Die Sorgen sind groß. Denn auf rund 5.700 Metern Höhe herrschen Minusgrade und es liegt Schnee. Dahlmeier verunglückte bereits am Montag durch Steinschlag am Laila Peak. Die Unglücksstelle ist schwer zugänglich. Hoffen und beten wir weiter für sie:
Dieses Unglück hat zwei sehr unterschiedliche Seiten. Zum einen ist Laura eine Person, die äußerst beliebt und sehr sympathisch war. Daher gibt es viele Menschen, die sehr traurig sind und hoffen, daß es doch noch zu einem “happy end” kommt. Ich wünsche ihr das auf jeden Fall von Herzen.
Auf der anderen Seite muss man auch sagen, daß jeder für die Folgen seines Tuns und Handelns verantwortlich ist. Laura hat gewusst, daß das, was sie macht, riskant ist. Offensichtlich ist sie dieses Risiko bewusst eingegangen, weil ihr das Glück, das sie durch das Bergsteigen bekommen hat, noch viel wichtiger war. So eine Entscheidung muss jeder mit sich selbst ausmachen. Gott hätte andere Ziele für sie gehabt. ER überbietet alles Glück dieser Erde.

Sehr gut geschrieben, Henning
Grenzerfahrungen und Grenzüberschreitungen – Warum bringen sich Menschen durch Extremsport eigentlich in Lebensgefahr?
Die Nachricht über den schweren Unfall von Laura Dahlmeier am Laila Peak hat viele Menschen erschüttert. Mich ebenfalls. Die ehemalige Biathlon-Weltmeisterin, sympathisch, beliebt und bewundert, liegt nach einem Steinschlag in großer Höhe in Lebensgefahr. Hoffentlich lebt sie überhaupt noch! Und während Rettungsteams um Zugang zur Unglücksstelle ringen, ringen viele innerlich mit einer Frage, die über das aktuelle Geschehen hinausgeht: Warum suchen Menschen freiwillig die Nähe des Todes?
Der Reiz des Extremen – Sehnsucht, Suche, Selbsterhöhung?
Es scheint ein Paradox: In einer Welt, in der viele Menschen auf größtmögliche Sicherheit bedacht sind, gibt es andere, die genau das Gegenteil suchen – das Risiko, die Unsicherheit, die Grenzerfahrung.
Warum tun sie das?
1. Ist es etwa die Suche nach dem „Kick“?
Das Gehirn belohnt Grenzerfahrungen mit Dopamin – dem Glückshormon. Der kurze Moment der absoluten Freiheit, des Über-sich-Hinauswachsens, der Adrenalinausstoß im Angesicht der Gefahr: Viele Extremsportler berichten, dass sie dort etwas erleben, was der Alltag nicht bieten kann – ein Hochgefühl, das süchtig machen kann. So jedenfalls wirkt es immer wieder!
2. Ist es das Streben nach Sinn und Selbstbestätigung?
In einer Zeit, in der traditionelle Lebensziele oft hinterfragt werden, kann die Besteigung eines gefährlichen Berges oder der Sprung aus extremer Höhe ein Symbol sein: „Ich lebe, ich fühle, ich existiere!“ Es ist nicht selten ein stiller Protest gegen das Gefühl innerer Leere – oder der Versuch, sich selbst und der Welt etwas zu beweisen.
3. Oder steckt da gar eine Todessehnsucht oder spirituelle Suche dahinter?
Einigen geht es vielleicht gar nicht um den Tod, aber doch um dessen Nähe. Denn in Extremsituationen fällt alles Unwichtige ab. Was bleibt, ist das nackte Dasein – und oft die Frage: Was kommt danach? Was trägt mich wirklich? Es war der Extremsportler Felix Baumgartner der einmal so dahingehend äußerte, dass ihn fast so etwas wie eine Todessehnsucht antreibe, bzw. genau an diese Grenzen zu kommen. Er starb ja kürzlich auf tragische Weise beim Paragliden an der Adria.
4. Ist es vielleicht (auch) der Drang, um (fast) jeden Preis im Mittelpunkt stehen und Anerkennung sich holen zu wollen?
Die moderne Gesellschaft belohnt das Außergewöhnliche. Wer Extreme lebt, bekommt Aufmerksamkeit. Und manchmal mischt sich in die persönliche Sehnsucht auch der Wunsch, gesehen und anerkannt zu werden – nicht nur vom eigenen Umfeld, sondern von der ganzen Welt. Daher haben fast alle Extremsportler ihre sog. Action-Cams mit dabei, um so ihren Followern stets die allerneusten Höchstleistungen präsentieren zu können.
Die Frage nach Verantwortung inmitten der Tragik
Es wäre billig und nicht in Ordnung, einfach mit dem Finger auf Verunglückte zu zeigen. Und doch stellt sich die unbequeme Frage: Wie weit darf oder sollte die Freiheit gehen, wenn sie das eigene Leben und das anderer aufs Spiel setzt? Wer sich freiwillig in lebensbedrohliche Situationen bringt, fordert nicht nur sein Schicksal heraus oder im Grunde genommen Gott heraus – er oder sie belastet im Notfall aber auch rein faktisch Rettungsteams, Angehörige, die Öffentlichkeit.
Laura Dahlmeier ist kein unbedarfter Tourist. Sie wusste sehr reflektiert, was sie tat. Und dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack, wenn ein Mensch – so voller Energie und Talente – vielleicht sein Leben an einen gefährlichen Gipfel verliert. Denn der Aufstieg war konkret in besonders herausfordernder Weise geplant worden
Was bleibt uns?
Als Allererstes das Gebet. Nicht als naive Flucht oder moralischer Zeigefinger, sondern als Ausdruck von Mitgefühl, Hoffnung und einer tieferen Wahrheit: Der Mensch ist mehr als seine Leistung. Mehr als der Adrenalinschub, mehr als sein Mut, mehr als seine Angst. Und sein Leben ist in Gottes Hand, ob er es weiß oder nicht. Doch was ist, wenn der Mensch aber in Ausübung seines freien Willens selbiges so in Gefahr bringt und dabei verliert?
Lasst uns beten – für Laura. Für ihre Rettung. Für ihre Seele, was wichtiger als alles andere ist: Dass sie noch Jesus findet, zu Gott um Rettung und sein Erbarmen fleht.
Und auch für all die anderen, die auf der Suche nach Sinn und Lebendigkeit zu nahe an den Abgrund treten. Mögen sie wahre Erfüllung finden – nicht im Spiel mit dem Tod, sondern im Leben, das aus der Tiefe kommt. Aus der Nähe Gottes.
Denn ER überbietet alles Glück dieser Erde. Allein bei IHM ist der Gipfel aller Freude zu finden!
Beten wir für ihre Angehörigen und vielen Fans. Damit sie die Erfüllung beim Herrn suchen.
Ich stimme zu, dass der Weg mit Gott mehr Glück spendet als Bergsteigen. Zu beurteilen, ob das Tun einer mutmaßlich leidenden Laura falsch war, finde ich hingegen anmaßend. Woher kennt der Autor die Ziele Gottes für diese Frau?
NurGott kennt unsere Herz. Wir sehen die Tagen, die wir beurteilen dürfen. Urteilen wird sie einst der ewige Richter.