»Yusuf Mutlu«, »der GlĂŒckliche« â das ist der Name, mit dem
ich mich heute nenne. Doch noch ist die Erinnerung an eine
Zeit sehr lebendig, wo ich alles andere als glĂŒcklich war. Damals
wĂ€re fĂŒr mich der Name »der Hoffnungslose« passender
gewesen âŠ
In einem kleinen Dorf in Anatolien (TĂŒrkei) erblickte ich das
Licht der Welt. Als ich etwa zwei Monate alt war, siedelten
meine Eltern nach Deutschland um. Weil ich sehr krÀnklich
war, lieĂen sie mich bei meinen GroĂeltern zurĂŒck. Ich litt an
Allergien und Atemstörungen und schien ein hoffnungsloser
Fall und eine zu groĂe Belastung fĂŒr meine Eltern zu sein,
die ihr GlĂŒck ja in Deutschland suchten. Andererseits wollten
mich meine GroĂeltern als eine Art »Pfand« bei sich behalten,
um sicher zu sein, dass meine Eltern den Kontakt zu
ihrer tĂŒrkischen Familie und Heimat nicht aufgeben wĂŒrden.
Doch als ich etwa fĂŒnf Jahre alt war, starb mein GroĂvater
und ich blieb mit meiner GroĂmutter allein zurĂŒck, die sich
mit meiner Erziehung völlig ĂŒberfordert fĂŒhlte.
Zu meinen Aufgaben als kleiner Junge gehörte es, die
Schafe der GroĂmutter zu hĂŒten. Ich erinnere mich gut, wie
ich bei dieser Arbeit eines Tages plötzlich Besuch bekam.
Ein groĂer, fremder Hund schlich sich heran, schien aber zutraulich
zu sein. Weil ich dachte, es sei einer der vielen Dorfhunde,
begann ich ihn zu streicheln. Doch plötzlich wurden
die Schafe sehr unruhig und gerieten zu meiner Verwunderung in Panik. Dann riss er sich von mir los, schnappte sich
ein kleines Lamm und war verschwunden. Entsetzt dÀmmerte
mir, dass es sich um einen Wolf gehandelt hatte.
Dieses Erlebnis habe ich nie vergessen â und spĂ€ter wurde
mir bewusst, dass es Parallelen zu meinem Leben gab. Leider
habe ich auch danach »Wölfe« fĂŒr harmlose Hunde gehalten
und nicht gemerkt, wie ich mein Leben aufs Spiel setzte âŠ
Weil meine GroĂmutter nicht mit mir fertig wurde, reichte
man mich an verschiedene Verwandte weiter, und so abgeschoben,
lernte ich auf diese Weise nicht nur die Dörfer
Anatoliens, sondern auch das GroĂstadtleben von Izmir und
Istanbul kennen.
Damals habe ich vieles entbehrt, am meisten aber vermisste
ich die Liebe meiner Eltern.
In der Schule wurde ich gehÀnselt, weil ich scheinbar
keine Eltern hatte, und manchmal wurde ich von meinen
Schulkameraden geschlagen. Umso mehr freute ich mich,
wenn meine Eltern einmal im Jahr fĂŒr vier oder fĂŒnf Wochen
zu Besuch kamen. Aber auch in dieser Phase hatte mein
Vater keine Zeit fĂŒr mich, er suchte beim Alkohol eine andere
Gesellschaft.
Einmal besuchten sie mich, als ich wegen eines Leistenund
Nabelbruchs im Krankenhaus lag. Dabei stritten sie
sich in meiner Gegenwart so heftig, dass der Streit in eine
SchlĂ€gerei ausartete. Wenn ich dagegen meine MitschĂŒler
beobachtete, die â wie es mir schien â von liebevollen Eltern
umgeben waren, schmerzte mein Herz.
Im Alter von 12 Jahren besuchte ich eine Koranschule.
Dort suchte ich die Anerkennung des Imam, dem ich groĂen
Respekt zollte, obwohl ich auch hier SchlÀge einstecken
musste, wenn ich Blödsinn gemacht hatte.
Ich lernte etwas Arabisch sowie etliche Gebete auswendig
und machte Erfahrungen mit dem Koran, indem ich mirSuren daraus einprĂ€gen musste. Allerdings sprachen mich diese Suren nicht an und bei aller Ă€uĂeren Achtung vor dem Koran blieb mein Herz beim Lesen kalt.
