Aber es gibt ihn. Darum ist unser Le ben mit Gott niemals sinnlos.
Der ehemalige Geophysiker und College-Professor Stephen Meyer, der heute das Zentrum für Wissenschaft und Kultur des Discovery Institute in Seattle leitet, schreibt.
In seinem 2023 erschienen Buch „Die Wiederentdeckung Gottes – Wie Kosmologie und Biologie einen Schöpfer erkennen“ widmet Meyer der Feinabstimmung im Universum ganze zwei Kapitel. Darin schildert er unter anderem, wie der bekennende Atheist Hoyle, der die Urknall-Theorie noch als „big bang“ verspottet hatte, dem Atheismus den Rücken kehrte, nachdem er in den 1950er Jahren das Ausmaß der Feinabstimmung entdeckte, das notwendig ist, damit sich Beryllium und Helium zu Kohlenstoff verbinden können. Hoyle’s Fazit: „Eine vernünftige Interpretation der Fakten legt nahe, dass ein Superintellekt mit der Physik ebenso wie mit der Chemie und Biologie gespielt hat und dass es keine nennenswerten blinden Kräfte in der Natur gibt. Die Zahlen, die man aus den Fakten errechnet, erscheinen mir so überwältigend, dass diese Schlussfolgerung nahezu außer Zweifel steht.“ Meyer zufolge gibt es neben den Parametern, die Hoyle entdeckte, noch ein Dutzend weiterer, die ähnlich feinabgestimmt sein müssen, damit das Universum Leben, unser eigenes eingeschlossen, ermöglicht. Oder um es mit den Worten des Astrophysikers Luke Barnes von der Western Sydney University, Co-Autor des Buches „A Fortunate Universe – Life in a Finely Tuned Cosmos“, zu sagen: „Das ganze System erscheint wohldurchdacht, wie etwas, das jemand geplant und erschaffen hat.“
Wie der US-amerikanische Chemiker Charles Thaxton und seine Kollegen Walter Badley und Roger Olsen in „The Mystery of Life’s Origin“ darlegen, können chemische und physikalische Prozesse allein genauso wenig Leben erzeugen, wie Druckerschwärze und Papier in der Lage sind, ein Buch zu verfassen. Oder um es mit Stuart Kauffman zu sagen, einem US-amerikanischen Universalgelehrten, der „autokatalytische Systeme“ erforscht: „Wer behauptet, er wisse, wie das Leben auf der Erde vor ungefähr 3,45 Milliarden Jahren entstanden ist, ist ein Narr oder ein Schurke.“
Wer behauptet, ein vergleichsweiser einfacher Organismus wie der eines E-Coli-Bakteriums mit seinen 9,2 Millionen Nukleotiden könne zufällig entstanden sein, kann genauso gut postulieren, Stürme könnten, wenn sie oft genug über Autofriedhöfe hinwegfegen, auch einmal einen funktionsfähigen, vollgetankten Ferarri Testarossa mit passendem Schlüssel im Zündschloss zurücklassen.
Ähnliches gilt für das Bewusstsein. Wie Lennox schreibt, hätten die Neurowissenschaften „beeindruckende und wertvolle Fortschritte bei der Korrelation von geistiger Aktivität mit elektrochemischer Aktivität in der Großhirnrinde gemacht“. Etwas anderes wäre es jedoch, erstere auf letztere zu reduzieren. Und in der Tat: Ließe sich Mentales auf physikalische und chemische Prozesse reduzieren, wäre die Fähigkeit, sich selbst sowie Tätigkeiten des Verstandes wie Denken, Verstehen, Planen, aber auch Emotionen wie Freude und Angst, wahrnehmen und steuern zu können, eine Illusion. Nur: Wäre sie dies, wäre die Behauptung, dies „entdeckt“ zu haben, auch eine. Mit der Folge, dass sich „die Welt des rationalen Diskurses“, wie der 2021 verstorbene britische Physiker John Polkinghorne anmerkte, „in das absurde Geplapper feuernder Synapsen“ auflöse.
