Sie wussten es auf genau dieselbe Weise, wie die Schriften des Alten Testaments als inspiriert anerkannt wurden. Paulus erklärt, wie die Heilige Schrift erkannt wurde: „Wenn jemand sich dünkt, ein Prophet zu sein oder geistlich, so erkenne er, was ich euch schreibe, dass es ein Gebot des Herrn ist“ (1 Korinther 14,37). Mit anderen Worten: Jeder geistliche Mensch (d.h. jemand, der vom Heiligen Geist erfüllt ist und von ihm geleitet wird) wird die Schrift durch den Geist erkennen, ohne dass eine Kirche sie bestätigt. So war es im Alten Testament, in den Anfangsjahren der Kirche, und so ist es auch für uns heute.
Hiob 32,8 erinnert uns daran: „Jedoch der Geist ist es in den Menschen, und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht.“ In Römer 1 und 2 heißt es, dass Gott sich durch die Schöpfung und das Gewissen allen Menschen offenbart hat. Gott sprach zu Adam, zu Noah, zu Joseph, Gideon, David und anderen, ohne dass es eine Kirche gab. Aufgrund der Inspiration Gottes und der Überzeugung des Heiligen Geistes, der in der Lage ist, die Welt von Sünde, von Gerechtigkeit und von Gericht zu überzeugen (Johannes 16,8-11), weiß die gesamte Menschheit, dass das Evangelium wahr ist. Christus ist „das wahrhaftige Licht, welches, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet“ (Johannes 1,9) – und er tut dies ohne die Hilfe einer angeblich unfehlbaren Kirche, deren Dogmen von allen akzeptiert werden müssen! Johannes spricht davon, dass Menschen durch die Salbung, die sie von Gott haben, geleitet werden (1. Johannes 2,27). Niemals in Gottes ganzem Wort gibt es einen Appell an eine Körperschaft von Führern, eine unfehlbare Erklärung darüber abzugeben, was wahr ist. Niemals! In Apostelgeschichte 15 berief sich Paulus nicht auf eine unfehlbare Gruppe in Jerusalem, deren Wort Gesetz war. Er ging dorthin, um mit den Ältesten zu diskutieren und sie gegebenenfalls zu korrigieren, wobei er sogar Petrus zurechtwies (Galater 2,1-14).
In 2 Timotheus 3,16-17 weist Paulus darauf hin, dass die Bibel alle Lehre, Überführung, Zurechtweisung, und Unterweisung in der Gerechtigkeit enthält, die der Mann oder die Frau Gottes braucht, um alles zu sein, was Gott von ihnen will. Aber katholische Apologeten, die im ganzen Land debattieren, bestehen darauf, dass Paulus mit „aller Schrift“ nur das Alte Testament meinte, weil das alles war, was Timotheus hatte.
Wenn die Bibel sagt: „Alle Schrift“, dann ist damit die ganze Schrift gemeint, nicht nur das, was bis dahin geschrieben worden war. Außerdem ist dies der zweite Brief des Paulus an ihn, Timotheus hatte also mindestens zwei Briefe von Paulus. Außerdem sagt Paulus: „die Zeit meines Abscheidens ist vorhanden“ (2 Timotheus 4,6), also steht er kurz vor seinem Tod. Es müssen also alle Paulusbriefe geschrieben worden sein!
Ah, aber sie wurden noch nicht als Schrift anerkannt, sagt der katholische Apologet, weil das Dritte Konzil von Karthago noch nicht getagt hatte. Blödsinn! Ein Beröer wird feststellen, dass Petrus die Paulusbriefe als Schrift bezeichnet (2 Petrus 3,15-16), also müssen sie anerkannt und im Umlauf gewesen sein. Er verwendet die Formulierung „in allen seinen Briefen“, ohne sie zu benennen, was beweist, dass der Kanon vereinbart und bekannt war, als er geschrieben wurde – mindestens 330 Jahre bevor irgendein Konzil die 27 Bücher des Neuen Testaments auflistete. Christus sagte: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir… Einem Fremden aber werden sie nicht folgen“ (Johannes 10,27.5). Er sagte auch: „Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes. Darum höret ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid“ (Johannes 8,47). Zu Pilatus sagte er: „Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme“ (Johannes 18,37). Paulus sagte, die Versammlung solle die Worte des Propheten beurteilen, um zu entscheiden, ob sie von Gott seien (1 Korinther 14,29-31). Wir müssen Männer und Frauen Gottes sein, die Gottes Wort kennen und sich nicht von falschen Lehren täuschen lassen, egal aus welcher Quelle sie kommen.
Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Beurteiler der Gedanken und Gesinnungen des Herzens – Hebräer 4,12
Und ihr, die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr bedürfet nicht, dass euch jemand belehre, sondern wie dieselbe Salbung euch über alles belehrt und wahr ist und keine Lüge ist, und wie sie euch belehrt hat, so werdet ihr in ihm bleiben. Und nun, Kinder, bleibet in ihm… – 1 Johannes 2,27-28 D.H.