NatĂŒrlich wurde ich auch mit den »fĂŒnf SĂ€ulen des Islam bekannt« gemacht und erlebte die islamischen Feste â das Fasten, das Schafe-Schlachten usw.
Zwei Jahre spĂ€ter meinten meine Verwandten, es sei nun an der Zeit, dass ich meinen Eltern nach Deutschland folgen sollte, und drĂ€ngten meine Eltern, entsprechende Schritte zu unternehmen. Aber das war leichter gesagt als getan, denn mein GroĂvater hatte mich nach meiner Geburt aus bisher unerklĂ€rlichen GrĂŒnden als MĂ€dchen mit dem Namen »Nuran« angemeldet, sodass ich keine gĂŒltigen Papiere hatte. Mein Vater benötigte zwei Jahre, um die nötigen Nachweise dafĂŒr zu besorgen, dass »Nuran« eigentlich ein Junge war.
Geplatzte TrÀume
Dann kam endlich der Tag, an dem ich mit groĂen Hoffnungen und ZukunftsplĂ€nen nach Deutschland ausreisen konnte. Aber es dauerte nicht lange, bis alle TrĂ€ume wie Seifenblasen zerplatzten, denn meine Familie blieb mir fremd und die ersehnte Liebe und Zuwendung blieb auch aus.
So suchte ich mir ErfĂŒllung und Anerkennung in zweifelhaften Kreisen und versuchte mit Bier, Raki und Wodka meine innere Leere zu fĂŒllen und fĂŒr Aufmerksamkeit zu sorgen. Damals geriet ich auch zum ersten Mal mit dem Gesetz in Konflikt, als ich im Kaufhaus Karstadt bei einem Diebstahl erwischt wurde. Auch meine schulischen Leistungen lieĂen entsprechend zu wĂŒnschen ĂŒbrig und so konnte ich nur durch den Besuch einer Volkshochschule wenigstens meinen Hauptschul-Abschluss machen.
Um bei meinen neuen Freunden Eindruck zu schinden,organisierte ich Feten an der Uni Bielefeld, wo Alkohol in
groĂen Mengen konsumiert wurde. Bei einer dieser Feten
provozierte mich ein Freund, eine Flasche Wodka zu trinken.
Leichtsinnig, wie ich war, trat ich sofort den Beweis meiner
Trinkfestigkeit an. Doch als die Flasche leer war, fiel ich um
und lag regungslos auf dem Boden. In groĂer Eile und Hektik
wurde der Notarzt gerufen und mein Magen ausgepumpt:
Alkoholvergiftung!
In dieser Zeit machte ich auch eine Lehre als Kfz-Mechaniker,
bestand meine FĂŒhrerscheinprĂŒfung und besaĂ bald einen
eigenen BMW.
Gedankenlos, ohne Verantwortungsbewusstsein, aber voller
Minderwertigkeitskomplexe raste ich als stolzer Besitzer
dieser noblen Marke durch die Stadt, als ob ich der Herrscher
ĂŒber alle StraĂen wĂ€re. Ich ignorierte alle GeschwindigkeitsbeschrĂ€nkungen
und fuhr 120 km/h, wo nur 50 km/h erlaubt
waren. So dauerte es nicht lange, bis die Polizei mich mit
Blaulicht verfolgte, nachdem ich zwei rote Ampeln nicht beachtet
hatte und mit hoher Geschwindigkeit die Kurt-Schumacher-
StraĂe in Bielefeld entlangraste. Die logische Folge:
FĂŒhrerschein-Entzug fĂŒr drei Monate, Nachschulung und
eine saftige GeldbuĂe!
So war mein Leben damals ein einziges Chaos. Auch mein
Glaube als Moslem, auf den ich bisher sehr stolz war, verflachte
immer mehr. Meine Verwandten und Bekannten waren
liberale Moslems. NatĂŒrlich bekannten sie sich Ă€uĂerlich
stolz als Moslems. Sie gingen aber nicht zur Moschee, sondern
waren eher in einer Disco zu finden und konsumierten
ungeniert Alkohol, was fĂŒr einen strengen Moslem undenkbar
ist.
