Wenn das Telefon klingelt und er den Hörer abnimmt, dann legen die Anrufer immer gleich los. “Sie stellen sich nie vor”, sagt Jochem H., der ehrenamtlich für die Katholische TelefonSeelsorge in Köln arbeitet. “Ich lasse sie dann erst mal reden, bis ich schließlich gezielt nachfrage: ‚Was hat Sie denn nun zum Hörer greifen lassen?’” Die Nachfrage ist groß. Kaum hat der 64-Jährige ein Gespräch beendet, da ist bereits das nächste in der Leitung. “Und es gibt viele, die gar nicht durchkommen”, sagt der Rentner. Er und seine Kölner Teamkollegen führen um die 20.000 Gespräche im Jahr.
Vor 60 Jahren entstand die erste Anlaufstelle in Deutschland, gegründet von dem Arzt und Theologen Klaus Thomas: Am 6. Oktober 1956 wurde die Telefonseelsorge Berlin als unabhängiger und gemeinnütziger Verein gegründet.
Mittlerweile gibt es 105 örtliche Stellen der Telefonseelsorge und rund 7.500 ehrenamtliche Mitarbeiter. “Ängste, seelische und körperliche Einschränkungen und Beziehungsfragen sind die häufigsten Themen der Gespräche”, sagt Ruth Belzner (epd-Bild: Daniel Peter), die Vorsitzende der Evangelischen Konferenz für Telefonseelsorge. Einige Anrufer sind akut suizidgefährdet. “Für Menschen in Krisensituationen verliert das Leben seine Orientierungskraft und Bedeutsamkeit”, so beschreibt es Pfarrer Frank Ertel, der die ökumenische Telefonseelsorge in Aachen leitet.
Solche Anrufe seien für ihn die schwierigsten, sagt auch Telefonseelsorger Jochem H., der jeden Monat drei Schichten übernimmt, eine davon nachts. “Da muss man dann sehr präsent sein und gleichzeitig aufpassen, dass man nicht zu viel auf sich selbst projiziert.”
Die erste organisierte Telefonseelsorge entstand 1953 in einem anglikanischen Pfarrhaus in London: Der junge Pfarrer Chad Varah hatte gerade eine Vierzehnjährige beerdigt, die Suizid begangen hatte, weil sie ihre einsetzende Periode für eine Geschlechtskrankheit gehalten hatte. Später sagte Varah dazu: “Kleines Mädchen, ich kannte dich nicht, aber du hast mein Leben für immer verändert.”
Er begann, Annoncen mit der Telefonnummer seiner Kirche in Londoner Zeitungen aufzugeben: “Bevor Sie sich umbringen, rufen Sie mich an.” Schon bald konnte Varah den Ansturm von Anrufern nicht mehr allein bewältigen, so dass er freiwillige Helfer dazu holte. Seine Organisation “The Samaritans” hat heute mehr als 200 Niederlassungen in Großbritannien und Irland mit rund 20.000 Ehrenamtlichen. Jesus.de
Ein Kriegsteilnehmer, der in Gefangenschaft war und sich in einem Zugwaggon versteckt hatte, bat Gott im Gebet ums Überleben. Als der Waggon geöffnet wurde, da gab er plötzlich das Kommando: Türen schließen, weiterfahren. So überlebte er, wie durch ein Wunder. Sein Geistesblitz kam direkt von Gott. Auch dass der Soldat, den Befehl befolgte, erscheint ihm bis heute als ein Eingreifen Gottes in letzter Sekunde. Kennen Sie die Telefonnummer Gottes? Sie lautet 5015. Die Telefonnummer Gottes ist eine Eselsbrücke, um sich die Worte aus Psalm 50,15 zu merken. Dort steht: „Wenn du keinen Ausweg mehr siehst, dann rufe mich zu Hilfe! Ich will dich retten, und du sollst mich preisen.“
