Dieser falsche 41‑jährige Cambridge‑Professor stand zuletzt wegen Plagiaten und fragwürdigen Angaben zu sportlichen Leistungen und Spendenaktionen massiv unter Druck.
Dieser Fall um den deutschen Hochstapler Gert Postel ist das wohl berühmteste deutsche Gegenstück zum Fall Jason Arday. Postel – ein gelernter Postbote mit Hauptschulabschluss – schaffte es in den 1990er-Jahren, mit gefälschten Zeugnissen als Leitender Oberarzt in der Psychiatrie zu arbeiten. Er stand – nach eigenen Angaben- im Jahr 1997 kurz vor der Berufung auf eine hochdotierte C4-Professur an der Universität Leipzig und sollte gleichzeitig Chefarzt werden. Das sächsische Sozialministerium hatte seiner Berufung bereits zugestimmt, bevor der Schwindel in allerletzter Sekunde aufflog. Der nächste Fall, der mit dem auf noch ähnlich ist: Rob oder Fab von Milli Vanilli, denen Jason Arday tatsächlich noch ähnlich sieht, hat Jahre nachdem deren Schwindel aufflog, für den sie bekanntlich ebenfalls nicht allein verantwortlich waren, genau das gleiche Schicksal ereilt. Die irre Musikbranche mit ihren „Gesetzen“ haben damals die Karrieren beider jungen Männer zerstört und den einen schlussendlich in den Freitod getrieben. Hier war es die wahnsinnig gewordene akademische Welt des Wokismus. Alle Beteiligten sollten sich nach ihrer Mitschuld fragen – Freunde, Feinde, Trittbrettfahrer, Zeitgeistritter, Gutmenschen, Gutmenschenhasser… Einfach alle. Dieser Fall ist eine vermeidbare Tragödie. Tragisch. Und es tut mir leid. Aber die Sachlage wird dadurch nicht verändert. Der Mensch ist seines Unglückes Schmied. Gott tröste seine Angehörigen.