Auch mein Vater war in seinem bisherigen Leben nur zwei
oder drei Mal in einer Moschee gewesen. Anfangs ermahnteich sie, ihren Glauben konsequent zu bekennen, aber nach zwei Jahren hatte auch ich mich ihnen angepasst.
Freundschaft mit Hindernissen
Ăber den Gott der Christen hatte ich bisher noch nie nachgedacht. Aber das sollte sich bald Ă€ndern, als ich eine
interessante junge Frau kennenlernte. Tatjana arbeitete damals in der Firma, in welcher ich als MaschinenfĂŒhrer tĂ€tig war, und fiel mir deswegen auf, weil sie irgendwie anders war als die anderen. Sie kleidete und benahm sich nicht so, wie es sonst ĂŒblich war. Ich fand heraus, dass sie aus einer Aussiedler-Familie kam und in eine Kirche ging. Von Tatjana hörte ich zum ersten Mal in meinem Leben etwas ĂŒber Jesus Christus und bekam eine Bibel geschenkt.
Tatjana selbst war nicht in einer christlichen Familie aufgewachsen. Als ich sie kennenlernte, war ihr Vater einige Jahre zuvor gestorben und ihre Mutter erst vor einiger Zeit zum Glauben an Jesus Christus gekommen. Durch sie wurde auch Tatjana fĂŒr den christlichen Glauben gewonnen, besuchte mit ihr eine Gemeinde und bekam zunĂ€chst Anschluss an die Gemeinde-Jugend. Doch im Lauf der Zeit wurde sie ziemlich enttĂ€uscht und schockiert, weil sie erlebte, dass einige dieser jungen Leute ein Doppelleben fĂŒhrten. So wandte sie sich enttĂ€uscht von den Christen ab, ohne aber ihren Glauben aufzugeben.
In dieser Situation lernte ich Tatjana kennen und versuchte, eine Freundschaft zu ihr aufzubauen. Aber das war ein langer, harter Kampf, denn Tatjanas Motto war bisher: »TĂŒrken haben bei mir keine Chance!« Doch nach etwa drei Monaten hatte ich gesiegt â Tatjana hatte sich inzwischen in mich verliebt und wurde blind fĂŒr das Problem, dass ich Moslem war und sie eine ĂŒberzeugte Christin.Sie beruhigte sich selbst mit dem Gedanken, dass ich ja
kein strenger Moslem sei und sie mich vielleicht fĂŒr den
christlichen Glauben gewinnen könnte, zumal sie bisher
nicht unbedingt den Eindruck hatte, dass ich sie fĂŒr den
Islam gewinnen wollte.
Als ich ihr versicherte, dass sie ihren Glauben behalten
könnte, gab sie schlieĂlich ihre Bedenken auf, obwohl ihre
Mutter entschieden gegen unsere Beziehung kÀmpfte. Ihr
Bruder, der ein Jahr Ă€lter war, wurde ihr gegenĂŒber sogar
einmal handgreiflich und schrie sie an: »Es kommt kein TĂŒrke
in unser Haus!«
Ihre Mutter argumentierte: »Das kann nicht gut gehen,
wenn eine Christin einen Moslem heiratet!« Sie hatte erlebt,
dass eine Cousine einen Moslem geheiratet hatte, der sich
aber bald von ihr scheiden lieĂ, um dann eine Muslimin zu
ehelichen.
Doch Tatjana lieĂ sich nicht warnen, zumal sie damals
auch keine konsequente Christin war. Und da ich mich fĂŒr
einen lauen, toleranten Moslem hielt, glaubten wir, eine Ehe
eingehen zu können.
Sechs Monate, nachdem wir uns kennengelernt hatten,
erschien dann mein Vater â wie das bei TĂŒrken ĂŒblich ist â
bei ihrer Mutter, um den Heiratsantrag vorzutragen. Trotz
aller Bedenken und BefĂŒrchtungen gab Tatjanas Mutter nach
und stimmte schlieĂlich der Heirat zu.
