneling, Biofeedback, metaphysische Massagen, HildegardMedizin, Bach-Blütentherapie, Reiki, Rebirthing u. v. a.)
und nicht zuletzt der Schamanismus.
Im Verein mit allen diesen Bewegungen und Strömungen sind in den letzten Jahrzehnten viele fragwürdige bis gefährliche Sekten entstanden, so etwa das Erhard Seminary Training (EST), die Bhagwan-Bewegung, Eckankar, Scientology, Divine Light Mission u. a.
Die im Zusammenhang mit diesen Strömungen angepriesenen Praktiken werden größtenteils als Wege zum Glück bzw. als Lebenshilfe verkauft.
Ein ganzer Industriezweig hat sich hier entwickelt und mit Büchern, mit Artikeln wie Tarotkarten, Edelsteinen, Duftstoffen und KräuterEssenzen, mit Pendeln und vor allem mit teuren Seminaren wird mittlerweile ein Milliarden-Umsatz gemacht. Esoterische, d. h. okkulte Literatur macht heute einen erheblichen Anteil des Gesamtumsatzes des deutschen Buchhandels aus.
Bestimmte philosophisch-religiöse Grundideen,
die dem christlichen Glauben diametral gegenüberstehen, sind heute Allgemeingut des Denkens geworden:
der Gedanke an eine Reinkarnation etwa,
die pantheistische Vorstellung einer alles erfüllenden Weltseele,
die synkretistische Vorstellung, dass alle Wege zu Gott führen, usw.
Hinzu kommt der heute alle Lebensbereiche beherrschende Pragmatismus, den man auf die Kurzformel reduzieren könnte: »Hauptsache, es hilft!«
Christen, die von biblischen Positionen her kommen und auf dieser Grundlage argumentieren, merken immer mehr, dass sie auf verlorenem Posten stehen.
Viel einfacher scheint es, absolute Heiden für das Evangelium gewinnen zu können, als Menschen, die man nur als Neuheiden bezeichnen kann.
Letztere nämlich winken ganz schnell ab, weil sie meinen, die christlichen Alternativen zu kennen und überwunden zu haben.
Sie erscheinen ihnen als »kalter Kaffee«, als »Schnee von gestern« und nicht mehr bedenkenswert.
Die Psychologie, jedenfalls in ihrer populärwissenschaftlichen Ausprägung, hat das Ihre zu dieser Entwicklung beigetragen. Leider ist dieser Einfluss auch an den Christen nicht vorübergegangen. In dem Maße, in dem Christen verweltlicht sind, spiegeln sie ja immer auch ein Stück Zeitgeist wieder.
Die Öffnung für die Anwendung psychotherapeutischer Methoden im Rahmen christlicher Seelsorge zieht die Christen noch mehr vom biblischen Denken weg und macht sie noch anfälliger für den (heute weithin okkulten) Zeitgeist.
Dave Hunt wies schon vor mehr als zwei Jahrzehnten darauf hin, dass es die Psychologie war, die zunächst in die Köpfe der Christen eingedrungen ist und ihr Denken so beeinflusst hat, dass im Gefolge der Psychologie anderes antichristliches Gedankengut nachkommen konnte.
Er schreibt:
»Die Verführung berührt mittlerweile jeden Aspekt des christlichen Lebens, die Kirche ist infiziert von den Charismatikern bis zu den Anti-Charismatikern, von den Liberalen bis zu den Evangelikalen, von den Katholiken bis zu den Protestanten, von der ›Geistlichkeit‹ bis zu den ›Laien‹. Als wesentliches Transportmittel der Verführung, das die meisten ihrer Bestandteile in sich vereinigt, ist die Psychologie das eigentliche trojanische Pferd, das an allen Grenzposten vorbei eingedrungen ist.«
Der Eindruck ist sicher nicht falsch, dass sich die Menschheitsgeschichte auf Mitternacht zubewegt, wo es am finstersten ist.
Umso wichtiger ist es, dass lebendige Christen ihre Funktion, Licht und Salz zu sein, mit vollem Ernst wahrnehmen und nicht kapitulieren.
»Handelt, bis ich wiederkomme!«, heißt die Devise, die unser Herr ausgegeben hat, umso mehr, als wir uns heute bedenklich rasch dem Zeitpunkt nähern, »da niemand wirken kann« (Lk 19,13; Joh 9,4).
Quelle: https://clv.de/Buchempfehlungen/Maechte-der-Bosheit.html

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