Als etwa ein Jahr spÀter unsere erste Tochter Dorothea zur
Welt kam, sprach Tatjana mit mir ĂŒber ihren Glauben. Sie
hatte wĂ€hrend der Schwangerschaft ĂŒber ihr Leben nachgedacht
und ihre Halbherzigkeit als Christin erkannt. Ich
sagte ihr, dass ich als Moslem geboren sei und deswegen
niemals an diesen Jesus glauben könne. Ich pochte darauf,
dass ich nur an den Propheten Mohammed glauben könnte.Darauf stellte sie mir die provozierende Frage, ob ich mir sicher sei, dass ich nach meinem Tod nicht in der ewigen Verdammnis landen wĂŒrde.
Diese Frage lieĂ mich nicht mehr los, denn ich liebte meine Frau und meine Tochter und vom Himmel und von der Hölle war ja schlieĂlich auch im Koran die Rede. Und als Moslem hatte ich eine lebendige Vorstellung von der Schrecklichkeit der Hölle und ihrem Feuer. Ich wusste auch, dass ich als lauer Moslem wenig Chancen hatte, in den Himmel zu kommen.
Zum ersten Mal in meinem Leben begann ich, mich selbst und meinen Glauben zu hinterfragen.
Der »Augenöffner«
Kurz danach erzĂ€hlte mir meine Schwiegermutter, dass in ihrer Gemeinde ein Kurde gepredigt habe, der frĂŒher ein moslemischer Theologe war und sich zu Christus bekehrt habe.
»Ich bin kein Kurde â sondern TĂŒrke!«, erwiderte ich stolz, aber meine Neugierde war geweckt und ich wollte diesen Mann doch ganz gerne kennenlernen!
So kam es schlieĂlich, dass wir zum Neujahrstag 2000 diesen interessanten Mann in unser Haus einluden und ihn baten, uns aus seinem Leben zu erzĂ€hlen.
Er war als ĂŒberzeugter Moslem aufgewachsen und ausgebildeter »Hodscha« (islamischer Priester) geworden, der durch verschiedene LebensumstĂ€nde Zweifel an der Richtigkeit seiner Religion bekam. SchlieĂlich wurde er dann patriotischer Sozialist, der in Deutschland bei einem RaubĂŒberfall erwischt, verhaftet und fĂŒr vier Jahre hinter Gitter gesteckt wurde. Dort bekam er ein Neues Testament zu lesen und lernte glaubwĂŒrdige Christen kennen. Nach vielen, langen inneren KĂ€mpfen, Zweifeln und Auseinandersetzungen hatte er Frieden und Vergebung durch Jesus Christus erfahren.Er erklĂ€rte mir, dass es nur einen Weg gibt, um Vergebung
der SĂŒnden zu bekommen und vor Gott bestehen zu können.
Dazu zitierte er die Bibel:
»Es ist in keinem anderen das Heil, denn es ist kein anderer
Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem
wir gerettet werden sollen!« (Apostelgeschichte 4,12)
»Denn der Lohn der SĂŒnde ist der Tod, aber die Gnadengabe
Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem
Herrn.« (Römer 6,23)
In diesem GesprĂ€ch wurden mir die Augen dafĂŒr geöffnet,
dass ich ein SĂŒnder war und Jesus Christus sein Leben stellvertretend
fĂŒr mich am Kreuz auf Golgatha geopfert hat und
ich durch ihn Vergebung der SĂŒnden bekommen konnte.
Am Ende unserer Unterhaltung fragte mich unser Gast:
»Glaubst du, dass Jesus auch fĂŒr deine SĂŒnden gestorben
ist?« Mit Ăberzeugung und Aufrichtigkeit konnte ich antworten:
»Ja, ich glaube!« Daraufhin knieten wir in unserem
Wohnzimmer nieder und ich betete:
»Herr, vergib mir alle meine SĂŒnden und mein vergeudetes,
verdorbenes Leben. Ich glaube dieser guten Botschaft und
danke dir, dass du auch fĂŒr mich am Kreuz gestorben bist!«
Eine ungeheure Last fiel von meinem Herzen und Gottes
Zusage gab mir Frieden und Sicherheit: »Wenn wir unsere
SĂŒnden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er unsere
SĂŒnden vergibt und uns reinigt von aller Unreinigkeit« (1. Johannes
1,9).
Ich hatte die Gewissheit, dass meine SĂŒnden vergeben waren
und Gott nun durch Jesus Christus auch mein Vater war.
FreudentrÀnen und Todesdrohungen
NatĂŒrlich war die Freude bei meiner Frau und meiner Schwiegermutter
groĂ â besonders, als sie in den nĂ€chsten Wochenmerkten, dass sich mein Leben und meine Lebensziele völlig verĂ€ndert hatten.
Mit einem Gemisch von groĂer Freude und Ă€ngstlicher Spannung besuchte ich dann zum ersten Mal eine christliche Gemeinde. Dort bekannte ich den versammelten Leuten freudig: »Ich habe mich zu Jesus Christus bekehrt!«
Plötzlich hörte ich, wie rechts und links neben mir die Leute zu schluchzen begannen und die TaschentĂŒcher zĂŒckten, um ihre TrĂ€nen abzuwischen.
»Warum weinen die?«, fragte ich irritiert.
»Es sind TrĂ€nen der Freude!«, bekam ich zur Antwort. Diese Christen hatten lange Zeit fĂŒr mich gebetet.
Mit meiner Umkehr zu Jesus Christus begann auch ein neuer Abschnitt in unserer Ehe. Wir gewannen gemeinsame Ziele und Werte, lasen nun zusammen in der Bibel und beteten gemeinsam. Unsere Beziehung wurde immer mehr auf eine bessere und tragfÀhige Grundlage gestellt. Etwa sechs Monate nach meiner Bekehrung traf auch meine Frau die bewusste Entscheidung, Jesus Christus an die erste Stelle in ihrem Leben zu setzen.
NatĂŒrlich gab es auch schwerwiegende Probleme: Als ich meinen Eltern und Geschwistern erzĂ€hlte, dass ich Christ geworden sei, fĂŒhlten sie sich in ihrer Ehre und in ihrem Stolz so verletzt, dass sie mich verfluchten. Sie warfen mir vor, ich hĂ€tte Schande ĂŒber die ganze Familie gebracht, und mein Vater erklĂ€rte, ich sei nicht mehr sein Sohn! Er wollte nichts mehr mit mir zu tun haben.
Meine Ă€ltere Schwester drĂŒckte ihre groĂe Verachtung aus, indem sie sagte:
»Wenn du heute sterben wĂŒrdest, dann wĂŒrden wir nicht zu deiner Beerdigung kommen!«
Nun, das ist zum GlĂŒck jetzt schon einige Jahre her. Wir haben viel fĂŒr meine Familie gebetet und sind dankbar und
froh, dass sich inzwischen die Beziehung zu den meisten
Verwandten gebessert hat.
Im Jahr 2001 verwirklichte ich den Wunsch, mich auch öffentlich
zu meinem Herrn zu bekennen, indem ich mich
taufen lieĂ. RĂŒckblickend bin ich Gott von ganzem Herzen
dankbar, dass er mich gesucht und gefunden hat und dass
ich Jesus Christus als meinen Erlöser erkennen und erleben
durfte. Ich freue mich, dass ich nun auch in einer Gemeinde
mitleben und mitarbeiten darf. AuĂerdem habe ich verschiedene
Möglichkeiten, auch meinen tĂŒrkischen Landsleuten
von meinem Retter zu erzÀhlen und zu bezeugen, wie Gott
mein Leben verĂ€ndert hat â z. B. als ehrenamtlicher Helfer in
Haftanstalten.
NatĂŒrlich erlebe ich dabei auch Widerstand, besonders
von Albanern und TĂŒrken, die damit drohen, mir die Gurgel
durchzuschneiden, sobald sie das GefÀngnis verlassen haben!
Dazu kommt auch gelegentlicher Telefon-Terror, indem
man mich beschimpft und mit Mord droht.
Doch solche Reaktionen und Erfahrungen gehören mit zur
Nachfolge Jesu und trĂŒben nicht meine Freude und Dankbarkeit
Gott gegenĂŒber. Mein groĂer Wunsch ist, dass noch
viele Moslems â und unter ihnen besonders die mir nahe
stehenden TĂŒrken und Kurden â das groĂe GlĂŒck und die
Freude erleben, Jesus Christus als ihren Erlöser zu erkennen
und zu erleben.
Bisher habe ich diese Entscheidung jedenfalls keine einzige
Sekunde bereut! www.clv.de
